Robert Rauschenberg CORE Poster 1965 New School Art Collection New York
Robert Rauschenberg CORE Poster 1965 New School Art Collection New York – Mit freundlicher Genehmigung von: newschool.edu / Vera List Center

Wann: 19.02.2026 - 04.01.2027

Mit dem „CORE Poster“ von 1965 verdichtet sich Robert Rauschenbergs künstlerisches Denken zu einem Moment, in dem Kunst unmittelbar in gesellschaftliche Realität eingreift. Entstanden im Kontext der Bürgerrechtsbewegung und der Märsche von Selma nach Montgomery, wird das Werk zu mehr als einer bildnerischen Arbeit – es wird zu einem Instrument politischer Teilhabe.

Das Poster wurde für den Congress of Racial Equality entwickelt, mit dem klaren Ziel, durch seinen Verkauf finanzielle Unterstützung für die Bewegung zu generieren. In einer Auflage von 200 Exemplaren realisiert, markiert es einen der ersten bewussten Schritte Rauschenbergs, seine künstlerische Position gezielt in den Dienst politischer Anliegen zu stellen.

Robert Rauschenberg CORE Poster 1965 Bürgerrechtsbewegung
Robert Rauschenberg CORE Poster 1965 Bürgerrechtsbewegung – Mit freundlicher Genehmigung von: newschool.edu / Vera List Center
Dass diese Ausstellung gerade jetzt realisiert wird, ist kein Zufall, sondern eine bewusste Setzung. In einer Gegenwart, die von medialer Verdichtung, politischer Spannung und einer nahezu ununterbrochenen Bilderflut geprägt ist, erscheint Rauschenbergs Werk mit neuer Dringlichkeit.

Seine Arbeiten, die bereits in den 1960er-Jahren die Mechanismen von Information, Öffentlichkeit und visueller Überlagerung reflektierten, treffen heute auf eine Realität, in der diese Fragen erneut an Schärfe gewonnen haben. Gleichzeitig fügt sich die Ausstellung präzise in das programmatische Profil der New School und des Vera List Center for Art and Politics ein, deren Fokus auf der Verbindung von Kunst und gesellschaftlichem Diskurs liegt.

Gleichzeitig zeigt sich hier ein grundlegender Wandel im Verständnis des Bildes. Rauschenberg löst sich von der Idee des Kunstwerks als „Fenster zur Welt“ und entwickelt stattdessen eine visuelle Struktur, die an eine „Pinnwand“ erinnert. Fotografien, Straßenschilder, Diagramme und Fragmente des Alltags stehen gleichberechtigt nebeneinander und spiegeln eine Gegenwart, die von medialer Überlagerung und permanenter Informationsdichte geprägt ist.

Die Integration von Motiven wie John F. Kennedy, dessen Ermordung wenige Jahre zuvor die amerikanische Gesellschaft erschüttert hatte, sowie urbaner Bildzeichen verankert das Werk fest im Zeitgeschehen der 1960er-Jahre. Rauschenberg bringt damit die politische und visuelle Realität Amerikas direkt in die Bildfläche.

In der Verbindung von „hoher“ und „niederer“ Bildsprache liegt ein entscheidender Impuls. Klassische Elemente der Malerei treffen auf Alltagsmaterialien und massenmediale Bilder. Alles wird gleichwertig – und genau darin formuliert sich eine Demokratisierung des Bildes, die bis heute nachwirkt.

Robert Rauschenberg Ausstellung New York Installation Wollman Hall New School Art Collection
Robert Rauschenberg Ausstellung New York Installation Wollman Hall New School Art Collection – Mit freundlicher Genehmigung von: newschool.edu / Vera List Center

Die Ausstellung macht deutlich, wie konsequent Rauschenberg Kunst als Teil gesellschaftlicher Prozesse versteht. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen persönlicher Handschrift und kollektiver Erfahrung, zwischen Intuition und dokumentarischer Schärfe. Serien wie „Untitled (from “Peace Portfolio”)“ oder „Surface Series 48 (from Currents)“ zeigen exemplarisch, wie sich künstlerische Praxis mit journalistischen und politischen Bildwelten verschränkt und daraus neue Bedeutungsebenen entstehen.

Gleichzeitig wird die Rolle der Sammlung sichtbar, deren Bestände über Jahrzehnte hinweg aufgebaut wurden und die das Engagement der New School für eine Kunst unterstreichen, die sich aktiv mit ihrer Zeit auseinandersetzt. Die Präsentation verbindet diese historische Perspektive mit aktuellen Fragestellungen und öffnet einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Robert Rauschenberg Prints Ausstellung New York Wollman Hall New School Installation
Robert Rauschenberg Prints Ausstellung New York Wollman Hall New School Installation – Mit freundlicher Genehmigung von: newschool.edu / Vera List Center

„Robert Rauschenberg & News“ versteht sich damit nicht als retrospektive Geste, sondern als präzise gesetzter Eingriff in aktuelle Diskurse über Medien, Öffentlichkeit und Verantwortung. Die Ausstellung zeigt, wie Rauschenbergs Werk bis heute als Referenzpunkt dient, wenn es darum geht, die Möglichkeiten von Kunst im Spannungsfeld politischer Realität neu zu denken.

Die Ausstellung in New York zeigt eindrucksvoll, warum Robert Rauschenberg heute aktueller ist denn je – als Künstler an der Schnittstelle von Kunst, Medien und politischer Realität.

Robert Rauschenberg Ausstellung New York Installation Wollman Hall Klavier New School
Robert Rauschenberg Ausstellung New York Installation Wollman Hall Klavier New School – Mit freundlicher Genehmigung von: newschool.edu / Vera List Center
Tags: Robert Rauschenberg, Collagen, Zeitgenössische Kunst, Grafik, Contemporary Art, Politische Kunst, Druck

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