Peter Baldinger, Unidentified #2602, 2026, 120x90 cm, Acryl auf Leinwand, Copyright, Foto: Peter Baldinger
Peter Baldinger, Unidentified #2602, 2026, 120x90 cm, Acryl auf Leinwand, Copyright, Foto: Peter Baldinger – Mit freundlicher Genehmigung von: district4art / 4 DISTRICT4art

Wann: 13.03.2026 - 16.04.2026

Wir leben in einer Zeit der Bilder. Bilder prägen Debatten, Bilder formen Erinnerung, Bilder entscheiden über Nähe und Distanz. Doch was passiert, wenn ein Bild sich entzieht? Wenn es nicht das Gesicht zeigt, sondern nur den Hinterkopf – nicht Identität, sondern Projektionsfläche? Genau hier setzt Peter Baldingers Werk an.

Am Donnerstag, den 12. März 2026 findet um 19 Uhr in der Galerie Gisela Abraham (DISTRICT4art) in der Haydngasse 15, 1060 Wien die Eröffnung von Peter BaldingersEinzelpräsentation Unidentified statt. Präsentiert werden ausgewählte Arbeiten aus der Werkserie „unidentified“. Zur Ausstellung spricht Dr. Rolf Johannsen.

Seit 1998 widmet sich Peter Baldinger immer wieder der Werkserie „unidentified“: monochrom blaugrau gemalten Hinterkopf-Portraits. Viele der Arbeiten waren bereits im Austrian Cultural Forum in Washington D.C. zu sehen, etliche befinden sich in öffentlichen Sammlungen u.a. im Museum der Moderne Salzburg. Nun präsentiert Peter Baldinger vom 13. März bis 16. April 2026 erstmals in Wien in der Galerie Gisela Abraham (DISTRICT4art) ausgewählte Arbeiten aus dieser umfassenden Werkserie.

Peter Baldinger, Unidentified #2602, 2026, 120x90 cm, Acryl auf Leinwand, Copyright, Foto: Peter Baldinger
Peter Baldinger, Unidentified #2601, 2026, 120x90 cm, Acryl auf Leinwand, Copyright, Foto: Peter Baldinger
Peter Baldinger, Unidentified #2602, 2026, 120x90 cm, Acryl auf Leinwand, Copyright, Foto: Peter Baldinger • Peter Baldinger, Unidentified #2601, 2026, 120x90 cm, Acryl auf Leinwand, Copyright, Foto: Peter Baldinger – Mit freundlicher Genehmigung von: district4art / 4 DISTRICT4art

Ansätze in Baldingers Malereien verweisen auf seine Tätigkeit als Journalist und Fotoreporter, die er am Beginn seiner beruflichen Karriere verfolgte, bevor er sich ausschließlich auf sein künstlerisches Werk fokussiert. Fand er anfangs seine Sujets in der klassischen Schwarz-Weiß-Fotografie der Printmedien, so sind es längst auch die digitalen Medien, in welchen der Künstler die optischen Anregungen findet und in Folge in sein Werk einfließen lässt.

Das Verfremden, das Unkenntlichmachen, das Verunklären wird bei Peter Baldinger zur Methode seiner Darstellung von Portraits. Anfangs – bei den „unidentified“-Bildern – bedient er sich der radikalen Sicht von „hinten“ und zeigt ausschließlich die Hinterköpfe seiner Protagonist:innen. Im Laufe der Jahre erweitert er – wie in der Werkserie „Diffusions“ seinen Blick durch die Verwendung einer verzerrenden Riffelglasscheibe. Und in den „Low-Resolution-Arbeiten“ greift er auf die Auflösung in überdimensionalen Pixel als Referenz auf die Digitalisierung zurück.

Baldinger wendet diese Methoden nicht nur in seinen Portraits-Serien an, sondern auch für in Medien vorgefundenen oder selbst dokumentierten „Vorlagen“ zu aktuellen Ereignissen, ebenso wie er konsequenterweise auch auf die Kunstgeschichte zurückgreift und Bilder früherer Meister neu interpretiert. 

Sein Œuvre umfasst neben Malereien installative Arbeiten, vor allem in Form von Interventionen in und an historischen Gebäuden.

