Otto Ritschl (1885–1976), Komposition 57/15, abstraktes Gemälde in geometrischer Formensprache
Otto Ritschl (1885–1976), Komposition 57/15, abstraktes Gemälde in geometrischer Formensprache – Mit freundlicher Genehmigung von: galerie-markus-doebele.de / Galerie Markus Döbele Dettelbach

Wann: 05.02.2026 - 08.02.2026

Otto Ritschl steht im Zentrum eines Messeauftritts, der eindrucksvoll zeigt, warum die abstrakte Kunst der Klassischen Moderne bis heute nichts von ihrer Kraft verloren hat und auf der art karlsruhe 2026 neu erfahrbar wird. Die Galerie Markus Döbele präsentiert vom 5. bis 8. Februar 2026 eine sorgfältig kuratierte Auswahl bedeutender Positionen der Moderne und Gegenwartskunst und setzt dabei bewusst auf Qualität, kunsthistorische Tiefe und sammlerische Relevanz.

Otto Ritschl (1885–1976) gilt als eine der prägenden Figuren der deutschen Nachkriegsabstraktion. Sein Weg in die Kunst war ungewöhnlich: Vor seiner Laufbahn als Maler war er ein erfolgreicher Schriftsteller und Bühnenautor in Wiesbaden. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wandte er sich 1918 autodidaktisch der Malerei zu. In den folgenden Jahren durchlief sein Werk Stationen des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit, bevor er sich ab den späten 1920er-Jahren konsequent der Abstraktion zuwandte und jene unverwechselbare Formensprache entwickelte, die ihn international bekannt machte.

Während der NS-Diktatur wurde Ritschls Kunst als „entartet“ diffamiert, Ausstellungen wurden ihm verboten, und er zog sich in die innere Emigration zurück. Nach 1945 jedoch erlebte sein Werk eine späte, aber nachhaltige Anerkennung. Heute ist Otto Ritschl in bedeutenden Museumssammlungen vertreten und gilt als feste Größe der Klassischen Moderne. Werke wie „Komposition 57/15“ von 1957 stehen exemplarisch für seine klare, spannungsreiche Bildarchitektur und seine eigenständige Farbauffassung.

Max Ackermann (1887–1975), Ohne Titel (Figurenkomposition), abstrakt-figuratives Gemälde der Klassischen Moderne
Max Ackermann (1887–1975), Ohne Titel (Figurenkomposition), abstrakt-figuratives Gemälde der Klassischen Moderne – Mit freundlicher Genehmigung von: galerie-markus-doebele.de / Galerie Markus Döbele Dettelbach
Neben Ritschl zeigt die Galerie Markus Döbele weitere zentrale Positionen der deutschen Moderne. Max Ackermann wird häufig als Wegbereiter der abstrakten Kunst in Deutschland bezeichnet. Seine Arbeiten verbinden konstruktive Strenge mit farblicher Sensibilität und markieren einen wichtigen Übergang von der Vorkriegsmoderne zur Nachkriegsabstraktion.

Einen besonderen Akzent setzt der Messeauftritt mit der One-Artist-Show von Ernst Wolf, einem Künstler der Quadriga-Gruppe, dessen Werk zunehmend kunsthistorisch neu bewertet wird. Wolfs Arbeiten stehen für eine gestisch-abstrakte Malerei von großer Eigenständigkeit und gelten unter Kennern als sammlerisch unterschätzt.

Ergänzt wird das Programm durch weitere künstlerische Positionen wie Sabine Becker, Heike Lydia Grüß, Clemens Hutter, Gerd Kanz, Andrea Lein, Ulrike Michaelis, Frank Teufel, Daniel M. Thurau und Peter Wittstadt, die das Profil der Galerie abrunden und den Dialog zwischen historischer Substanz und gegenwärtiger Kunstpraxis öffnen.
Ernst Wolf (1948), Gleichzeit 3-25, abstraktes Diptychon, expressive Malerei mit leuchtenden Orange- und Dunkelblau-Tönen, zeitgenössische abstrakte Kunst, deutsche Nachkriegsabstraktion
Ernst Wolf (1948), Gleichzeit 3-25, abstraktes Diptychon, expressive Malerei mit leuchtenden Orange- und Dunkelblau-Tönen, zeitgenössische abstrakte Kunst, deutsche Nachkriegsabstraktion – Mit freundlicher Genehmigung von: galerie-markus-doebele.de / Galerie Markus Döbele Dettelbach

In einer Zeit beschleunigter Märkte und flüchtiger Trends wirkt dieser Auftritt wie ein ruhiger, überzeugender Gegenentwurf – ein Statement dafür, dass große Kunst nicht laut sein muss, um dauerhaft zu wirken.

Tags: Klassische Moderne, Abstrakte Kunst, Nachkriegskunst, Max Ackermann, Ernst Wolf, Otto Ritschl, Moderne Kunst

5. bis 8. Februar 2026
Täglich von 11:00 bis 19:00 Uhr