Gugginger Künstler vor dem Haus der Künstler (1986) (c) Johann Feilacher
Gugginger Künstler vor dem Haus der Künstler (1986) (c) Johann Feilacher – Mit freundlicher Genehmigung von: museumgugging / Museum Gugging

Wann: 15.03.2026 - 17.01.2027

Das museum gugging setzt mit der Jubiläumsausstellung „museum gugging.! 20 jahre kUNSt“ einen leuchtenden Ausrufezeichen-Moment, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Gugginger Kunst in einem einzigen, kraftvollen Atemzug zusammenführt.

Von 16. März 2026 bis 17. Jänner 2027 feiert das museum gugging sein 20-jähriges Bestehen mit einer Ausstellung, die nicht zurückblickt, um stehenzubleiben, sondern um Maß zu nehmen für das, was diese Kunst international längst bedeutet. Auf der gesamten Ausstellungsfläche entfaltet sich ein Panorama der Gugginger Kunst, das ihre Eigenständigkeit und ihre museale Relevanz sichtbar macht.

museum gugging in Maria Gugging – Außenansicht des Museums mit farbiger Fassadenarbeit, Jubiläumsausstellung „20 jahre kUNSt“ © NÖ Museum Betriebs GmbH, Foto: Ludwig Schedl
museum gugging in Maria Gugging – Außenansicht des Museums mit farbiger Fassadenarbeit, Jubiläumsausstellung „20 jahre kUNSt“ © NÖ Museum Betriebs GmbH, Foto: Ludwig Schedl – Mit freundlicher Genehmigung von: museumgugging / Museum Gugging
Im Zentrum stehen 20 Gugginger Künstler, deren Werke einen Bogen von den späten 1960er-Jahren bis in die Gegenwart schlagen. Namen wie Oswald Tschirtner oder Heinrich Reisenbauer treffen auf weniger bekannte, aber nicht minder eindringliche Positionen wie Josef Bachler oder Franz Artenjak. Besonders präsent sind August Walla und Johann Hauser, zwei zentrale Figuren der Gugginger Kunst, die 2026 runde Geburtstage gefeiert hätten und deren Werk bis heute als Referenz wirkt.

Mitgedacht werden auch die institutionellen Orte, die diese Kunst tragen. Das 40-jährige Bestehen des Haus der Künstler, seit Jahrzehnten Wohn- und Arbeitsraum für Künstler, sowie das 25-jährige Jubiläum des atelier gugging markieren jene Kontinuität, ohne die Gugging nicht denkbar wäre.

Die Gugginger Kunst ist heute ein Fixstern der zeitgenössischen österreichischen Kunst mit internationaler Strahlkraft. Seit der Nachkriegszeit entstehen hier Werke von radikaler Eigenständigkeit, die Jean Dubuffet der Art Brut zuordnete. Dieses Verständnis einer autonomen, spontanen und jenseits akademischer Konventionen entstehenden Kunst bildet bis heute eine wesentliche Referenz für die Rezeption der Kunst aus Gugging. Das Jubiläum wird bewusst genutzt, um das museum gugging als Ort der Transparenz und Offenheit weiter zu schärfen und die Kunst aus Gugging gleichwertig mit jeder anderen Kunst zu präsentieren – ohne Pathologisierung, ohne Reduktion auf Biografien. Inklusive Museumsarbeit ist dabei kein Zusatz, sondern Haltung.

Ein bewegliches Herzstück der Ausstellung ist der guggkasten, ein eigener Raum im museum gugging, der wechselnd einzelnen Künstlern oder Themen gewidmet ist. Den Auftakt bildet „Stickstoff“ von Tex Rubinowitz, eine Werkserie, in der maschinelles Nähen zum kreativen Motor wird. Ausgemusterte Textilien werden mit Sätzen und Worten bestickt, der Zufall führt die Hand, Kontrollverlust und Produktivität fallen überraschend zusammen. Es folgt das atelier gugging mit „Das Atelier-Ich“, einer Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Arbeitsraum. Im Herbst steht Ingolf Ebeling im Fokus, bevor Michaela Polacek – kuratiert von Nina Ansperger und Florian Reese – mit „michalea polacek.! das kratzienbouquet“ den Schlusspunkt setzt.

Begleitend erscheint eine Jubiläumspublikation, die nicht nur die Geschichte des Museums beleuchtet, sondern auch den Briefwechsel zwischen Jean Dubuffet und Leo Navratil, die NS-Medizinverbrechen in Gugging sowie aktuelle Fragen inklusiver Museumsarbeit thematisiert.

Die Ausstellung „museum gugging.! 20 jahre kUNSt“ feiert, wofür das museum gugging seit zwei Jahrzehnten steht: für die Kraft des Ausdrucks, für Qualität jenseits von Zuschreibungen und für eine Kunst, die aus sich selbst heraus wirkt. Save the Date: In der Woche der Eröffnung findet am Donnerstag, 12. März 2026, um 10:00 Uhr ein Pressefrühstück im museum gugging statt.

Tags: Art Brut, August Walla, August Wallas, Malerei, Johann Hauser, Oswald Tschirtner, Jean Dubuffet, Zeitgenössische Kunst

Dienstag bis Sonntag, Feiertage von 10:00­ ­– 17:00 Uhr 
Montags geschlossen außer an ausgewählten Feiertagen von 10:00 – 17:00 Uhr.