Peter Baldinger (*1958 in Linz) Anfang der 1980iger Jahre in Salzburg und Wien als Tageszeitungsjournalist und als Gerichtsreporter tätig. Ab 1985 Anfertigung von Illustrationen für Tageszeitungen und Magazine. 1988 Verlegung seines Arbeits- und Lebensmittelpunktes nach Wien. Die künstlerische Arbeit rückt immer mehr ins Zentrum. 1989 entstehen wöchentlich Illustrationen für das Farbmagazin der Tageszeitung Kurier. Im selben Jahr beendet der Künstler und Grafiker seine journalistische Tätigkeit. Es folgt ein Arbeitsaufenthalt in Budapest. 1993 Teilnahme am Graphikworkshop der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg; 1994 Arbeitsaufenthalt in Maine, USA. 1995 ersteht die erste Installation Zierfische & Kleine Fische beim Festival der Regionen in Unterach am Attersee gemeinsam mit Miki Kap-Herr und die Intervention Fussnoten zum UNESCO-Weltkulturerbefest der Stadt Salzburg. Auf einen Arbeitsaufenthalt im Virginia Center for the Creative Arts in Mount St. Angelo, Virginia, USA, folgt 1997 die erste Ausstellung in den USA (Austrian Cultural Forum, Washington, D.C.) Von 1998 bis 1999 entsteht gemeinsam mit Konrad Winter das künstlerische Auftragswerk für die Tiefgarage Bahnhofplatz in Salzburg. Weitere Interventionen u.a. 2004 Where we are (Zyklus für das Schulzentrum Mattighofen); 2011 History Steps (Präsidentschaftskanzlei, Hofburg, Wien); 2012 BeethovenBeet (ca. 20.000 Violen für den Barockgarten, Belvedere, Wien); 2013 Fastentuch und 2019 Sky of Stones(Stephansdom, Wien); 2018 Amor sucht Psyche (Unesco-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz in Sachsen-Anhalt); 2019 Happiness is a Warm Gun (u.a. eine blühende Potentialverlaufskurve aus tausenden von Tagetes oder türkische Nelken – Student:innen-, Samt- oder Totenblumen wie sie auch genannt werden – im Museum der bildenden Künste, Leipzig); Installationen u.a.: 2012/2013 latest freeware required im Rahmen der Ausstellung Barock since 1630 (Unteres Belvederes, Wien); 2019 Then is Now (Neon-Installation auf dem Dach des Semperbaus, Wiedereröffnung der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden; 2010 erhält Baldinger für die künstlerische Gestaltung des von Klaus-Jürgen Bauer geplanten Café Maskaron im Schloss Esterhazy in Eisenstadt den Architekturpreis des Landes Burgenland. 2025 wurde das ikonografische Programm des Michaelsfenster (1398) in der Bartholomäuskapelle des Wiener Stephansdoms, das seit dem Mittelalter fünf seiner neun Scheiben unwiederbringlich eingebüßt hat, von Peter Baldinger im Auftrag der Dombauhütte nachvollzogen und die fehlenden Teile zeitgenössisch interpretiert. Entwicklung der Corporate Designs für das Belvedere, Wien und das Horten Museum, Wien im Auftrag von Agnes Husslein-Arco. www.baldinger.cc

Galerie Gisela Abraham (DISTRICT4art)

Die Galerie Gisela Abraham (DISTRICT4art) hat sich als Plattform für künstlerische Positionen etabliert, die sich gesellschaftlichen, medialen und persönlichen Themen widmen. Die eigenständige und oft eigenwillige Behandlung dieser Aspekte stellt einen zentralen Anspruch der Ausstellungskriterien dar; unabhängig von Format, Medium oder Generation ist die Originalität, Haltung und Diskursfähigkeit der Mitwirkenden die Basis der Zusammenarbeit.

Die Galeristin und Sammlerin zeigt Einzel- und Gruppenausstellungen etablierter und junger Kunstpositionen aus unterschiedlichen Disziplinen wie Malerei, Fotografie, Video, Objektkunst, Skulptur und Performance Art. Zu sehen sind Werke u.a. von Julia Avramidis, Elodie Burls, Gerhard Fresacher, Thomas J. Jelinek, Elke Silvia Krystufek, Ina Loitzl, Zoran Šimunović oder Tin Trohar. 2026 entsteht in Bad Vöslau ein weiterer Kunstraum, in dem Kunstschaffenden Präsentationsmöglichkeiten und Arbeitsräume zur Verfügung gestellt werden. 

INFORMATION Galerie Gisela Abraham (DISTRICT4art), Haydngasse 15, 1060 Wien, info@district4art.eu, www.district4art.eu

 

Zum Abschluss vielleicht ein Gedanke, der über die Kunst hinausweist und doch mit ihr verbunden bleibt:

Frieden entsteht nicht im Schatten, nicht im Rücken der anderen, sondern in Augenhöhe. Er wächst aus dem Dialog, aus dem Zuhören, aus dem Mut, einander wirklich zu begegnen. Und er braucht mehr als Worte – er braucht Verbindlichkeit.

Frieden wird in Augenhöhe geschlossen, mit Dialog – und mit einem Friedensvertrag.

Die Redaktion | findart.cc

Tags: Peter Baldinger, Malerei, Zeitgenössische Kunst, Porträtmalerei, Rolf Johannse, Österreichische Künstler, Installation

Die Galerie ist Dienstag, Mittwoch und Donnerstag jeweils von 15.00 - 18.00 geöffnet. Individuelle Termine können gerne vereinbart werden.