Im Herbst rückt die Antike ins Zentrum. Ab 20. Oktober erzählt die Ausstellung „Tatort Ephesos. Kleopatra und Rom“ von Macht, Intrigen und politischer Strategie. Ausgehend von der Ermordung Arsinoës entfaltet sich die Geschichte jener Epoche, in der Caesar, Marc Anton und Augustus die Geschicke der Welt bestimmten. Rom, Alexandria und Ephesos erscheinen als pulsierende Macht- und Wissenszentren.
Den Höhepunkt des Italien-Schwerpunktes bildet ab 2. Dezember 2026 die Ausstellung „Bernini. Malerei und Marmor“ im Palais Lobkowitz. Im Zentrum steht eine sensationelle Neuentdeckung: ein Porträt aus dem Bestand des Museums, das Gian Lorenzo Bernini zugeschrieben wird. Der bedeutendste Künstler Italiens des 17. Jahrhunderts ist vor allem als Bildhauer und Architekt bekannt. Gemälde schuf er angeblich nur zu seinem Vergnügen. Von seinen einst zahlreichen Porträtgemälden sind heute nur weniger als zwanzig als eigenhändig anerkannt. Rund zehn internationale Leihgaben beleuchten Berninis Porträtschaffen in Skulptur, Zeichnung und Malerei – eine Einladung, den Meister neu zu entdecken.
Von Wien nach Rom, von Triest zurück in die Ewigkeit der Antike – das Kunsthistorische Museum setzt 2026/27 ein Zeichen kultureller Weite. Nicht Abgrenzung, sondern Austausch. Nicht Enge, sondern europäischer Horizont.
Wie das olympische Feuer, das nicht erlischt, sondern von Hand zu Hand weitergegeben wird, entfacht auch die Kunst immer wieder neu das Bewusstsein einer gemeinsamen europäischen Geschichte.
Monumentale Geschichte in barocker Dramatik