Chris Reinecke, „Zeitblöcke“, Zeichnung und Notationen, Ausstellungsansicht
Chris Reinecke, „Zeitblöcke“, Zeichnung und Notationen, Ausstellungsansicht – Mit freundlicher Genehmigung von: beck-eggeling.de / Galerie Beck & Eggeling

Wann: 07.02.2026 - 28.02.2026

Mit der Ausstellung „ZEITBLÖCKE“, die vom 7. bis 28. Februar 2026 bei Beck & Eggeling International Fine Art in Düsseldorf zu sehen ist, rückt eine künstlerische Position in den Fokus, deren Bedeutung lange unterschätzt wurde. Die Schau folgt der Entwicklung von Chris Reineckes Werk von den späten 1970er Jahren bis in die Gegenwart und macht sichtbar, wie konsequent sich ihre künstlerische Sprache jenseits modischer Strömungen entfaltet hat.

Ausstellungsansicht „ZEITBLÖCKE“ von Chris Reinecke bei Beck & Eggeling, Düsseldorf 2026 – großformatige Malerei und Papierarbeiten
Ausstellungsansicht „ZEITBLÖCKE“ von Chris Reinecke bei Beck & Eggeling, Düsseldorf 2026 – großformatige Malerei und Papierarbeiten – Mit freundlicher Genehmigung von: beck-eggeling.de / Galerie Beck & Eggeling

Die Rezeption von Chris Reineckes Werk ist untrennbar mit ihrer Rolle als eine der prägenden Figuren der Avantgarde im Düsseldorf der späten 1960er Jahre verbunden. Als Mitbegründerin und Protagonistin der künstlerischen Kooperative LIDL verband sie Kunst und Aktivismus, Mietersolidarität und gesellschaftliches Engagement. Ziel war eine radikale Öffnung des tradierten Kunstbegriffs und der Versuch, Kunst über partizipatorisches Erfahren zu einer demokratisch wirksamen Kraft zu entwickeln.

„Zweifellos verdient sie als Mitbegründerin und Protagonistin der künstlerischen Kooperative LIDL – für ihre Verbindung von Kunst und Aktivismus mit der Mietersolidarität, für ihre radikale Auflösung des tradierten Kunstbegriffs und für den Versuch, Kunst über partizipatorisches Erfahren zu einer gesellschaftlich und demokratisch transformativen Kraft zu entwickeln – die schon lange überfällige Anerkennung und institutionelle Beachtung, die ihr nun zuteilwird.“

(Wand mit Zeichnungen, Notationen, Rasterarbeit): Chris Reinecke, Zeichnungen und Notationen aus „ZEITBLÖCKE“, Galerie Beck & Eggeling Düsseldorf 2026
(Detail mit Collage- und Papierarbeit): Collage und Zeichnung von Chris Reinecke aus der Ausstellung „ZEITBLÖCKE“, Beck & Eggeling Düsseldorf 2026
(Wand mit Zeichnungen, Notationen, Rasterarbeit): Chris Reinecke, Zeichnungen und Notationen aus „ZEITBLÖCKE“, Galerie Beck & Eggeling Düsseldorf 2026 • (Detail mit Collage- und Papierarbeit): Collage und Zeichnung von Chris Reinecke aus der Ausstellung „ZEITBLÖCKE“, Beck & Eggeling Düsseldorf 2026 – Mit freundlicher Genehmigung von: beck-eggeling.de / Galerie Beck & Eggeling

Dass Chris Reinecke ihr Werk in den folgenden Jahrzehnten zu einer der originärsten künstlerischen Positionen in Deutschland weiterentwickelte, blieb lange im kunsthistorischen Ungefähren. „ZEITBLÖCKE“ setzt genau hier an und macht diese Entwicklung nachvollziehbar. Einen zentralen Schwerpunkt bildet dabei das Werk der 1990er Jahre, ein Zeitraum, in dem Arbeiten entstanden, die bislang selten oder noch nie öffentlich gezeigt wurden.

Werkgruppen wie „Die Beobachterin verlässt ihren stationären Posten“ oder „Die Sorglosigkeit der Mechanik“ zeigen Chris Reinecke als radikale Umgestalterin künstlerischer wie kunsthistorischer Kategorien. In ihren Arbeiten collagiert sie Bild- und Textebenen, persönliche Beobachtungen, Reiseerfahrungen sowie politische, naturwissenschaftliche und gesellschaftliche Diskurse zu einem visuellen Strom von bemerkenswerter Dichte.

„In Bild- und Textebenen collagiert sie persönliche Beobachtungen und Betrachtungen ihrer Umgebung, Reiseerfahrungen, politische, naturwissenschaftliche, gesellschaftliche Diskussionen und schafft dabei eine Art visuellen ‚stream of consciousness‘ von eigenem Sog und Kraft.“

Formal und konzeptuell stehen diese Arbeiten solitär im Gesamtwerk und bilden zugleich eine schlüssige Verbindung zwischen der Malerei der 1980er Jahre und den großformatigen Papierarbeiten, die seit den 2000er Jahren das Werk von Chris Reinecke bestimmen. Vorbei an den Erwartungen von Kunstmarkt und Betrieb hat sie sich eine Freiheit im Denken und Arbeiten bewahrt, die bis heute spürbar ist.

„Indem sie ihre Strategien und Konzepte konstant hinterfragt hat, hat sie ihrem Werk bis heute eine Offenheit und Durchlässigkeit bewahrt, die auch ihren aktuellsten Werken eine bemerkenswerte Zeitgenossenschaft verleihen.“

Chris Reinecke lebt und arbeitet in Düsseldorf. Im Juli feiert sie ihren 90. Geburtstag. „ZEITBLÖCKE“ ist damit nicht nur eine Ausstellung, sondern ein präziser Blick auf ein Werk, das sich der Gegenwart nie angepasst hat – und ihr gerade deshalb heute so nahe ist.

Tags: Chris Reinecke, Konzeptkunst, 70er Jahre, Zeitgenössische Kunst, Zeichnungen, Arbeiten auf Papier

Mo geschlossen. Di–Fr 10–13 und 14–18.30 Uhr, Sa 11–16 Uhr sowie nach Vereinbarung.