Ariana Papademetropoulos Glass Slipper Aquarium Installation Frau im Wassertank mit Fischen
Ariana Papademetropoulos Glass Slipper Aquarium Installation Frau im Wassertank mit Fischen – Mit freundlicher Genehmigung von: ropac / Galerie Thaddaeus Ropac Marais

Wann: 07.03.2026 - 11.04.2026

Ariana Papademetropoulos entfesselt mit „Glass Slipper“ eine schwindelerregende Parallelwelt, in der das Vertraute kippt und das Unsichtbare zu pulsieren beginnt.

Mit ihrer ersten Einzelausstellung in Frankreich verwandelt die Künstlerin die Räume von Thaddaeus Ropac Paris Marais in ein poetisch aufgeladenes Spannungsfeld aus Malerei, Skulptur und Installation. Im Zentrum steht ein Aquarium, durchzogen von einem schimmernden Schwarm sogenannter „kissing fish“, das den Blick destabilisiert und den gesamten Raum in einen Zustand fließender Wahrnehmung versetzt.

Ariana Papademetropoulos schwebende Stühle und Louis XV Sessel in vulkanischen Wolken Glass Slipper Gemälde Paris
Ariana Papademetropoulos schwebende Stühle und Louis XV Sessel in vulkanischen Wolken Glass Slipper Gemälde Paris – Mit freundlicher Genehmigung von: ropac / Galerie Thaddaeus Ropac Marais

Rings um dieses lebendige Zentrum entfalten sich großformatige Gemälde, die Innen- und Außenräume kollabieren lassen. Möbelstücke – kariert gepolsterte Stühle, Sessel im Louis-XV-Stil – tauchen aus vulkanischen Gaswolken auf, schweben über brodelnder Lava oder werden in Strudel gezogen, die an den ikonischen Beginn von The Wizard of Oz erinnern. Das vermeintlich sichere Zuhause wird hier von Naturgewalten und Traumlogiken überrollt. Der Mensch fehlt – und ist gerade dadurch umso präsenter.

„portals“, schwebend „zwischen festen und flüssigen Zuständen, sich verhaltend wie Membranen oder Schwellen, an denen ein Wahrnehmungsregime in ein anderes übergeht.“

Diese Malerei versteht sich als Durchgangsraum, als fragile Grenze zwischen Realität und Imagination. Das Aquarium verstärkt diesen Effekt: Bewegung, Licht und Reflexion verwandeln die Betrachtung selbst in ein Ereignis. Wer sich in die Installation hineinbegibt, verliert die gewohnte Perspektive und wird Teil eines sensoriellen Experiments, das auf Jakob von Uexkülls Konzept des „Umwelt“ verweist – auf die Möglichkeit anderer Wirklichkeiten jenseits des menschlichen Blicks.

Ein märchenhafter Unterton durchzieht die Ausstellung. Der Titel verweist auf Aschenputtels gläsernen Schuh, während das Aquarium an Schneewittchens gläsernen Sarg erinnert. Beobachter und Beobachteter, Aktivität und Passivität verschränken sich zu einer irritierenden Gleichzeitigkeit.

Ariana Papademetropoulos Water Based Treatment 2026 Aquarium Installation Person liegt im Wassertank mit Fischen und Kopfhörern
Ariana Papademetropoulos Psychic Specific 2026 Vintage Telefon Skulptur Frau hört Gespräch Installation Glass Slipper
Ariana Papademetropoulos Water Based Treatment 2026 Aquarium Installation Person liegt im Wassertank mit Fischen und Kopfhörern • Ariana Papademetropoulos Psychic Specific 2026 Vintage Telefon Skulptur Frau hört Gespräch Installation Glass Slipper – Mit freundlicher Genehmigung von: ropac / Galerie Thaddaeus Ropac Marais

Gleichzeitig öffnet sich ein intimer, beinahe okkulter Raum: Skulpturale Vintage-Telefone laden dazu ein, Gespräche zwischen der Künstlerin und ihrem Medium mitzuhören. Daneben erscheinen Gemälde explodierender Mikrowellen – alltägliche Objekte, deren verborgene Prozesse sich der direkten Wahrnehmung entziehen. Hitze, Druck, Aufladung und Entladung spiegeln sich in den glühenden Erdspalten der Bilder.

Hier öffnet Papademetropoulos eine unerwartete Verbindung zur Quantenphysik:

„spukhafte Fernwirkung“

Ausgehend von Albert Einsteins berühmter Formulierung übersetzt sie Begriffe wie Verschränkung und Unschärfe in visuelle und erzählerische Situationen des Alltags. Verbindungen entstehen über Distanz hinweg, Kräfte wirken unsichtbar, und je näher man hinsieht, desto mehr entzieht sich die Welt der eindeutigen Deutung.

