Es ist ein Auftakt, der nicht leise beginnt. Prachenskys Leinwände schlagen auf wie Akkorde, sie wirbeln, sie spritzen, sie pulsieren. Titel wie „Korsika Bebop“, „Poseidon Stomp“ oder „Swing de Provence“ klingen nicht zufällig nach Musik – sie sind Kompositionen in Farbe. Das Rot ist kein dekoratives Element, es ist Haltung, Energie, Bewegung.
Von der frühen Gouache „Rouge sur Noir“ aus dem Jahr 1958 bis zu den großformatigen Arbeiten der 2000er-Jahre spannt sich ein Bogen, der die Konsequenz eines der prägenden Vertreter der österreichischen Nachkriegsabstraktion sichtbar macht. Prachensky malt nicht Landschaft, nicht Figur, nicht Narration – er malt Tempo. Seine Bilder entstehen aus der Geste, aus dem Schwung des Arms, aus einem inneren Takt, der sich unmittelbar auf die Leinwand überträgt.
Gerade in der konzentrierten Gegenüberstellung verschiedener Werkphasen wird deutlich, wie klar seine Bildsprache über Jahrzehnte hinweg blieb. Die Tuschearbeiten der 1970er-Jahre besitzen eine fast kalligrafische Präzision, während die späteren Leinwände in vibrierender Farbdichte geradezu physisch erfahrbar werden. Prachensky ist hier nicht nur präsent – er ist der rote Faden dieser Ausstellung in der Wiener Innenstadt.