Julius Wilhelm Blume, Weiblicher Akt, 1987, Öl auf Hartfaserplatte, 113 × 77 cm, figurative Abstraktion, opulenter weiblicher Akt in geometrischer Farbkomposition, (c) Künstler
Julius Wilhelm Blume, Weiblicher Akt, 1987, Öl auf Hartfaserplatte, 113 × 77 cm, figurative Abstraktion, opulenter weiblicher Akt in geometrischer Farbkomposition, (c) Künstler – Mit freundlicher Genehmigung von: office@kunsthandelwidder.com / Galerie Lehner Wien

Wann: 13.03.2026 - 10.04.2026

Die Ausstellung in der Galerie Lehner widmet sich der spannungsvollen Beziehung zwischen Figuration und Abstraktion und rückt mit Franz Ecker eine Position ins Zentrum, die den menschlichen Körper als Ausgangspunkt malerischer Transformation versteht. Im Dialog mit Arbeiten von Julius Wilhelm Blume und Roland Goeschl entfaltet sich ein facettenreicher Blick auf die figurative Abstraktion, die sich zwischen Körperlichkeit, Zeichenhaftigkeit und emotionaler Verdichtung bewegt.

Weitere Werke in der Ausstellung stammen von Maria Corte, Mela Diamant, Robert Hammerstiel, Birgit Jürgenssen, Peter Kodera, Franka Lechner, Curt Stenvert, Felix Waske und Michael Vonbank u. a.

Das Titelbild von Julius Wilhelm Blume, Weiblicher Akt (1987), führt unmittelbar in diese Thematik ein. Es zeigt einen opulenten weiblichen Akt mit ausgeprägten Proportionen in lasziver, zugleich jedoch abstrahierter Darstellung. Der Körper ist in farbintensive, geometrisch verschränkte Flächen aufgelöst, die sich überlagern und eine spannungsreiche Komposition bilden. Das Gesicht mit seinen markanten, mandelförmigen Augen bleibt als ruhender Pol erhalten, während der übrige Körper zwischen sinnlicher Präsenz und formaler Fragmentierung oszilliert. Warme Gelb-, Rot- und Ockertöne dominieren die Bildfläche und verleihen der Darstellung eine dichte, beinahe pulsierende Atmosphäre, die den Akt zugleich körperlich erfahrbar und als malerische Konstruktion sichtbar macht.

 

Franz Ecker, Ohne Titel, 1969, Aquarell, 52 × 36 cm, figurative Abstraktion, stilisierte weibliche Figur in geometrischer Komposition mit farbintensiven Flächen
Franz Ecker, Ohne Titel, 1969, Aquarell, 52 × 36 cm, figurative Abstraktion, stilisierte weibliche Figur in geometrischer Komposition mit farbintensiven Flächen – Mit freundlicher Genehmigung von: office@kunsthandelwidder.com / Galerie Lehner Wien

Franz Ecker, Ohne Titel, 1969
Die Aquarellarbeit zeigt eine stilisierte weibliche Figur, die in ein Gefüge aus klar abgegrenzten, farbintensiven Flächen eingebettet ist. Geometrische Formen und organische Linien überlagern sich und erzeugen eine spannungsreiche Balance zwischen Figur und Abstraktion. Die reduzierte Gesichtsdarstellung wirkt distanziert und ikonisch zugleich. Durch die transparente Farbigkeit des Aquarells entsteht eine leichte, beinahe schwebende Bildwirkung.

 

Roland Goeschl, Ohne Titel, 1960, Kupfer getrieben, 38 × 55 cm, Relief mit stilisierten stehenden Figuren in serieller Anordnung, plastische Oberflächenstruktur
Roland Goeschl, Ohne Titel, 1960, Kupfer getrieben, 38 × 55 cm, Relief mit stilisierten stehenden Figuren in serieller Anordnung, plastische Oberflächenstruktur – Mit freundlicher Genehmigung von: office@kunsthandelwidder.com / Galerie Lehner Wien

Roland Goeschl, Ohne Titel, 1960
Das getriebene Kupferrelief zeigt schemenhaft angedeutete, aufrecht stehende Figuren, die dicht nebeneinander angeordnet sind. Die Körper verschmelzen zu einer rhythmischen Struktur, in der Individualität zugunsten kollektiver Präsenz zurücktritt. Die unregelmäßige Oberfläche fängt das Licht unterschiedlich ein und verstärkt die plastische Wirkung. So entsteht ein eindrucksvolles Wechselspiel zwischen Materialität und figürlicher Verdichtung.

Die Ausstellung in der Galerie Lehner in Wien bietet einen konzentrierten Einblick in die Entwicklung der figurativen Abstraktion und zeigt, wie vielfältig und zeitlos die Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper in der Kunst geblieben ist.

 

Tags: Abstraktion und Figuration, Figuration, Abstraktion, Malerei, Skulpturen, Aquarell, Aquarelle, Aquarellist, Zeitgenössische Kunst, Österreichische Künstler, Franz Ecker, Julius Wilhelm Blume, Roland Goeschl

Di - Fr: 14h-18h, Sa: 10h-13h