Als existenzieller Bestandteil des menschlichen Lebens findet sich das Motiv des Essens seit jeher vielschichtig in der Kunstgeschichte wieder. Vom Stillleben als primärem Genre der Essensdarstellung über Essensdiskurse der 1920er-Jahre, in denen vegetarische und vegane Lebensweisen an Bedeutung gewannen bis hin zu Darstellungen von Mangel und Entbehrung in Krisenzeiten treten historische und zeitgenössische Werke hier in einen Dialog über Essen als kulturelles, wirtschaftliches und gesellschaftliches Produkt.
Die Ausstellung fragt nach der Repräsentation von Konsum- und Kulturgeschichte von Lebensmitteln in der Kunst: „Welche Geschichten lassen sich anhand von Essensdarstellungen erzählen? Welche Produkte wurden zu bestimmten Zeiten konsumiert – und auf welche Weise? Was lässt sich daraus über gesellschaftliche und historische Zusammenhänge ablesen?“
Neben Stillleben und Genremalereien des 19. Jahrhunderts präsentiert die Ausstellung Werke der klassischen Moderne von Karl Schmidt-Rottluff, Alexej von Jawlensky, Paula Modersohn-Becker und Otto Dix. Darüber hinaus sind selten gezeigte Arbeiten aus den Sammlungen zu sehen, etwa von Kurt Teubner, Martha Schrag und Volker Beier.
Zeitgenössische Positionen erweitern die Ausstellung um aktuelle Sichtweisen. Künstler aus Chemnitz wie Jan Kummer und Osmar Osten, Sophie Schmidt und Marie Lynn Specker bringen mit Gemälden, Hinterglasmalereien, Videoarbeiten und Plastiken gegenwärtige Fragestellungen ein.
Begleitet wird die Ausstellung von Workshops, Führungen und Veranstaltungsformaten, die fortlaufend auf der Webseite sowie im Ausstellungsraum bekanntgegeben werden. Die Eröffnung findet am Freitag, 6. März 2026, um 18 Uhr im Museum Gunzenhauser statt.
Mit drei Ausstellungen widmet das Museum Gunzenhauser dem Thema Essen ein ganzes Jahr. „Essen ist lebensnotwendig – wir alle essen, trinken, verdauen. Aber Essen ist mehr: Es verbindet Kultur, Religion und Identität. 2026 sagen wir Mahlzeit!“