Schalen, Teekannen, Vasen oder Laternen: Die Bandbreite der ausgestellten Objekte ist groß und bewusst offen angelegt. Das Schmuckmuseum Pforzheim zeigt die ausgewählten Arbeiten dieses renommierten Wettbewerbs zur Förderung der zeitgenössischen Silberschmiedekunst, den die Gesellschaft für Goldschmiedekunst gemeinsam mit dem Deutschen Goldschmiedehaus Hanau seit 1965 ausrichtet. Durch Präsentationen im In- und Ausland hat sich die Silbertriennale zu einer weltweit anerkannten Ausstellungsreihe entwickelt. Auch in ihrer 21. Ausgabe sind ausgefallene Silberobjekte zu sehen, die in Gestaltung und Fertigung von höchster handwerklicher Präzision und künstlerischer Sensibilität zeugen.
„Das Spektrum an Objekten fasziniert durch seine Vielfalt und knüpft thematisch wunderbar an unsere vorige Ausstellung ›Aufgetischt‹ zur Tischkultur an“, erläutert Museumsleiterin Friederike Zobel. Kuratorin Katja Poljanac ergänzt: „Die Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Gebrauchsgegenstand und Kunst und spielen mit den ästhetischen Materialqualitäten von Silber.“
Mit der Silbertriennale verfolgt die Gesellschaft für Goldschmiedekunst konsequent das Ziel, das Silberschmiedehandwerk in seiner zeitgenössischen Neuausrichtung zu stärken. Die Öffnung zu einem internationalen Wettbewerb im Jahr 1992 brachte entscheidende Impulse und machte globale Entwicklungen sichtbar. In den vergangenen zwanzig Jahren haben dabei zunehmend Arbeiten aus Asien überzeugt.
„Hervorragend gestaltetes Gerät und neugierig machende Objekte stehen in dieser Silbertriennale überraschend nebeneinander, sie machen die Vielfalt der Silberanwendung aus. An den ausgewählten Arbeiten wird ein Ringen mit der Form, der Oberflächengestaltung und der Themen von großer Vielfalt ersichtlich“, so Malte Guttek, Leiter des Deutschen Goldschmiedehauses Hanau.
Die ungebrochene Attraktivität des Wettbewerbs zeigt sich auch in den Zahlen: 137 Bewerbungen mit 195 Arbeiten aus 21 Ländern wurden eingereicht, 59 Bewerbungen mit 67 Arbeiten aus 15 Ländern ausgewählt. Die fachkundige Jury mit Beate Leonards, Wim Nys und Karen Pontoppidan vergab acht Preise im Gesamtwert von 20.000 Euro. Im Hauptwettbewerb wurden Yeunhee Ryu, Yong-il Jeon und Jieun Park ausgezeichnet, im Nachwuchsförderwettbewerb Yegyu Shin, Siqui Zhang, Jae Hui Jeong, Carl Kankowsky und Rebecca Bierbrodt aus Korea, China und Deutschland.
Im Dialog mit der Silbertriennale stehen ausgewählte Highlights des Schmuckmuseums aus Silber und Diamanten sowie Objekte aus der ethnografischen Sammlung. Ab der zweiten Ausstellungshälfte präsentieren zudem Schüler des Berufskollegs für Design, Schmuck und Gerät der Goldschmiedeschule Pforzheim eigene Arbeiten. Ergänzend werden Positionen aus Mode und Fotografie gezeigt, die an der Schnittstelle zur bildenden Kunst angesiedelt sind.