Die Ausstellung in der Galerie Lehner widmet sich der spannungsvollen Beziehung zwischen Figuration und Abstraktion und rückt mit Franz Ecker eine Position ins Zentrum, die den menschlichen Körper als Ausgangspunkt malerischer Transformation versteht. Im Dialog mit Arbeiten von Julius Wilhelm Blume und Roland Goeschl entfaltet sich ein facettenreicher Blick auf die figurative Abstraktion, die sich zwischen Körperlichkeit, Zeichenhaftigkeit und emotionaler Verdichtung bewegt.
Weitere Werke in der Ausstellung stammen von Maria Corte, Mela Diamant, Robert Hammerstiel, Birgit Jürgenssen, Peter Kodera, Franka Lechner, Curt Stenvert, Felix Waske und Michael Vonbank u. a.
Das Titelbild von Julius Wilhelm Blume, Weiblicher Akt (1987), führt unmittelbar in diese Thematik ein. Es zeigt einen opulenten weiblichen Akt mit ausgeprägten Proportionen in lasziver, zugleich jedoch abstrahierter Darstellung. Der Körper ist in farbintensive, geometrisch verschränkte Flächen aufgelöst, die sich überlagern und eine spannungsreiche Komposition bilden. Das Gesicht mit seinen markanten, mandelförmigen Augen bleibt als ruhender Pol erhalten, während der übrige Körper zwischen sinnlicher Präsenz und formaler Fragmentierung oszilliert. Warme Gelb-, Rot- und Ockertöne dominieren die Bildfläche und verleihen der Darstellung eine dichte, beinahe pulsierende Atmosphäre, die den Akt zugleich körperlich erfahrbar und als malerische Konstruktion sichtbar macht.