William Kentridge wird in der Kunsthalle Praha erstmals in Tschechien mit einer umfassenden Ausstellung präsentiert und zeigt mit „The Battle Between YES and NO“ ein Werk, das Zeichnung, Film, Performance und Installation zu einer vielschichtigen künstlerischen Sprache verbindet.
Die Ausstellung, kuratiert von Christelle Havranek, entfaltet sich als räumliche Komposition und führt durch zentrale Werkphasen des südafrikanischen Künstlers. Von frühen animierten Filmen der Serie „Drawings for Projection“ bis hin zu aktuellen Arbeiten entsteht ein Panorama, das Kentridges künstlerische Entwicklung über mehrere Jahrzehnte hinweg sichtbar macht.
William Kentridge, geprägt durch seine Herkunft aus Johannesburg während der Apartheid und ein familiäres Umfeld, das sich für soziale Gerechtigkeit engagierte, entwickelte eine Praxis, die politische, historische und persönliche Fragestellungen miteinander verbindet. Seine Arbeiten reflektieren die Spannungen Südafrikas und öffnen zugleich einen universellen Bildraum, der Themen wie Erinnerung, Sprache, Exil und Identität verhandelt.
Im Zentrum der Ausstellung steht der Titel „The Battle Between YES and NO“, der auf frühe Druckgrafiken und Animationen verweist, in denen Kentridge spielerisch mit Gegensätzen arbeitet. Affirmation und Verneinung verschmelzen zu „Noise“ und werden zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Untersuchung, die sich konsequent gegen eindeutige Lesarten stellt.
Die Präsentation folgt Kentridges Interesse an Prozessen und Fragmenten. Zeichnung, Bewegung und Projektion treten in Beziehung zueinander und erzeugen eine visuelle Dramaturgie, die sich zwischen Improvisation und präziser Konstruktion bewegt. Dabei wird deutlich, wie sehr seine Arbeiten auf Offenheit und Mehrdeutigkeit angelegt sind und sich festen Interpretationen entziehen.
Neben internationalen Leihgaben zeigt die Ausstellung auch Arbeiten aus der Sammlung der Kunsthalle Praha sowie neu entstandene Werke, die speziell für den Ausstellungsort entwickelt wurden. Dazu gehören unter anderem Installationen wie „To Cross One More Sea“ sowie jüngste Arbeiten wie „A Letter to Felice“, die Kentridges fortlaufende Auseinandersetzung mit Themen wie Migration, Erinnerung und politischer Realität fortsetzen.
Die Ausstellung unterstreicht die Bedeutung von William Kentridge als einer der einflussreichsten Künstler der Gegenwart. Sie macht sichtbar, wie sich in seinem Werk individuelle Erfahrung, historische Reflexion und künstlerische Experimentierfreude zu einer eigenständigen Bildsprache verbinden, die bis heute nichts an Aktualität verloren hat.