Zwölf renommierte Künstler aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und der Schweiz gestalten diese Ausstellung eigens für Unterjesingen. Beteiligt sind Barbara Wünsche-Kehle, Eva Kündig, Linda Schwarz, malatsion, Mario Urlass, Peter Riek, Petra Steidel Wokeck, Rainer Steve Kaufmann, Rosa Violetta Zettl, Stephan Müller, Susanne Dohm-Sauter und Ulrike Gerst. Sie entwickeln Arbeiten oder Performances, die ausschließlich an diesem Ort und an diesen beiden Tagen zu erleben sind, und greifen das Thema „Ins Offene“ in unterschiedlichen Medien wie Malerei, Zeichnung, Skulptur, Installation, Video und Fotografie auf.
Der Gedanke des Offenen wird dabei ebenso philosophisch wie sinnlich erfahrbar. „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“ (F. Schiller). Kunst entsteht im freien Spiel der Fantasie, jenseits von Zweck und Vorgabe. Der Weg ins Offene kann Befreiung, Erkenntnis und Bereicherung bedeuten – für den Künstler ebenso wie für den Betrachter. Das Kunstdorf lädt dazu ein, sich dieser Bewegung anzuschließen und der Kunst ohne Schwelle zu begegnen.
Als Kulisse dient das traditionsreiche Weindorf Unterjesingen mit seinen altehrwürdigen Fachwerkhäusern, Scheunen, Werkstätten, dem Rathaus, dem Farrenstall, dem Bürgerstüble und dem Kelternmuseum. Kunst wird aus dem geschlossenen Raum der Museen und Galerien herausgetragen und dort verankert, wo Menschen leben. Sie steht im Hinterhof, in der Scheune, im Durchgang. Sie wird Teil des Alltags und bleibt dennoch außergewöhnlich.
Die Künstler sind an beiden Ausstellungstagen anwesend und laden zum persönlichen Austausch über ihr künstlerisches Schaffen ein. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Kunstprojekt der Grundschule Unterjesingen, das den Gedanken des Offenen über Generationen hinweg weiterträgt. Der Eintritt ist frei, zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Mit „INS OFFENE“ zeigt das Kunstdorf Unterjesingen, dass zeitgenössische Kunst nicht an urbane Zentren gebunden ist. Hier wird das Dorf selbst zur Ausstellung, zur Erfahrung, zur Idee. Oder anders gesagt: Wo könnte der Weg ins Offene kürzer sein als im Kunstdorf – im Dorf, in das die Kunst gekommen ist?