Don McCullin  Self-portrait in Crowthers Reclamation Yard, Isleworth  1963
Don McCullin Self-portrait in Crowthers Reclamation Yard, Isleworth 1963 – Mit freundlicher Genehmigung von: hauserwirth.com / Gallery Hauser & Wirth

Wann: 14.02.2026 - 12.04.2026

Don McCullin betritt mit 90 Jahren noch einmal die große Bühne der Fotografie – mit einer Ausstellung, die wie ein stiller Donnerschlag wirkt und das Leben eines Mannes erzählt, der Krieg, Leid und Menschlichkeit mit unerbittlicher Klarheit gesehen hat.

„Over the years going to various wars, this corner of Somerset has saved and restored my sanity and given me a sense of balance just witnessing the change of the seasons and soaking up the ensuring peace and silence of the land“ — Sir Don McCullin CBE, „The Stillness of Life“, 2025. Dieses wörtliche Bekenntnis steht im Zentrum von Don McCullin. 90, jener großen Jubiläumsausstellung, die bei Hauser & Wirth in Somerset gezeigt wird und das Werk eines der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts neu erfahrbar macht.

Don McCullin  Hessel Street, Jewish District, East End, London  1962
Don McCullin  Dew Pond by Iron Age Hill Fort, Somerset  1988
Don McCullin Hessel Street, Jewish District, East End, London 1962 • Don McCullin Dew Pond by Iron Age Hill Fort, Somerset 1988 – Mit freundlicher Genehmigung von: hauserwirth.com / Gallery Hauser & Wirth

Die Ausstellung Don McCullin. 90, zu sehen vom 14. Februar bis 12. April 2026 in Somerset, versammelt 90 Fotografien aus mehr als sieben Jahrzehnten. Sie ist keine klassische Retrospektive, keine lineare Chronologie eines Lebenswerks, sondern eine bewusst verdichtete Erzählung, die innere Zustände sichtbar macht. Frühere ikonische Aufnahmen aus London, Vietnam, Biafra, Zypern oder Nordirland treten in einen stillen Dialog mit späteren Landschaftsbildern und meditativen Stillleben.

McCullins einziges Selbstporträt aus dem Jahr 1963, erstmals in Großbritannien gezeigt, steht dabei nicht als autobiografischer Höhepunkt, sondern als leiser Marker eines Weges, der von Anfang an von Nähe, Risiko und moralischer Verantwortung geprägt war. Bilder wie „Hessel Street Jewish District East End London“ oder „Boys in the book of the prophet, Arbil, Kurdistan“ entfalten ihre Wirkung nicht durch Dramatik, sondern durch ihre ruhige, unerbittliche Präsenz.

Don McCullin  Ban the Bomb March, Aldermaston  1960
Ein zentraler Ort dieser Ausstellung ist Somerset selbst. Die Landschaft, in die McCullin während des Zweiten Weltkriegs evakuiert wurde, ist seit Jahrzehnten sein Rückzugsraum. Fotografien wie „The Dew Pond by Iron Age Hill Fort, Somerset“ offenbaren eine fast malerische Tiefe, eine Konzentration auf Licht, Struktur und Zeit. Diese Bilder wirken wie Gegenräume zu den Kriegsfotografien – nicht als Flucht, sondern als notwendige Balance.  Ergänzt wird die Schau durch Stillleben, die McCullin in seinem Garten
Don McCullin Ban the Bomb March, Aldermaston 1960 • Ein zentraler Ort dieser Ausstellung ist Somerset selbst. Die Landschaft, in die McCullin während des Zweiten Weltkriegs evakuiert wurde, ist seit Jahrzehnten sein Rückzugsraum. Fotografien wie „The Dew Pond by Iron Age Hill Fort, Somerset“ offenbaren eine fast malerische Tiefe, eine Konzentration auf Licht, Struktur und Zeit. Diese Bilder wirken wie Gegenräume zu den Kriegsfotografien – nicht als Flucht, sondern als notwendige Balance. Ergänzt wird die Schau durch Stillleben, die McCullin in seinem Garten – Mit freundlicher Genehmigung von: hauserwirth.com / Gallery Hauser & Wirth

Ein zentraler Ort dieser Ausstellung ist Somerset selbst. Die Landschaft, in die McCullin während des Zweiten Weltkriegs evakuiert wurde, ist seit Jahrzehnten sein Rückzugsraum. Fotografien wie „The Dew Pond by Iron Age Hill Fort, Somerset“ offenbaren eine fast malerische Tiefe, eine Konzentration auf Licht, Struktur und Zeit. Diese Bilder wirken wie Gegenräume zu den Kriegsfotografien – nicht als Flucht, sondern als notwendige Balance.

Ergänzt wird die Schau durch Stillleben, die McCullin in seinem Gartenhaus arrangierte, inspiriert von flämischen und niederländischen Meistern. Schädel, Knochen, verwitterte Objekte erscheinen hier nicht als Symbole des Todes, sondern als stille Meditationen über Vergänglichkeit und Würde. Sie zeigen eine andere, selten gesehene Seite seines Werks, geprägt von Langsamkeit und innerer Ordnung.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Fotografien römischer Skulpturen aus der Serie „Southern Frontiers“, einem Projekt, das McCullin über 25 Jahre hinweg verfolgte. Diese Bilder bewegen sich zwischen Schönheit und Unbehagen, zwischen historischer Größe und psychologischer Last. Sie machen sichtbar, wie tief Geschichte im Stein eingeschrieben ist – und wie sehr sie bis in die Gegenwart nachwirkt.

Don McCullin gilt als einer der einflussreichsten Fotografen der Gegenwartsgeschichte. Seine Bilder sind geprägt von Empathie, Klarheit und einer kompromisslosen Ehrlichkeit, die nie sensationslüstern wirkt. Sie fordern den Blick heraus, ohne ihn zu manipulieren, und lassen dem Betrachter keine Ausflucht.

Don McCullin. 90 ist mehr als eine Jubiläumsausstellung. Sie ist eine stille, eindringliche Einladung, das Sehen neu zu lernen – und sich der Verantwortung bewusst zu werden, die jedes Bild in sich trägt.

Tags: Krieg, Fotografie, Don McCullin, Dokumentarfotografie, zeitgenössische Fotografie, Zeitgenössische Kunst, Kriegsfotografie

Die Galerie ist Donnerstag bis Sonntag von 12 bis 16 Uhr geöffnet.
Der Garten ist Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr zugänglich.