Wir betreten einen weiteren Raum im Inneren von dieHolasek.
Ein verspielter, üppiger Raum, ein rotes Meer. Hier flammt jene ursprüngliche Kraft auf, die an Hermann Nitsch erinnert – nicht zitierend, sondern verwandelt. Farbe breitet sich aus, wirbelt, drängt, flammt auf. Rot dominiert, doch es ist kein geschlossenes Feld, sondern ein vibrierendes Gefüge aus Rosa, Weiß, Gelb und grünen Einschüben, die wie Atempausen wirken.
Die Malerei ist impulsiv, feurig, von beinahe körperlicher Präsenz. Die Farbe scheint nicht geführt, sondern freigesetzt. Sie schichtet sich, reißt auf, verdichtet sich erneut. Gelbe Akzente lodern wie kurze Aufblitze, Grün setzt unerwartete Gegenbewegungen, Weiß hält das Ganze in Schwebe.
Hier zeigt sich ein anderes Wesen von dieHolasek.
Weniger still, weniger schwebend, dafür kraftvoll, spielerisch, beinahe überschäumend. Die Geste ist frei, der Rhythmus ungebändigt. Man spürt ein inneres Drängen, eine Lust an der Farbe, an der Bewegung, am Überschreiten.
Auch hier gibt es kein Motiv.
Nur Energie. Nur Präsenz. Ein Malraum, der nicht beruhigt, sondern belebt. Und während der Blick durch dieses rote Meer wandert, wird spürbar: Diese Üppigkeit ist kein Übermaß, sondern Ausdruck eines inneren Feuers, das sich seinen Weg nimmt.
Wir gehen die Treppen wieder hinunter, über den roten Teppich, treten hinaus in die Herrengasse. Noch einmal drehen wir uns um – mit dem Blick auf das Palais Ferstel und ins Innere. Und nehmen dieHolasek in uns mit.