Xevi Solà, Dimanche 1, 2025, Öl auf Leinwand, vier junge Menschen an einem sonnigen Swimmingpool, zeitgenössische figurative Malerei
Xevi Solà, Dimanche 1, 2025, Öl auf Leinwand, vier junge Menschen an einem sonnigen Swimmingpool, zeitgenössische figurative Malerei – Mit freundlicher Genehmigung von: operagallery / Opera Gallery

Wann: 12.02.2026 - 07.03.2026

Xevi Solà eröffnet mit Endless Sun-days einen still leuchtenden Bilderkosmos, in dem sommerliche Leichtigkeit und psychologische Tiefe ineinandergreifen und der Alltag junger Menschen plötzlich wie ein angehaltener Filmstill wirkt. Die Ausstellung markiert Solàs erste Einzelausstellung in New York und ist vom 12. Februar bis 7. März 2026 in der Opera Gallery New York zu sehen.

Endless Sun-days versammelt fünfzehn neue Gemälde, die Szenen jugendlicher Freizeit zeigen: Wochenenden am Pool, ein spätes Frühstück im Garten eines Freundes, Momente des Nichtstuns. Auf den ersten Blick wirken diese Bilder sonnendurchflutet und entspannt, doch unter der glatten Oberfläche öffnet sich ein Raum innerer Spannung. Solà schöpft aus Bildwelten der Modefotografie, aus Polizeifotos und aus dem Kino Hollywoods und formt daraus psychologische Porträts, die weniger erzählen als andeuten und den Betrachter einladen, die Geschichte hinter dem Bild selbst weiterzudenken.

In Dimanche 1 zeigt Solà vier junge Menschen an einem hellen Pool, jeder in einer eigenen Haltung, die Füße im Wasser, verbunden durch eine gemeinsame, nach innen gekehrte Stille. Die Zeit scheint stillzustehen. Lose inspiriert von David Hockneys berühmter Pool-Serie, evoziert das Bild das Gefühl endloser Sommertage, jedoch aus einer eindeutig zeitgenössischen Perspektive. Der Künstler selbst beschreibt diese Werkgruppe so:
„If I had to define this series, I would say that it is a kind of collective psychological portrait. Sunseekers or serial chillers, these characters try to relax in a shiny and colorful environment, but grey clouds are hidden behind their sunglasses. I'm not entirely sure why.“

Auch das Kino der 1970er-Jahre hinterlässt deutliche Spuren. Die Malerei erinnert an die subtile Spannung des Films La Piscine von 1969, in dem Alain Delon, Romy Schneider, Maurice Ronet und Jane Birkin ein Geflecht aus Begehren und Eifersucht vor der sommerlichen Kulisse Südfrankreichs entfalten. Gleichzeitig hallen die ikonischen Fotografien von Slim Aarons nach, dessen Poolside Gossip den sonnendurchtränkten Müßiggang der kalifornischen Gesellschaft festhielt. Solà greift diese Referenzen auf, ohne sie zu zitieren, und überführt sie in eine zeitgenössische Bildsprache.

Der Künstler verortet seine Landschaften bewusst zwischen Erinnerung und Fiktion. „As a kid, I was very much a homebody, and my source of inspiration for landscapes was movies; therefore, the landscape in my pictorial films is more akin to the landscape in the United States than in my country.“ Die Orte in Endless Sun-days sind damit weniger reale Schauplätze als mentale Räume, geprägt von Bildern, die sich im kollektiven Gedächtnis festgesetzt haben.

Solàs Arbeitsweise ist direkt und konzentriert. Vor dem Malen entstehen zahlreiche kleine Zeichnungen, oft in nur einer einzigen Linie ausgeführt. Diese Skizzen überträgt er auf die Leinwand und malt schnell, um die Unmittelbarkeit des ersten Impulses zu bewahren. In dieser Haltung steht er in einer Linie mit Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts wie Alice Neel, Lucian Freud, Alex Katz, Chantal Joffe und Elizabeth Peyton, die weniger an äußerer Ähnlichkeit als am inneren Zustand ihrer Figuren interessiert waren. Solà formuliert es so:
„I fall in love with people who live their beauty without being aware of it. Sometimes they are people I know; sometimes I have to build a portrait from photos to convey that idea. I’m looking to portray self-confidence.“

Die Gemälde von Endless Sun-days wirken wie Seiten eines intimen Sommer-Tagebuchs. Sie lassen Beziehungen erahnen, Gespräche vermuten und eröffnen stille Narrative zwischen Nähe und Distanz. In dieser neuen Werkgruppe verdichtet sich Xevi Solàs Fähigkeit, ein eigenes visuelles Universum zu erschaffen, und zugleich zeigt sich die anhaltende Kraft der zeitgenössischen figurativen Malerei, innere Zustände mit leiser Intensität sichtbar zu machen.

Tags: Xevi Solà, Zeitgenössische Kunst, Figurative Kunst, Kunstszene

Montag – Samstag: 10:00 – 19:00 Uhr