Alfred Ehrhardt bei Dreharbeiten in Schweden 1950 mit Filmkamera Bauhaus Fotograf Filmemacher
Alfred Ehrhardt bei Dreharbeiten in Schweden 1950 mit Filmkamera Bauhaus Fotograf Filmemacher – Mit freundlicher Genehmigung von: aestiftung.de / Alfred Ehrhardt Stiftung Berlin

Wann: 18.04.2026 - 05.07.2026

Alfred Ehrhardt eröffnet mit „Filme wie noch nie“ in der Ausstellung Berlin einen Blick auf ein Werk, das zwischen Bauhaus, Wissenschaft und filmischer Abstraktion eine eigenständige Sprache entwickelt hat. Die Ausstellung zeigt sich als präzise gesetzter Ort, an dem kunsthistorische Linien nicht nur bewahrt, sondern neu gelesen werden. In der Alfred Ehrhardt Stiftung richtet sich der Fokus auf einen Künstler, der zwischen Fotografie und Film eine bis heute wirksame Position entwickelte.

„Filme wie noch nie. Alfred Ehrhardt – Bauhäusler und Filmemacher“ versammelt Arbeiten aus mehreren Jahrzehnten und stellt sie in einen Zusammenhang, der über die reine Präsentation hinausgeht. Ehrhardt erscheint als Filmemacher, der Natur nicht abbildet, sondern ordnet. Muscheln, Landschaften und Strukturen werden zu Studien einer Formensprache zwischen wissenschaftlicher Beobachtung und Abstraktion.

Alfred Ehrhardt Portwein 1960 Szenenabfolge 35mm Filmkader Filmstill experimenteller Film
Alfred Ehrhardt Portwein 1960 Szenenabfolge 35mm Filmkader Filmstill experimenteller Film – Mit freundlicher Genehmigung von: aestiftung.de / Alfred Ehrhardt Stiftung Berlin

Erstmals rückt die Stiftung das filmische Werk konsequent ins Zentrum. Mehr als 60 Filme hat Ehrhardt realisiert – ein Œuvre, das lange im Schatten seiner Fotografien stand. Eine Auswahl von rund 20 Kurz- und Langfilmen wird parallel präsentiert und macht zentrale Motive und Arbeitsweisen sichtbar.

Besonders die Arbeiten zwischen 1933 und 1950 zeigen eine Bildsprache, die vom Bauhaus geprägt ist und zugleich eine eigene, reduzierte Klarheit entwickelt. Studien zu Form und Bewegung verdichten sich zu einer stillen, konzentrierten Ästhetik.

Alfred Ehrhardt filmt Kreuzgang Batalha Portugal 1952 Filmkamera Bauhaus Fotograf Architektur
Alfred Ehrhardt filmt Kreuzgang Batalha Portugal 1952 Filmkamera Bauhaus Fotograf Architektur – Mit freundlicher Genehmigung von: aestiftung.de / Alfred Ehrhardt Stiftung Berlin
„Nicht ausgespart bleiben die problematischen Kapitel. Mit „Urkräfte am Werk“ (D 1937/39), seinem 2024 wiederentdeckten Erstlingsfilm, und dem Propagandafilm „Flanderns germanisches Gesicht“ (D 1941), wird Ehrhardts filmisches Schaffen auch im historischen Kontext seiner Zeit verhandelt.“

Archivmaterialien, Fotografien und Dokumente ergänzen die Präsentation und eröffnen Einblicke in eine Arbeitsweise, die Film als eigenständige künstlerische Struktur begreift. Begleitend erscheinen Publikation und Veranstaltungsprogramm.

So entsteht ein konzentriertes Bild eines Künstlers, dessen Werk sich leise entfaltet und gerade darin eine bemerkenswerte Konsequenz zeigt.

Die Ausstellung in der Alfred Ehrhardt Stiftung in Berlin ist bis Juli 2026 zu sehen und wird durch ein begleitendes Programm mit Vorträgen und Führungen ergänzt. Sie bietet eine konzentrierte Annäherung an das filmische Werk eines Bauhaus-Schülers, dessen Arbeiten Fotografie, Wissenschaft und Film in eine eigenständige künstlerische Form überführen. Die Ausstellung Berlin fügt sich damit in eine Reihe von Positionen ein, die das Verhältnis von Bild, Struktur und Wahrnehmung neu befragen und in einen kunsthistorischen Zusammenhang stellen.

Tags: Alfred Ehrhardt, Bauhaus, Fotografie, Filmkunst, Kunstgeschichte, Film, Filmkunst, Ausstellung Deutschland

Di–So 11–18 Uhr
An Feiertagen geschlossen