Im Kontrast zur Monumentalität dieser Installation steht Untitled (2026), ein kleines schwarzes Keramikbild mit drei silbrig schimmernden orbitalen Formen. Die reduzierte visuelle Syntax lenkt den Blick auf Raum, Volumen und Wahrnehmung und schafft einen Moment konzentrierter Intimität.
Zentral für die Ausstellung sind Gemälde und Zeichnungen aus Pendletons Werkgruppen Black Dada und Days. Seine Arbeiten beginnen auf Papier mit Tropfen, Spritzern, Sprayfarbe, geometrischen Formen und Wortfragmenten. Diese Zeichen werden fotografiert und anschließend im Siebdruckverfahren auf schwarze Leinwand übertragen. Malerei erscheint dabei nicht als statisches Objekt, sondern als Prozess von Übersetzung, Transformation und fortlaufendem Denken.
Ein weiterer Pavillon zeigt die Videoarbeit Resurrection City Revisited (Who Owns Geometry Anyway?) (2024–25), die Archivmaterial des Protestlagers „Resurrection City“ aus dem Jahr 1968 mit einer Lesung von Amiri Barakas Gedicht I Love Music: For John Coltrane (1982) verbindet.
Kuratiert von Nadim Samman entfaltet sich Can I Be? im Dialog mit der Architektur von Tadao Ando als präzise komponierte Ausstellung über Erinnerung, politische Geschichte und die Möglichkeiten abstrakter Form.
Adam Pendleton wurde 1984 in Richmond, Virginia, geboren. Seine Arbeiten wurden weltweit gezeigt, unter anderem im Museum of Modern Art in New York, im Whitney Museum of American Art, im Guggenheim Museum, im mumok in Wien und in der Pinakothek der Moderne in München. 2024 erhielt er den Rosenthal Family Foundation Award for Painting der American Academy of Arts and Letters.