Ronny Delrue, Exhibition view „ENIGMA“, Nosbaum Reding, Brüssel 2024 – großformatige figurative Gemälde mit fragmentierten Köpfen in modernem Galerieraum mit Parkettboden und weißen Wänden
Ronny Delrue, Exhibition view „ENIGMA“, Nosbaum Reding, Brüssel 2024 – großformatige figurative Gemälde mit fragmentierten Köpfen in modernem Galerieraum mit Parkettboden und weißen Wänden – Mit freundlicher Genehmigung von: nosbaumreding.com / Galerie Nosbaum Reding

Wann: 07.03.2026 - 20.04.2026

Ronny Delrue öffnet mit „ENIGMA“ einen Raum, in dem Identität bröckelt wie Mauerwerk – und plötzlich steht man vor dem nackten Kern menschlicher Verletzlichkeit.

Vom 26. Februar bis 25. April 2026 wird „ENIGMA“ erlebbar. Die Vernissage findet am Donnerstag, 26. Februar um 18 Uhr statt. Am Samstag, 28. Februar um 16.30 Uhr folgt ein Artist Talk mit anschließender Buchsignierung – eine seltene Gelegenheit, dem Künstler in seiner gedanklichen Werkstatt zu begegnen.

Ronny Delrue ist ein Chronist innerer Erschütterungen und ein Architekt fragiler Identitäten. Seine Malerei und Zeichnung kreisen um die Fragilität menschlicher Existenz, um jene feinen Schwellenzustände zwischen Auftauchen und Verschwinden, zwischen Erinnerung und Auslöschung.

„Ronny Delrue is a keen observer of the vulnerabilities of human existence, and even more so of the varying thresholds of consciousness, stretched between appearance and disappearance.“

Ronny Delrue, Karel, 2013–2023, II, 2, 2023 – fragmentierte stehende Figur in Grau- und Blautönen mit schwarzen Punktmarkierungen, expressive Ölmalerei auf hellem Grund
Ronny Delrue, I, 1, 2023, Öl auf Leinwand, 200 x 150 cm – fragmentierte Figur mit roter Ziegelstruktur über dem Gesicht, abstrakte Formen und überlagerte Kreise vor hellem Hintergrund
Ronny Delrue, Karel, 2013–2023, II, 2, 2023 – fragmentierte stehende Figur in Grau- und Blautönen mit schwarzen Punktmarkierungen, expressive Ölmalerei auf hellem Grund • Ronny Delrue, I, 1, 2023, Öl auf Leinwand, 200 x 150 cm – fragmentierte Figur mit roter Ziegelstruktur über dem Gesicht, abstrakte Formen und überlagerte Kreise vor hellem Hintergrund – Mit freundlicher Genehmigung von: nosbaumreding.com / Galerie Nosbaum Reding

Seine Porträts erscheinen wie eine Galerie der Schatten. Köpfe lösen sich auf, Gesichter verlieren ihre Konturen, als würde Identität unter dem Druck unsichtbarer Kräfte zerfallen.

„His portraits are presented as a gallery of shadows that he paints and draws in an almost obsessive manner. Hollowed out or blurred, carried by the traces and reminiscences of memory, his canvases bear within them a number of tragic upheavals known as loss of identity, psychological confinement, episodes from our past and present histories.“

Farbe und Linie werden zu Fäden eines gemeinsamen Schicksals. Das Individuum tritt zurück, und plötzlich trägt ein einziges Gesicht alle Gesichter in sich – eine verdichtete Menschheit, reduziert auf eine fragile Silhouette.

„In Ronny Delrue's work, the threads of our destinies are linked by color and line. Its opaque heads, whose individuality fades away, then have the face, containing all faces, of humanity as a whole.“

Ronny Delrue, 19.09.2022, 20:23, 2022 – figurative Zeichnung mit dunkler, schirmartiger Form über einer reduzierten Gestalt, Tusche und zarte Farbakzente auf hellem Papier
Ronny Delrue, 2022, II, 1, 2022 – fragmentierte Büstenfigur mit roter Ziegelstruktur über Gesicht und Oberkörper, expressive Ölmalerei in Rot-, Grau- und Weißtönen auf Leinwand
Ronny Delrue, 19.09.2022, 20:23, 2022 – figurative Zeichnung mit dunkler, schirmartiger Form über einer reduzierten Gestalt, Tusche und zarte Farbakzente auf hellem Papier • Ronny Delrue, 2022, II, 1, 2022 – fragmentierte Büstenfigur mit roter Ziegelstruktur über Gesicht und Oberkörper, expressive Ölmalerei in Rot-, Grau- und Weißtönen auf Leinwand – Mit freundlicher Genehmigung von: nosbaumreding.com / Galerie Nosbaum Reding

In der rohen Geste der Farbflecken, in den archaisch anmutenden Linien liegt ein Rückgriff auf den Ursprung des Bildes selbst. Die Leinwand wird zur archäologischen Fläche, auf der Erinnerung, Trauma und Gegenwart sedimentieren.

„This universality is also reflected in the raw gestures that punctuate his paintings and recall the archaic lines of early representations. These blind spots in our vision thus bring us back to the origin of the image.“

Auch die Landschaften tragen diese stille Dramatik. Ein erschöpfter Baum beugt sich unter der Last seiner Früchte, eine romanische Kirche steht im Gegenlicht wie ein letzter Zeuge der Zeit. Delrue wirkt hier wie ein Archivar, der Fragmente sammelt, ordnet und neu beleuchtet.

„An archivist of time, Ronny Delrue's landscapes depict an exhausted tree bending under the weight of its fruit, a Romanesque church still standing against the backdrop of the sky. Ronny Delrue seeks to use lines to restore body and contours to our amnesia, like a glimmer of light mysteriously passing through a crack in a door.“

„ENIGMA“ ist damit mehr als eine Ausstellung. Es ist eine Einladung, den Blick zu verlangsamen, in jene blinden Winkel zu treten, in denen Identität, Erinnerung und Bild sich neu formieren. Zwischen Schatten und Licht entsteht ein Resonanzraum, in dem das Unsichtbare Form annimmt – still, eindringlich, unausweichlich.

Tags: Ronny Delrue, Landschaften, Porträtkunst, Malerei, ENIGMA, Zeichnungen

Mittwoch – Samstag 11:00 – 18:00 Uhr