Mit „Frühlingserwachen“ zeigt Kordas eine ungewohnt farbintensive, mitunter heitere, gleichwohl tiefgründige Facette ihres Schaffens. Pastelltöne begegnen leuchtendem Blau, vibrierendem Gelb und markanten Schwarzakzenten. Diese chromatische Dramaturgie fängt die unbändige Energie des Frühlings ein: das Rauschhafte, das Bunte, das Überbordende. Formen wirbeln wie Konfetti durch den Bildraum, changieren zwischen Verdichtung und Auflösung, Euphorie und Kontrollverlust. Linien scheinen sich zu lösen, um sich im nächsten Moment neu zu formieren. So übersetzt Kordas das Flüchtige des Augenblicks in eine nachhaltige visuelle Erfahrung – roh in der Geste, offen im Ausdruck und zugleich von formaler Präzision getragen.
Das Gesamtwerk der Künstlerin kreist um Rauschzustände, Transformationsprozesse und die Fragilität des Menschseins. Ihre Bildsprache ist expressiv und emotional aufgeladen, zugleich konzeptionell reflektiert. Zwischen individueller Erfahrung und kollektiver Erinnerung, zwischen gesellschaftlicher Resonanz und poetischer Abstraktion entstehen vielschichtige Kompositionen. Sie berühren nicht nur, sie fordern heraus; sie konfrontieren den Betrachter mit Übergängen – mit Schwellenmomenten, in denen Identität, Gefühl und Wahrnehmung in Bewegung geraten. Kordas’ zentrales Anliegen bleibt dabei unverkennbar: innere Zustände sichtbar zu machen und seelische Metamorphosen erfahrbar werden zu lassen.
Die Ausstellung findet im Rahmen der Reihe „KUNST IM FOYER DER LV 1871“ in München statt. Im Kunstfoyer der Lebensversicherung von 1871 werden in regelmäßigen Abständen öffentlich zugängliche Ausstellungen mit Werken renommierter Künstlerinnen und Künstler sowie vielversprechender Nachwuchspositionen präsentiert.