Lehmpfuhls Malerei entsteht unter freiem Himmel, im direkten Kontakt mit Wind, Wetter und Topografie. Seine pastosen Farbaufträge verdichten sich zu reliefartigen Oberflächen, die das Motiv nicht abbilden, sondern in eine physische Präsenz überführen. Horizonte geraten in Bewegung, Uferlinien flirren, Himmelsschichten brechen auf – alles ist im Fluss, alles ist Energie.
Dabei wird die Donau nicht nur geografisch erfahrbar, sondern als atmosphärisches Gefüge, als pulsierender Organismus. Die Farbe selbst wird zum Träger von Zeit, Temperatur und Licht. In dieser unmittelbaren Übersetzung der Natur in Malerei liegt die eigentliche Kraft seines Werks: eine radikale Gegenwärtigkeit, die sich jeder Distanz entzieht und den Betrachter unmittelbar in ihren Bann zieht.