Maria und Natalia Petschatnikov verwandeln mit „Berlin, A Rough Cut“ die BBA Gallery in ein vibrierendes filmisches Fragment der Großstadt – ein erster Schnitt, roh, poetisch und voller urbaner Intensität.
In einer großen Regenpfütze spiegelt sich ein weißer Sessel, dahinter ein Fahrrad, verlassen im Stadtraum. Links davon ein weiteres Fahrrad sowie ein Regal mit einem Karton – Spuren eines Alltags, der bereits weitergezogen ist. Im Hintergrund öffnet sich der Keller eines Gründerzeithauses, still und unscheinbar. Die Szene erzählt von einer vertrauten Praxis urbanen Lebens: Möbel werden vor die Tür oder ein Stück abseits gestellt, um sie loszuwerden. Zwischen Entsorgung und Weitergabe entsteht ein Moment, in dem Dinge ihren Besitzer wechseln.
Mit ihrer Ausstellung „Berlin, A Rough Cut“ entwerfen Maria und Natalia Petschatnikov ein visuelles Storyboard des städtischen Lebens, das sich bewusst jeder linearen Erzählung entzieht. Der Titel verweist auf den filmischen Rohschnitt – jenes erste Zusammenfügen von Szenen, in dem Bedeutung erst entsteht. Genau hier setzen die Künstlerinnen an: Sie montieren Fragmente, Objekte und Beobachtungen zu einer offenen Erzählung, die sich zwischen Dokumentation und Fiktion bewegt. Ihre Praxis beschreiben sie selbst als „Anthropologen des Alltäglichen“, die die Straßen Berlins als fortlaufendes Forschungsfeld begreifen.