Bernd und Hilla Becher, Pozzo di Seven Sisters, Galles, 1966, Industriefotografie mit Fördergerüsten und Zechenanlage, © Estate Bernd & Hilla Becher, Courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – Bernd & Hilla Becher Archiv, Köln
Bernd und Hilla Becher, Pozzo di Seven Sisters, Galles, 1966, Industriefotografie mit Fördergerüsten und Zechenanlage, © Estate Bernd & Hilla Becher, Courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – Bernd & Hilla Becher Archiv, Köln – Mit freundlicher Genehmigung von: fondazionemast.org / Fondazione MAST

Wann: 23.04.2026 - 27.09.2026

„Mit der Ausstellung in Bologna setzt die Fondazione MAST einen konzentrierten Akzent auf ein fotografisches Werk, das die Wahrnehmung industrieller Architektur nachhaltig verändert hat. Die Ausstellung Bologna führt in eine Bildwelt, die nicht auf spektakuläre Effekte setzt, sondern auf Präzision, Wiederholung und Methode.“

Bernd & Hilla Becher. History of a Method versammelt Arbeiten von Bernd Becher und Hilla Becher und richtet den Blick auf jene systematische Herangehensweise, die seit den 1960er Jahren zu ihrem Markenzeichen wurde. Im Zentrum stehen industrielle Bauten – Fördertürme, Hochöfen, Silos und Wassertürme –, die in strenger Frontalität, unter vergleichbaren Lichtverhältnissen und in seriellen Anordnungen fotografiert wurden.

Bernd und Hilla Becher, Türme der Raffinerie, Industriefotografie, Serie von Kühltürmen in typologischer Anordnung, 1985, © Estate Bernd & Hilla Becher, Courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – Bernd & Hilla Becher Archiv, Köln
Bernd und Hilla Becher, Türme der Raffinerie, Industriefotografie, Serie von Kühltürmen in typologischer Anordnung, 1985, © Estate Bernd & Hilla Becher, Courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – Bernd & Hilla Becher Archiv, Köln – Mit freundlicher Genehmigung von: fondazionemast.org / Fondazione MAST

Die Ausstellung folgt dieser Logik und entwickelt ihren Aufbau entlang thematischer Gruppen, die das Prinzip der Typologie nachvollziehbar machen. Einzelne Motive treten dabei bewusst zurück zugunsten eines vergleichenden Sehens, das Unterschiede und Gemeinsamkeiten innerhalb einer Bildgruppe sichtbar werden lässt. Die Fotografien sind nicht als isolierte Einzelwerke gedacht, sondern als Teil eines größeren Zusammenhangs, in dem sich Struktur, Form und Funktion gegenseitig kommentieren.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf industriellen Anlagen im Ruhrgebiet, darunter die Zeche Ewald in Herten. Hier zeigt sich die Arbeitsweise der Bechers in einer Verdichtung, die sowohl dokumentarisch als auch analytisch ist. Die Kamera dient nicht der Inszenierung, sondern der genauen Erfassung eines Zustands, der bereits im Verschwinden begriffen ist. Gleichzeitig entsteht durch die Wiederholung eine eigene ästhetische Ordnung, die über das rein Dokumentarische hinausweist.

Bernd und Hilla Becher, Fördertürme in Belgien, Frankreich und Großbritannien, 1966–1979, typologische Industriefotografie von Zechenanlagen, © Estate Bernd & Hilla Becher, Courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – Bernd & Hilla Becher Archiv, Köln
Bernd und Hilla Becher, Fördertürme in Belgien, Frankreich und Großbritannien, 1966–1979, typologische Industriefotografie von Zechenanlagen, © Estate Bernd & Hilla Becher, Courtesy Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – Bernd & Hilla Becher Archiv, Köln – Mit freundlicher Genehmigung von: fondazionemast.org / Fondazione MAST

Die Präsentation umfasst zudem frühe Arbeiten sowie Einblicke in die editorische Tätigkeit des Künstlerpaares. Bücher und Publikationen verdeutlichen, wie konsequent die Bechers ihre Bildsysteme weiterentwickelten und in immer neuen Zusammenhängen veröffentlichten. Dabei bleibt die fotografische Sprache reduziert: keine dramatischen Perspektiven, keine subjektiven Eingriffe, sondern eine kontrollierte, fast nüchterne Sichtweise.

Im zweiten Teil der Ausstellung wird die Wirkung dieser Methode sichtbar. Die von Kunstakademie Düsseldorf ausgehende fotografische Schule knüpft unmittelbar an die Arbeit der Bechers an. Künstler wie Thomas Struth, Thomas Ruff und Andreas Gursky führen den Ansatz in unterschiedlichen Richtungen fort und erweitern ihn um neue Themen und Maßstäbe.

Die Ausstellung in der Fondazione MAST bleibt dabei bewusst zurückhaltend in ihrer Inszenierung. Sie folgt der Logik der Arbeiten selbst und überlässt dem Betrachter die Aufgabe, die feinen Verschiebungen innerhalb der Serien zu erkennen. Gerade in dieser Zurücknahme liegt ihre Stärke: Die Methode wird nicht erklärt, sondern erfahrbar gemacht.

Tags: Bernd und Hilla Becher, Industriefotografie, Typografie, Düsseldorfer Schule, Thomas Struth, Andreas Gursky, Thomas Ruff, Fotokunst, zeitgenössische Fotografie, Schwarzweißfotografie‎

Dienstag bis Sonntag: 10 :00 – 19 :00 Uhr.
Montag geschlossen.