Ende April 2026 wird ein Betonporsche aus der Serie Elf Elf (2006) im Hanuschhof auf dem sogenannten „Direktorinnenparkplatz“ einparken. Die tonnenschwere Skulptur konterkariert die Versprechen von Geschwindigkeit, Freiheit und individueller Verfügbarkeit, die mit dem Automobil verbunden sind. Im spezifischen Kontext des Hofes entfaltet die Arbeit darüber hinaus einen subtil ironischen Kommentar zu Fragen von Besitz, Privilegien und zur hierarchischen Organisation von Raum – insbesondere im Hinblick auf Parkflächen als Zeichen von Macht und Status.
Bechtolds Interventionen im öffentlichen Raum zeichnen sich stets durch ihre präzise Setzung aus: Der Betonporsche wirkt auf den ersten Blick vertraut und irritiert zugleich durch seine physische Präsenz und Materialität. Gerade diese Ambivalenz – zwischen Wiedererkennbarkeit und Verfremdung – ist zentral für Bechtolds künstlerische Strategie. Seine Arbeiten fordern dazu auf, alltägliche Symbole neu zu lesen und ihre gesellschaftlichen Bedeutungen zu hinterfragen.
Im Auditorium werden ergänzend Fotografien, Filme und serielle Arbeiten gezeigt, die den Betonporsche kontextualisieren und Bechtolds langjährige Auseinandersetzung mit dem Motiv des Autos sowie mit Fragen von Reproduktion, Serie und Dokumentation sichtbar machen. Diese Arbeiten verdeutlichen, dass der Betonporsche nicht als singuläres Objekt zu verstehen ist, sondern als Teil eines über Jahrzehnte entwickelten künstlerischen Denkraums.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Kuratiert von: Verena Kaspar-Eisert und Rolf H. Johannsen