dieHolasek, Florales Gedankenparadies, Acrylmalerei mit floralen Formen und intensiver Farbigkeit
dieHolasek, Florales Gedankenparadies, Acrylmalerei mit floralen Formen und intensiver Farbigkeit, 152 × 127 cm, © Werner Krug – Mit freundlicher Genehmigung von: artmoments.at / art moments

Wann: 28.02.2026 - 08.03.2026

Wir folgen der Einladung von art moments, die dieHolasek auf der WIKAM 2026 vertritt, ins Palais Ferstel in der Wiener Herrengasse. Ihre künstlerische Herkunft liegt im Umfeld von Hermann Nitsch – nicht als Nachhall, sondern als Ausgangspunkt einer eigenen, stilleren Bildsprache. Das zwischen 1856 und 1860 von Heinrich von Ferstel errichtete Bauwerk im venezianisch-florentinischen Stil empfängt mit jener ruhigen Monumentalität, die Geschichte nicht erklärt, sondern spürbar macht. Der Arkadenhof, der Ferstelsaal, das Café Central – Orte, die Architektur, Kunst und Literatur seit jeher miteinander verschränken und für Begegnung, Denken und Übergang stehen.

Mit leiser Ehrfurcht betreten wir über den rot ausgerollten Teppich das Innere. Der imposante Treppenaufgang lenkt den Blick nach oben, noch bevor man ihn bewusst hebt. Schon hier stellt sich Staunen ein – nicht als Effekt, sondern als Haltung.

dieHolasek, Performance im Atelier (c) Werner Krug
dieHolasek, Performance im Atelier (c) Werner Krug – Mit freundlicher Genehmigung von: artmoments.at / art moments
Dann öffnet sich der Raum am Stand art moments, und vor uns liegt Florales Gedankenparadies.
Die Farbe tritt nicht entgegen, sie entfaltet sich. Blühende Formen, die sich nicht festlegen lassen, überlagern einander, lösen sich auf und finden neu zusammen. Gelb setzt leuchtende Akzente, Rosa und Weiß tragen eine fragile Zartheit, Grün wirkt wie ein atmender Grund. Jede Blüte scheint weniger gemalt als erinnert, jede Geste trägt Bewegung in sich.

Man sieht kein Abbild, sondern ein Inneres.
Einen Zustand, in dem Farbe zum Träger von Empfindung wird. In dieser malerischen Offenheit zeigt sich die innere Welt von dieHolasek – intensiv, vielschichtig, frei von erzählerischer Festlegung. Das Bild lädt nicht zur Deutung ein, sondern zur Nähe. Und mit jeder Farbe, mit jeder Schichtung beginnt man weniger zu schauen, als zu verweilen.
dieHolasek, Die Poesie der Leichtigkeit (am Platz von „Die Hexen lieben es heiß“), Acryl auf Leinwand, 145 × 79 cm © Werner Krug
dieHolasek, Die unsichtbare Spirale tanzt in dir, Acryl auf Leinwand, 72 × 94 cm © Werner Krug
dieHolasek, Die Poesie der Leichtigkeit (am Platz von „Die Hexen lieben es heiß“), Acryl auf Leinwand, 145 × 79 cm © Werner Krug • dieHolasek, Die unsichtbare Spirale tanzt in dir, Acryl auf Leinwand, 72 × 94 cm © Werner Krug – Mit freundlicher Genehmigung von: artmoments.at / art moments

Wir gehen weiter im Inneren und sehen Die Poesie der Leichtigkeit.
Eine dichte, atmende Fläche, in der Farbe nicht aufgetragen, sondern bewegt wirkt. Zarte Rosé- und Blütentöne treiben wie Fragmente von Erinnerung durch ein Geflecht aus Türkis, Grün, Blau und kühlem Grau. Die Pinselspuren sind sichtbar, schwungvoll, teils weich gestrichen, teils impulsiv gezogen, als hätte sich die Farbe selbst ihren Weg gesucht.

Nichts hält inne.
Die Farbe schichtet sich, löst sich, kehrt zurück. Linien durchziehen die Oberfläche wie feine Impulse, rote Akzente setzen kurze Verdichtungen, ohne den Fluss zu unterbrechen. Es gibt kein Zentrum, kein Oben oder Unten, nur Bewegung, die trägt.

Wir sind im dunkelsten Inneren angelangt. In Die unsichtbare Spirale tanzt in dir öffnet sich ein Blick in jene Zonen der Seele, in denen Dunkelheit und Hoffnung einander berühren. Nicht als Gegensatz, sondern als Spannung, die bleibt.

dieHolasek, Die Poesie der Leichtigkeit (am Platz von „Die Hexen lieben es heiß“), Acryl auf Leinwand, 145 × 79 cm © Werner Krug
dieHolasek, Die Poesie der Leichtigkeit (am Platz von „Die Hexen lieben es heiß“), Acryl auf Leinwand, 145 × 79 cm © Werner Krug – Mit freundlicher Genehmigung von: artmoments.at / art moments

Wir betreten einen weiteren Raum im Inneren von dieHolasek.
Ein verspielter, üppiger Raum, ein rotes Meer. Hier flammt jene ursprüngliche Kraft auf, die an Hermann Nitsch erinnert – nicht zitierend, sondern verwandelt. Farbe breitet sich aus, wirbelt, drängt, flammt auf. Rot dominiert, doch es ist kein geschlossenes Feld, sondern ein vibrierendes Gefüge aus Rosa, Weiß, Gelb und grünen Einschüben, die wie Atempausen wirken.

Die Malerei ist impulsiv, feurig, von beinahe körperlicher Präsenz. Die Farbe scheint nicht geführt, sondern freigesetzt. Sie schichtet sich, reißt auf, verdichtet sich erneut. Gelbe Akzente lodern wie kurze Aufblitze, Grün setzt unerwartete Gegenbewegungen, Weiß hält das Ganze in Schwebe.

Hier zeigt sich ein anderes Wesen von dieHolasek.
Weniger still, weniger schwebend, dafür kraftvoll, spielerisch, beinahe überschäumend. Die Geste ist frei, der Rhythmus ungebändigt. Man spürt ein inneres Drängen, eine Lust an der Farbe, an der Bewegung, am Überschreiten.

Auch hier gibt es kein Motiv.
Nur Energie. Nur Präsenz. Ein Malraum, der nicht beruhigt, sondern belebt. Und während der Blick durch dieses rote Meer wandert, wird spürbar: Diese Üppigkeit ist kein Übermaß, sondern Ausdruck eines inneren Feuers, das sich seinen Weg nimmt.

Wir gehen die Treppen wieder hinunter, über den roten Teppich, treten hinaus in die Herrengasse. Noch einmal drehen wir uns um – mit dem Blick auf das Palais Ferstel und ins Innere. Und nehmen dieHolasek in uns mit.

Tags: dieHOLASEK, Zeitgenössische Kunst, Malerei, Abstraktion

Die Palais Ferstel, Strauchgasse 4, 1010 Wien, öffnet zur WIKAM 2026 von 28. Februar bis 8. März 2026 ihre Türen. Die Preview und Vernissage für Gäste mit persönlicher Einladung finden am Freitag, 27. Februar, von 16 bis 18 Uhr (Preview) sowie von 18 bis 21 Uhr (Vernissage) statt. Die Messe ist täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet, am 8. März von 11 bis 18 Uhr.