Melanie Thöni Liebt mich 2025 Öl auf Leinwand zwei Frauen Figuren im Dialog Gmünder Kunstsommer Altstadtgalerie
Melanie Thöni Liebt mich 2025 Öl auf Leinwand zwei Frauen Figuren im Dialog Gmünder Kunstsommer Altstadtgalerie – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd

Wann: 15.05.2026 - 26.10.2026

Der Gmünder Kunstsommer 2026 steht exemplarisch für ein Modell, das in Österreich selten in dieser Konsequenz umgesetzt wird: international bekannte Künstler fungieren hier nicht nur als kulturelle Referenz, sondern als gezielte Anziehungspunkte für ein breites, auch internationales Publikum. Namen wie David Hockney, Marc Chagall oder Max Ernst haben in den vergangenen Jahren eine Strahlkraft entfaltet, die weit über die Region hinausreicht.

Melanie Thöni Liebt mich 2025 zwei Frauen Figuren Malerei Gmünd Kunstsommer
Melanie Thöni Liebt mich 2025 zwei Frauen Figuren Malerei Gmünd Kunstsommer – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd
Melanie Thöni, „Liebt mich“: Im Zentrum stehen zwei Figuren, deren Blicke sich nicht direkt treffen und doch in eine gemeinsame Spannung eingebunden sind. Vier Augenpaare strukturieren das Bild als stillen Dialog.

Die eine Figur im kurzen roten Kleid, in einer an traditionelle Kleidung erinnernden Form, liegt mit langen Beinen im Schoß der zweiten. Diese trägt ein orangefarbenes Kleid und darüber eine weit geöffnete blaue Bluse. Beide Figuren mit langen, blonden Zöpfen wirken zugleich nah und in sich gekehrt.

Im Hintergrund steht ein groß gewachsener Baum in erdigen Tönen, daneben eine dichte, tiefgrüne Wiese. Die beiden Körper ruhen auf einer geometrisch strukturierten grünen Fläche, die dem Bild eine ruhige Ordnung gibt und den emotionalen Zustand zugleich stabilisiert.

Ausgehend von dieser Bildlogik öffnet sich der Blick auf eine zweite, entscheidende Ebene des Gmünder Kunstsommers. Die Präsenz großer Namen schafft einen Rahmen, in dem lokale und österreichische Künstler nicht nur gezeigt, sondern im selben Kontext wahrgenommen werden. Internationale Aufmerksamkeit wird hier nicht zum Selbstzweck, sondern bewusst in ein erweitertes künstlerisches Gefüge überführt.

Der Kunstsommer erscheint damit weniger als reine Ausstellung denn als kuratierter Resonanzraum, in dem sich unterschiedliche Positionen überlagern und gegenseitig sichtbar machen. Internationale Strahlkraft und regionale Produktion treten nicht in Konkurrenz, sondern bilden ein Spannungsverhältnis, das die Besonderheit dieses Formats ausmacht.

Melanie Thöni, als Artist in Residence von 1. Juli bis 31. August 2026 in den Gastateliers der Altstadtgalerie, gehört zu jenen Positionen, die diesen Ansatz exemplarisch verdichten. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen figurativer Andeutung und farblicher Setzung, wobei Körperlichkeit weniger als Abbild denn als Zustand erscheint. Die Oberfläche wird dabei zum durchlässigen Raum der Wahrnehmung.

Jieun Choi Einwohner Malerei figurative Komposition mit mehreren Körpern und abstrahierten Gesichtern Gmünder Kunstsommer Gastateliers
Thomas Scherzer Skulptur Installation weiße figurative Plastik mit organischen Drahtformen Gmünder Kunstsommer Altstadtgalerie
Jieun Choi Einwohner Malerei figurative Komposition mit mehreren Körpern und abstrahierten Gesichtern Gmünder Kunstsommer Gastateliers • Thomas Scherzer Skulptur Installation weiße figurative Plastik mit organischen Drahtformen Gmünder Kunstsommer Altstadtgalerie – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd

In unmittelbarer Nähe dazu entwickelt Jieun Choi, zu sehen von 15. Mai bis 26. Oktober 2026 in den Gastateliers, eine Bildsprache zwischen Reduktion und erzählerischer Offenheit. Seine Kompositionen wirken zunächst zurückgenommen, entfalten jedoch eine präzise gesetzte Spannung zwischen Fläche, Figur und Raum. Auch bei Thomas Scherzer, zu sehen von 15. Mai bis 26. Oktober 2026 in der Altstadtgalerie, bleibt der Körper nicht stabil, sondern erscheint fragmentiert und im Werden begriffen, während Johann Wieltsch, dessen Arbeiten von 15. Mai bis 26. Oktober 2026 in den Ausstellungsräumen der Altstadt präsentiert werden, richtet den Blick auf Materialität und Oberfläche.

