Herbert Lippert, „Ich habe dich gewählt“ (abstrakte Version), Öl auf Leinwand, 160 × 120 cm – expressive Figurenkomposition in leuchtenden Orange- und Rottönen, inspiriert von Musik
Herbert Lippert, „Ich habe dich gewählt“ (abstrakte Version), Öl auf Leinwand, 160 × 120 cm – expressive Figurenkomposition in leuchtenden Orange- und Rottönen, inspiriert von Musik – Mit freundlicher Genehmigung von: suppanfinearts / Suppan Fine Arts Wien

Wann: 03.03.2026 - 01.04.2026

„Mit den Ohren sehen“

Wenn Herbert Lippert vor der Staffelei steht, wird das Gehörte zum Bild. Klang verwandelt sich in Farbe, Rhythmus in Bewegung, Harmonie in Form. Was zuvor im Raum schwingt, verdichtet sich auf der Leinwand zu leuchtender Materie.

In der abstrakten Version von „Ich habe dich gewählt“ lodern Orange- und Rottöne wie musikalische Spannungsbögen auf. Zwei Figuren scheinen aus dem Farbraum herauszutreten – nicht gezeichnet, sondern aus Klang modelliert. Die pastose, fast eruptive Pinselführung wirkt wie ein Crescendo, das sich über die gesamte Bildfläche ausbreitet.

Lippert malt nicht das Motiv – er malt den Moment des Hörens.

In der Galerie Martin Suppan ist die Ausstellung „Der Klang der Farbe“ mit Werken von Herbert Lippert vom 3. März bis 1. April 2026 zu sehen. Abstraktion und Figuration treten hier in einen bewussten künstlerischen Dialog. Zahlreiche österreichische Komponisten widmen dem Künstler Werke, die er nicht nur interpretiert, sondern auch malerisch reflektiert.

Herbert Lippert, „Die letzte Süße“, Öl auf Leinwand, 140 × 200 cm – expressives Landschaftsbild mit leuchtend rotem Baum im goldenen Herbstwald, pastose Malweise und starke Lichtwirkung
Herbert Lippert, „Die letzte Süße“, Öl auf Leinwand, 140 × 200 cm – expressives Landschaftsbild mit leuchtend rotem Baum im goldenen Herbstwald, pastose Malweise und starke Lichtwirkung – Mit freundlicher Genehmigung von: suppanfinearts / Suppan Fine Arts Wien

Zu jeder musikalischen Komposition entstehen zwei Bilder – eines abstrakt, eines figurativ. Jedes Werk versteht sich als visuelle Entsprechung von Musik. Während des Malprozesses begleitet ihn bevorzugt die Musik von Johann Sebastian Bach. Dessen Kompositionen verleihen ihm innere Ruhe und Freiheit.

„Ich weiß im Prinzip schon, was ich male – aber ich brauche Musik, um es zu malen“, beschreibt Lippert diesen schöpferischen Prozess.

Herbert Lippert, „Schatten“, Öl auf Leinwand, 160 × 120 cm – atmosphärische Waldlandschaft in Blau- und Grüntönen mit spiegelndem Wasser und expressiver, strukturreicher Malweise
Herbert Lippert, „Schatten“ (abstrakte Version), Öl auf Leinwand, 150 × 100 cm – expressive Figurenkomposition in tiefen Blau- und Türkistönen mit dynamischen Pinselspuren auf hellem Grund
Herbert Lippert, „Schatten“, Öl auf Leinwand, 160 × 120 cm – atmosphärische Waldlandschaft in Blau- und Grüntönen mit spiegelndem Wasser und expressiver, strukturreicher Malweise • Herbert Lippert, „Schatten“ (abstrakte Version), Öl auf Leinwand, 150 × 100 cm – expressive Figurenkomposition in tiefen Blau- und Türkistönen mit dynamischen Pinselspuren auf hellem Grund – Mit freundlicher Genehmigung von: suppanfinearts / Suppan Fine Arts Wien

Zu jedem Motiv entwickelt er eine abstrakte sowie eine figurative, teils postimpressionistisch anmutende Version. Beide Fassungen sind meist durch eine gemeinsame Farbigkeit verbunden und treten in einen lebendigen Dialog.

Die Ausstellung umfasst großformatige Werke im Format von 140 × 200 cm, kleinere Arbeiten mit 120 × 80 cm sowie Ölblätter in der Größe 70 × 50 cm.

Herbert Lippert ist als Kammersänger und Tenor international bekannt, wirkt jedoch ebenso intensiv als bildender Künstler. Neben seinem Musikstudium absolvierte er eine Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Adolf Frohner und Oswald Oberhuber.

Heute steht die Malerei gleichberechtigt neben – oder sogar im Zentrum – seines künstlerischen Schaffens. 2017 präsentierte er im Gustav-Mahler-Saal der Wiener Staatsoper erstmals eine Ausstellung, in der er Gesang und Malerei verband: Zu Franz Schuberts „Winterreise“ schuf er 24 Ölgemälde und ließ Klang und Bild zu einer ganzheitlichen Erfahrung verschmelzen.

„Der Klang der Farbe“ zeigt eindrucksvoll, wie Musik und Malerei in Lipperts Werk nicht als getrennte Disziplinen existieren, sondern als zwei gleichwertige Stimmen eines künstlerischen Gesamtausdrucks.

 

Und vielleicht verlassen wir diese Ausstellung ein wenig anders, als wir sie betreten haben. Vielleicht hören wir Farben und sehen Klänge. Herbert Lippert erinnert uns daran, dass Kunst keine Grenzen kennt – nur Übergänge.

Tags: Herbert Lippert, Malerei, Figuration, Abstraktion, Abstraktion und Figuration, Johann Sebastian Bach, Franz Schubert, Musik, Österreichische Künstler

Die Ausstellung ist von Dienstag bis Freitag jeweils von 11 bis 18 Uhr sowie am Samstag von 11 bis 14 Uhr geöffnet.