Die Ausstellung verfolgt diese Faszination über mehr als ein Jahrhundert hinweg und macht sichtbar, wie unterschiedlich und zugleich verbunden die künstlerischen Visionen waren. Von Gustave Courbet über Claude Monet bis Henri Matisse spannt sich ein Bogen, der von der materiellen Wucht der Malerei bis zur Auflösung der Form reicht. Ergänzt durch Zeichnungen, Fotografien und Archivmaterial entfaltet sich Étretat als Ort der Projektion, der Sehnsucht und der künstlerischen Erneuerung.
Im Zentrum steht die Frage, wie ein Landschaftsort zu einem Mythos werden konnte. Die wiederkehrende Hinwendung bedeutender Künstler zu Étretat zeigt, wie stark sich dieser Küstenabschnitt in die Vorstellungswelt eingeschrieben hat. Die Schwärmerei für Étretat, die sich von Delacroix, Hugo, Flaubert und Maupassant bis zu Courbet, Monet und Matisse zieht, hat eine Bildwelt hervorgebracht, die weit über das Sichtbare hinausreicht.
„Étretat, jenseits der Klippen“ ist damit mehr als eine Ausstellung über Landschaftsmalerei. Sie erzählt von der dauerhaften Anziehungskraft eines Ortes, der Künstler immer wieder dazu verführt hat, das Verhältnis von Natur, Wahrnehmung und Bild neu zu denken.
Die Ausstellung ist eine Kooperation des Museums der Schönen Künste von Lyon mit dem Städel Museum, Frankfurt am Main, und vereint Werke und Perspektiven, die Étretat als künstlerischen Mythos erfahrbar machen – zeitlos, vielschichtig und von anhaltender Intensität.