Innenansicht des Deutschen Pavillons Brüssel 1958 von Sep Ruf und Egon Eiermann, dokumentiert in einer historischen Fotografie von Georg Pollich, Architekturmuseum der TUM
Innenansicht des Deutschen Pavillons Brüssel 1958 von Sep Ruf und Egon Eiermann, dokumentiert in einer historischen Fotografie von Georg Pollich, Architekturmuseum der TUM – Mit freundlicher Genehmigung von: Bayerischen Staatsgemäldesammlungen / Pinakothek der Moderne

Wann: 13.02.2026 - 31.05.2026

Die Pinakothek der Moderne wird mit „Reflexion. Licht Spiegel Transparenz“ zu einem Ort des Innehaltens, an dem das Sehen selbst zum Ereignis wird und sich die Frage stellt, wie sehr wir der Welt trauen, die sich uns zeigt. Ein historischer Spiegel hält den Blick fest und gibt ihn zugleich frei, eine tiefblaue Fläche atmet zwischen Materie und Auflösung, und die transparente Architektur des Deutschen Pavillons von Sep Ruf und Egon Eiermann erscheint als stille Erinnerung an eine Moderne, die an Klarheit, Offenheit und Leichtigkeit glaubte.

Zwischen Licht und Schatten, Oberfläche und Tiefe entfaltet sich hier eine Ausstellung, die nicht laut sein muss, um Wirkung zu entfalten. Sie lädt dazu ein, Reflexion nicht nur als optisches Phänomen zu begreifen, sondern als geistige Bewegung – als ein langsames Zurückwerfen des Blicks auf das, was sichtbar ist, und auf das, was sich erst im Nachdenken offenbart.

Gruppenporträt der 4 Direktor:innen der Pinakothek der Moderne v.l.n.r.: Dr. Michael Hering, Prof. Dr. Angelika Nollert, Prof. Dr. Andres Lepik, Dr. Oliver Kase Foto: Frank-Hanewacker
Gruppenporträt der 4 Direktor:innen der Pinakothek der Moderne v.l.n.r.: Dr. Michael Hering, Prof. Dr. Angelika Nollert, Prof. Dr. Andres Lepik, Dr. Oliver Kase Foto: Frank-Hanewacker – Mit freundlicher Genehmigung von: Bayerischen Staatsgemäldesammlungen / Pinakothek der Moderne
Die gemeinschaftlich kuratierte Ausstellung aller vier Museen der Pinakothek der Moderne widmet sich dem Begriff der Reflexion in seiner ganzen Tiefe und Vielschichtigkeit. Reflexion wird dabei zugleich wörtlich und sinnbildlich verstanden: als optisches Phänomen, als Zeichen prüfenden Nachdenkens und als Mittel künstlerischen Ausdrucks. Nach der ersten Jubiläumsausstellung, die sich der Gründungszeit der Neuen Sammlung und der Moderne der 1920er- und 1930er-Jahre widmete, ist „REFLEXION“ zeitlich weiter gefasst und reicht bis in die Gegenwart.

Unter den drei Leitgedanken Licht, Spiegel und Transparenz treten Werke und Objekte aus Bildender Kunst, Architektur, Grafik und Design in einen vielschichtigen Dialog. Die Ausstellung versteht sich als bewusstes Gegenüberstellen unterschiedlicher Disziplinen, die den Begriff der Reflexion auf je eigene Weise erforschen und interpretieren. Sichtbares und Gedachtes, Materielles und Immaterielles greifen ineinander und eröffnen neue Lesarten moderner und zeitgenössischer Gestaltung.

Für diese Begegnung wurde eine Ausstellungsarchitektur entwickelt, die beide Ausstellungsräume jeweils in eine weiße und eine schwarze Hälfte gliedert. So entsteht ein atmosphärischer Rahmen für Licht und Schatten, Tag und Nacht sowie Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit – Themen, die sich in den gezeigten Arbeiten und Objekten unmittelbar widerspiegeln und den Raum selbst zum Teil der Erzählung machen.

Neben den Ausstellungsräumen im Erdgeschoss und im zweiten Obergeschoss erweitert sich die Präsentation in den Raum hinein. Zu den sogenannten Satelliten zählen eine Glasarbeit im Eingangsbereich der Pinakothek der Moderne ebenso wie ein Fenster am oberen Ende der großen Treppe Ost, das selbst zum Kunstwerk transformiert wird. Die Ausstellung verlässt damit bewusst die klassischen Grenzen des Ausstellungsraums und bindet die Architektur des Hauses aktiv ein.

Zoe Leonard, Mirror no. 2 (Metropolitan Museum), 1990, Silbergelatineabzug, 105,2 x 71,2 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, Inv.-Nr. 16430, © Zoe Leonard, courtesy the artist, Galerie Gisela Capitain, Cologne, and Hauser & Wirth, New York
Isa Genzken 1948 Bad Oldesloe DEU Untitled (More Light Research), undatiert / not dated [ca. 1992] Lackfarbe / Gloss paint Staatliche Graphische Sammlung München Dauerleihgabe PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e. V., München / On permanent loan from PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e. V., München  © VG Bild-Kunst, Bonn 2025 Photo: Staatliche Graphische Sammlung München
Zoe Leonard, Mirror no. 2 (Metropolitan Museum), 1990, Silbergelatineabzug, 105,2 x 71,2 cm, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, Inv.-Nr. 16430, © Zoe Leonard, courtesy the artist, Galerie Gisela Capitain, Cologne, and Hauser & Wirth, New York • Isa Genzken 1948 Bad Oldesloe DEU Untitled (More Light Research), undatiert / not dated [ca. 1992] Lackfarbe / Gloss paint Staatliche Graphische Sammlung München Dauerleihgabe PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e. V., München / On permanent loan from PIN. Freunde der Pinakothek der Moderne e. V., München © VG Bild-Kunst, Bonn 2025 Photo: Staatliche Graphische Sammlung München – Mit freundlicher Genehmigung von: Bayerischen Staatsgemäldesammlungen / Pinakothek der Moderne

Die Ausstellungsarchitektur stammt von Martin Kinzlmaier. Kuratiert wird „Reflexion. Licht Spiegel Transparenz“ von Dr.-Ing. Andjelka Badnjar Gojnić, Dr. Caroline Fuchs, Dr. Michael Hering, Dr. Franziska Kunze, Dr.-Ing. Irene Meissner, Prof. Dr. Angelika Nollert und Prof. Dr. Bernhart Schwenk.

So wird „Reflexion. Licht Spiegel Transparenz“ zu einer Ausstellung, die nicht Antworten gibt, sondern Blicke lenkt. Sie vertraut auf die Kraft des Sehens, auf das langsame Erfassen von Licht, Raum und Bedeutung, und eröffnet einen Zustand der Aufmerksamkeit, der selten geworden ist. In einer Zeit permanenter Bilder erinnert sie daran, dass Wahrnehmung Zeit braucht – und dass sich Erkenntnis oft dort einstellt, wo man bereit ist, innezuhalten und dem Spiegel nicht auszuweichen.

Tags: Moderne Kunst, Licht, Architektur, Grafik, Design, Sep Ruf, Egon Eierman

Täglich (außer Montag) 10–18 Uhr,
Donnerstag 10–20 Uhr