Jan Kummer (*1965), Käse, 2024, Eglomisierung, verschiedene Käselaibe als Stillleben, Privatbesitz, Courtesy the artist, Foto Daniel Franz
Jan Kummer (*1965), Käse, 2024, Eglomisierung, verschiedene Käselaibe als Stillleben, Privatbesitz, Courtesy the artist, Foto Daniel Franz – Mit freundlicher Genehmigung von: kunstsammlungen / Museum Gunzenhauser

Wann: 07.03.2026 - 14.06.2026

Museum Gunzenhauser – Mit „Mahlzeit! Feinkunsthalle“ wird das Essen zur großen Bühne der Kunstgeschichte.

Vom 7. März bis 14. Juni 2026 verwandelt sich das Haus in Chemnitz in eine ebenso sinnliche wie kluge Versuchsanordnung: Mit der Ausstellungsreihe „Mahlzeit!“ widmen sich die Kunstsammlungen Chemnitz dem Thema Essen in der Kunst – und eröffnen damit einen kulturhistorischen Dialog, der weit über den gedeckten Tisch hinausreicht.

Weit über seine Funktion als alltägliches Konsumgut hinaus avanciert Essen in der Kunst zu einer künstlerischen wie zeithistorischen Dokumentation menschlicher und gesellschaftlicher Verhältnisse. Es wird zum Bedeutungs- und Bildträger gesellschaftspolitischer Diskurse, sozio-ökonomischer Verhältnisse, sozialer Ordnungen, kultureller Codierungen, interkultureller Vielfalt sowie von Machtverhältnissen.

Den Auftakt der dreiteiligen Reihe bildet die Ausstellung „Feinkunsthalle“. Angelehnt an die räumlichen Strukturen eines Einkaufsladens präsentieren die Ausstellungsräume eine Vielzahl künstlerischer Darstellungen von Nahrungs- und Genussmitteln aus den Kunstsammlungen Chemnitz. Von der hauseigenen Bäckerei über die Obst- und Gemüseabteilung, entlang der Fleischtheke bis hin zu den Kaugummis an der Kasse zeigt die Ausstellung epochenübergreifend vielfältige künstlerische Darstellungen von Essen.

Piet Zwart (1885–1977), Kohl, 1929, Silbergelatine-Baryt-Abzug vom Originalnegativ 1974, Kunstsammlungen Chemnitz, © VG Bild-Kunst Bonn 2026, Foto Kunstsammlungen Chemnitz/László Tóth
Josef Stoitzner (1884–1951), Stillleben mit Früchten und Blumen, ohne Jahr, Öl auf Leinwand, Kunstsammlungen Chemnitz, Foto Kunstsammlungen Chemnitz/Jürgen Seidel
Piet Zwart (1885–1977), Kohl, 1929, Silbergelatine-Baryt-Abzug vom Originalnegativ 1974, Kunstsammlungen Chemnitz, © VG Bild-Kunst Bonn 2026, Foto Kunstsammlungen Chemnitz/László Tóth • Josef Stoitzner (1884–1951), Stillleben mit Früchten und Blumen, ohne Jahr, Öl auf Leinwand, Kunstsammlungen Chemnitz, Foto Kunstsammlungen Chemnitz/Jürgen Seidel – Mit freundlicher Genehmigung von: kunstsammlungen / Museum Gunzenhauser

Als existenzieller Bestandteil des menschlichen Lebens findet sich das Motiv des Essens seit jeher vielschichtig in der Kunstgeschichte wieder. Vom Stillleben als primärem Genre der Essensdarstellung über Essensdiskurse der 1920er-Jahre, in denen vegetarische und vegane Lebensweisen an Bedeutung gewannen bis hin zu Darstellungen von Mangel und Entbehrung in Krisenzeiten treten historische und zeitgenössische Werke hier in einen Dialog über Essen als kulturelles, wirtschaftliches und gesellschaftliches Produkt.

Die Ausstellung fragt nach der Repräsentation von Konsum- und Kulturgeschichte von Lebensmitteln in der Kunst: „Welche Geschichten lassen sich anhand von Essensdarstellungen erzählen? Welche Produkte wurden zu bestimmten Zeiten konsumiert – und auf welche Weise? Was lässt sich daraus über gesellschaftliche und historische Zusammenhänge ablesen?“

Neben Stillleben und Genremalereien des 19. Jahrhunderts präsentiert die Ausstellung Werke der klassischen Moderne von Karl Schmidt-Rottluff, Alexej von Jawlensky, Paula Modersohn-Becker und Otto Dix. Darüber hinaus sind selten gezeigte Arbeiten aus den Sammlungen zu sehen, etwa von Kurt Teubner, Martha Schrag und Volker Beier.

Zeitgenössische Positionen erweitern die Ausstellung um aktuelle Sichtweisen. Künstler aus Chemnitz wie Jan Kummer und Osmar Osten, Sophie Schmidt und Marie Lynn Specker bringen mit Gemälden, Hinterglasmalereien, Videoarbeiten und Plastiken gegenwärtige Fragestellungen ein.

Begleitet wird die Ausstellung von Workshops, Führungen und Veranstaltungsformaten, die fortlaufend auf der Webseite sowie im Ausstellungsraum bekanntgegeben werden. Die Eröffnung findet am Freitag, 6. März 2026, um 18 Uhr im Museum Gunzenhauser statt.

Mit drei Ausstellungen widmet das Museum Gunzenhauser dem Thema Essen ein ganzes Jahr. „Essen ist lebensnotwendig – wir alle essen, trinken, verdauen. Aber Essen ist mehr: Es verbindet Kultur, Religion und Identität. 2026 sagen wir Mahlzeit!“

Tags: Stillleben, Essen, Klassische Moderne, Karl Schmidt-Rottluff, Otto Dix, Alexej von Jawlensky, Paula Modersohn-Becker, Otto Dix, Kurt Teubner, Martha Schrag, Volker Beier

Februar bis Mai 2026: Mi – So, Feiertag 11 – 18 Uhr
Ab Juni 2026: Di – So, Feiertag 11 – 18 Uhr