Keyvisual zur Ausstellung „Japan de luxe“ im Museum Rietberg in Zürich: japanischer Surimono-Farbholzschnitt mit elegant gekleideter Frau im Kimono vor blauem Hintergrund und kalligrafischer Schrift, Edo-Zeit, 18.–19. Jahrhundert.
Japan de luxe – Surimono und japanische Farbholzschnitte im Museum Rietberg Zürich – Mit freundlicher Genehmigung von: rietberg / Museum Rietberg

Wann: 26.09.2025 - 12.07.2026

Das Museum Rietberg in Zürich präsentiert mit Japan de luxe eine faszinierende Ausstellung, die sich einer besonderen Gattung der japanischen Grafik widmet und damit die Faszination klassischer Farbholzschnitte des 18. und 19. Jahrhunderts in den Mittelpunkt rückt.

„Mit der Ausstellung Japan de luxe widmet sich das Museum Rietberg den Surimono, jener Sonderform des japanischen Farbholzschnitts, die im späten 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts entstand.“

In der sorgfältig kuratierten Schau wird deutlich, dass diese oft kleinformatigen Drucke weit mehr sind als dekorative Objekte: „Diese Farbholzschnitte sind aber alles andere als nur «gedruckte Dinge», wie Surimono wörtlich übersetzt heisst. Kunstvoll gestaltet, aufwändig gedruckt auf hochwertigem, ungeleimtem hōsho-Papier ist jedes Blatt ein Gesamtkunstwerk.“

Shuntei, Kurtisane mit zwei Begleiterinnen, Japan, Edo-Zeit, um 1825, Museum Rietberg
Totoya Hokkei, Asahina Saburō spielt mit einem kleinen Dämon, Japan, Edo-Zeit, 1823, Museum Rietberg
Shuntei, Kurtisane mit zwei Begleiterinnen, Japan, Edo-Zeit, um 1825, Museum Rietberg • Totoya Hokkei, Asahina Saburō spielt mit einem kleinen Dämon, Japan, Edo-Zeit, 1823, Museum Rietberg – Mit freundlicher Genehmigung von: rietberg / Museum Rietberg

Die Surimono entstanden in limitierten Auflagen von oft nur wenigen Dutzend Exemplaren und waren exklusive Auftragsarbeiten des urbanen Bürgertums. In ihnen spiegeln sich nicht nur ästhetische Vorliebe, sondern auch kulturelle Codes und gesellschaftliche Nuancen der damaligen Zeit: „In kleinen Auflagen von 50 bis 500 Exemplaren gedruckt, entstanden sie als exklusive Auftragsarbeiten im städtischen bürgerlichen Milieu. Häufig waren sie auch Statussymbole für einen erlesenen Kreis und können als Spiegelbild der damaligen Gesellschaft betrachtet werden.“

Saisonale Feste, private Lebensereignisse oder bedeutende kulturelle Anlässe bildeten oft den Anlass für ihre Herstellung. Dabei faszinierten Surimono nicht nur durch ihre kunstvolle Ausführung, sondern auch durch die poetischen Texte und subtilen Symboliken in Bild und Vers, die in jedem Exemplar verwoben sind: „Saisonale Feste, private oder berufliche Veränderungen sowie besondere kulturelle Ereignisse boten Gelegenheiten für die Anfertigung dieser luxuriösen Grusskarten.“

Die Ausstellung zeigt mehr als hundert dieser seltenen Arbeiten, die überwiegend aus der bedeutenden Schenkung von Gisela Müller und Erich Gross stammen und erstmals öffentlich zu sehen sind. Besucher sind eingeladen, die filigrane Eleganz, die poetische Tiefe und die verborgenen Botschaften dieser japanischen Meisterwerke zu entdecken und ihre Bedeutung im kulturellen Kontext neu zu erleben: „Die Ausstellung zeigt über 100 Blätter, die hauptsächlich aus der Schenkung von Gisela Müller und Erich Gross stammen und erstmals öffentlich zu sehen sind.“ 

Japan de luxe bietet nicht nur einen Einblick in die künstlerische Vielfalt der Surimono, sondern öffnet auch ein Fenster in die gedankliche Welt und ästhetischen Sensibilität des historischen Japan, wo Bildkunst und Literatur eine enge, verschlungene Beziehung eingingen. Die Präsentation im Museumsraum regt damit zur Reflexion über die Grenzen von Kunst und Kommunikation an und macht ein Stück kulturelles Erbe lebendig und erfahrbar.

Tags: Surimono, Japanische Kunst, Japanische Farbholzschnitt, Asiatische Kunst, Druckgrafik, Holzschnitt

Montags ist das Museum Rietberg geschlossen. Von Dienstag bis Sonntag ist es von 10 bis 17 Uhr geöffnet, am Mittwoch bis 20 Uhr.