Die Ausstellung im Haus Konstruktiv zeigt auch diese konzeptuellen Grundlagen in Vitrinen. Viele Gemälde wurden erst nach 1960 ausgeführt; die zeitliche Distanz zwischen Idee und Realisation dokumentiert sich in Doppeldatierungen – manchmal ergänzt um eine dritte Zahl, die auf Variationen desselben Systems verweist.
Von frühen Werken wie Abwandlung einer Figur oder Dynamische Konstruktion (1942), die noch frei schwebende geometrische Formen zeigen, über Vertikaler Rhythmus bis hin zu komplexen seriellen Reihenthemen entfaltet sich eine beeindruckende Entwicklung. Die grossformatigen Variationen A, B und C des Seriellen Reihenthemas in achtzehn Farben – erstmals 1982 auf der documenta präsentiert – gelten als Höhepunkt dieser Phase. Raster aus 108 Quadraten, sechs Reihen, achtzehn Farbtöne, alle in strenger Mengengleichheit organisiert: Malerei als offenes, bewegliches System, das Raum und Betrachter einbezieht.
Auch die späten Arbeiten wie Waagrechte Dominante mit violettem Quadrat oder Werke aus der Serie Neun Quadrate zeigen eine Verdichtung seines modularen Prinzips. 1988 wurden sie in den USA präsentiert – zunächst in Marfa in der von Donald Judd gegründeten Chinati Foundation, später in New York.
Gemeinsam mit Max Bill, Camille Graeser und Verena Loewensberg gehörte Lohse zum Kern der Zürcher Konkreten. Internationale Ausstellungen – von Amsterdam über São Paulo bis Venedig und Kassel – machten ihn zu einer prägenden Figur der Nachkriegsavantgarde.