Die Ausstellung macht sichtbar, wie Taeuber-Arp die strikten Trennlinien zwischen Dada und Abstraktion, zwischen freier Kunst und angewandtem Objekt bewusst auflöst. Ihre Ausbildung in den angewandten Künsten, insbesondere im Textilen, prägt eine Arbeitsweise, die sich zwischen Dekor und Diagramm, zwischen Planung und Intuition bewegt. Kurven und Kreise treten dabei in einen stillen Dialog mit dem Raster der Moderne.
Von frühen Arbeiten wie „Composition à forme ‘U’“ aus dem Jahr 1918 bis zu den späten geometrischen Konstruktionen von 1942 entfaltet sich ein Werk, das zugleich spielerisch und radikal bleibt. Gerade dort, wo der Konstruktivismus auf strenge Geometrie setzte, entwickelte Taeuber-Arp ihre organischsten Formen.
Begleitet wird die Ausstellung von der zweisprachigen Publikation „Sophie Taeuber-Arp: La règle des courbes / The Rule of Curves” bei Hauser & Wirth Publishers mit neuen Texten von Briony Fer und Jenny Nachtigall.
Sophie Taeuber-Arp (1889–1943) gehört zu den prägenden Stimmen der Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Als Malerin, Bildhauerin, Designerin, Tänzerin und Architektin verstand sie Kunst als Teil des Lebens. Ihr Werk entstand im Austausch mit den zentralen Figuren der Moderne und entzieht sich bis heute eindeutigen Zuschreibungen.
Laufzeit: 17. Januar – 7. März 2026
Ort: Hauser & Wirth Paris, 6 bis Rue François 1er, 75008 Paris