Ariana Papademetropoulos Jupiter and Io 2026 Dampfgestalt aus Kochtopf surreale Figur in blauer Küche Malerei
Ariana Papademetropoulos Jupiter and Io 2026 Dampfgestalt aus Kochtopf surreale Figur in blauer Küche Malerei – Mit freundlicher Genehmigung von: ropac / Galerie Thaddaeus Ropac Marais

Ein besonders eindrückliches Beispiel ist das Gemälde Jupiter and Io (2026), in dem sich aus dem Dampf eines kochenden Topfes ein flüchtiges Liebespaar formt, das im nächsten Moment wieder zerfällt. Die Referenz an Antonio da Correggio verschiebt sich hier in einen Zustand zwischen Erotik und Erscheinung, zwischen Körper und Auflösung.

Am Ende bleibt eine leise, aber nachhaltige Verschiebung: Glass Slipper untersucht die verborgene Fremdheit des Alltäglichen und legt offen, was die Künstlerin als „Bruchlinien der Imagination“ bezeichnet – jene unsichtbaren Risse, durch die eine andere Wirklichkeit in unsere eigene eindringt – leise, aber unumkehrbar.

 

Ariana Papademetropoulos Porträt vor Gemälde mit schwebenden Stühlen Atelier Szene Glass Slipper Künstlerin
Ariana Papademetropoulos Porträt vor Gemälde mit schwebenden Stühlen Atelier Szene Glass Slipper Künstlerin – Mit freundlicher Genehmigung von: ropac / Galerie Thaddaeus Ropac Marais
Ariana Papademetropoulos tritt als eine der faszinierendsten Stimmen ihrer Generation hervor – eine Künstlerin, die zwischen Traum, Ritual und Realität ihre ganz eigene Bildsprache entfaltet.

Geboren 1990 in Kalifornien, wo sie bis heute lebt und arbeitet, verbindet Papademetropoulos in ihrem Werk unterschiedliche kulturelle und ästhetische Einflüsse. Ihre Ausbildung führte sie an das California Institute of the Arts (CalArts) sowie an die Universität der Künste in Berlin – zwei prägende Stationen, die ihre künstlerische Entwicklung nachhaltig formten.

Früh zeigte sich ihre kuratorische wie konzeptuelle Stärke: 2014 war sie Co-Kuratorin der Ausstellung „Veils“ im Underground Museum in Los Angeles. Seither hat sich ihre Arbeit international etabliert und wurde in bedeutenden institutionellen Kontexten präsentiert, darunter bei Manifesta 13 in Marseille (2020), in der Villa Medici in Rom (2024–25) sowie im Centre Pompidou-Metz im Rahmen der Ausstellung „Copistes“, die in Zusammenarbeit mit dem Musée du Louvre realisiert und von Donatien Grau und Chiara Parisi kuratiert wurde (2025–26).

Auch im filmischen Medium erweitert Papademetropoulos ihre künstlerische Praxis: 2023 wurde ihr Film „Mon Seul Désir“ im Programm „Regards du Louvre“ im Musée du Louvre in Paris gezeigt – ein weiterer Beleg für die wachsende institutionelle Aufmerksamkeit gegenüber ihrem Werk.

Im Jahr 2024 präsentierte die Galerie ihre Arbeiten erstmals in Paris im Rahmen der Gruppenausstellung „Re-enchantment“ bei Thaddaeus Ropac Paris Pantin und positionierte sie damit klar im internationalen Diskurs zeitgenössischer Kunst.

Heute ist Ariana Papademetropoulos nicht nur auf Ausstellungen weltweit vertreten, sondern auch in bedeutenden Sammlungen verankert, darunter das Los Angeles County Museum of Art, die Marciano Art Foundation in Los Angeles sowie das Institute of Contemporary Art in Miami – Institutionen, die ihre Relevanz und nachhaltige Präsenz im globalen Kunstgeschehen unterstreichen.

Glass Slipper von Ariana Papademetropoulos bei Thaddaeus Ropac Paris Marais zählt zu den eindringlichsten Ausstellungen der Saison – ein immersives Erlebnis zwischen Traum, Wahrnehmung und Realität, das man in Paris nicht verpassen sollte.

Tags: Ariana Papademetropoulos, Ausstellung Paris, Zeitgenössische Kunst, Installation, Malerei, Skulptur, Galerie Paris

Dienstag – Samstag: 10:00 – 19:00 Uhr
Sonntag & Montag: geschlossen