Johann Wieltsch Skulptur Kopf abstrakte Figur Oberfläche Metallstruktur zeitgenössische Kunst Gmünd Kunstsommer
Johann Wieltsch Skulptur Kopf abstrakte Figur Oberfläche Metallstruktur zeitgenössische Kunst Gmünd Kunstsommer – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd

Diese Fragen nach Wahrnehmung und Konstruktion setzen sich in den Arbeiten von Nadia Valeska Devonish fort, deren Positionen von 15. Mai bis 26. Oktober 2026 im Rahmen der Gastatelier-Programme gezeigt werden. Ihre Werke öffnen Bildräume, in denen Geschichte als beweglicher Prozess erscheint. Sissa Micheli, vertreten im selben Zeitraum in den Gastateliers, verschränkt Raum, Wahrnehmung und Inszenierung zu einem analytischen Gefüge, während Thomas Riess, dessen Werke in der Altstadtgalerie zu sehen sind, mit medialen Verschiebungen arbeitet, die Wahrnehmung gezielt irritieren.

Thomas Riess Vision 2025 Malerei Porträt Frau Gesicht mit verwischtem Augenbereich zeitgenössische Kunst Gmünder Kunstsommer
Claudia Holzinger Tumbleweed Steppenhexe Druck auf Papier Figur von Zweigen umhüllt Konzeptkunst Gmünder Kunstsommer
Thomas Riess Vision 2025 Malerei Porträt Frau Gesicht mit verwischtem Augenbereich zeitgenössische Kunst Gmünder Kunstsommer • Claudia Holzinger Tumbleweed Steppenhexe Druck auf Papier Figur von Zweigen umhüllt Konzeptkunst Gmünder Kunstsommer – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd

Parallel dazu entwickeln Claudia Holzinger, zu sehen von 15. Mai bis 26. Oktober 2026 im Kontext der Gastateliers, sowie Melanie Thöni, deren Arbeiten in der Altstadtgalerie präsentiert werden, eigenständige visuelle Systeme zwischen organischer Transformation und expressiver Farbigkeit. Diese Spannung zwischen Struktur und Ordnung setzt sich bei Kata Koleszár fort, deren Arbeiten in den Ausstellungsräumen der Altstadt zu sehen sind und sich durch rhythmische Wiederholung und systematische Bildorganisation auszeichnen.

Kata Koleszar Altar of Idyll Malerei Pflanzen Stillleben farbige Komposition mit Topfpflanzen Gmünder Kunstsommer
Nadia Valeska Devonish Stammtisch Malerei Gruppe von Figuren am Tisch soziale Szene Innenraum Gmünder Kunstsommer
Kata Koleszar Altar of Idyll Malerei Pflanzen Stillleben farbige Komposition mit Topfpflanzen Gmünder Kunstsommer • Nadia Valeska Devonish Stammtisch Malerei Gruppe von Figuren am Tisch soziale Szene Innenraum Gmünder Kunstsommer – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd

Einen weiteren Fokus bildet die Auseinandersetzung mit Raum, Geschichte und Referenz: Hiroyuki Masuyama verbindet fotografische Verfahren mit kunsthistorischen Bildtraditionen, während Daniel Hill architektonische Strukturen zwischen Konstruktion und Illusion untersucht. Gleichzeitig richtet Fritz Russ den Blick auf soziale und visuelle Strukturen des Alltags und verlagert künstlerische Praxis in den öffentlichen Raum.

Hiroyuki Masuyama Tulip No 8 2024 fotografische Arbeit Tulpen Bewegung Studie Lichtinstallation Gmünder Kunstsommer
Hiroyuki Masuyama Tulip No 8 2024 fotografische Arbeit Tulpen Bewegung Studie Lichtinstallation Gmünder Kunstsommer – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd
Daniel Hill Acceptance 2023 Installation Holz Papier Videoprojektion figurative Bewegung Gmünder Kunstsommer
Fritz Russ Skulpturen Metallinstallation im Außenraum tierartige Formen Gmünder Kunstsommer
Daniel Hill Acceptance 2023 Installation Holz Papier Videoprojektion figurative Bewegung Gmünder Kunstsommer • Fritz Russ Skulpturen Metallinstallation im Außenraum tierartige Formen Gmünder Kunstsommer – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd

Materialität und Prozess treten in den Arbeiten von Birgit Bachmann in den Vordergrund, deren fragile Gefüge zwischen Objekt, Installation und Zeichnung oszillieren. In der Gegenüberstellung mit Brigitte Kranz, Lisl Klos und Birgit Plesselberger entsteht ein vielschichtiger Dialog über Ornament und Struktur, während Roberto Fontana Malerei als offenen Denkraum zwischen Tradition und Gegenwart versteht.

Angelo Bordiga L’attesa 2020 Mischtechnik Leinwand Figur Rückenansicht und Beatrice Testa Luciani Culla 2022 Terrakotta Skulptur sitzende Figur Gmünder Kunstsommer
Birgit Bachmann Blue Planet 2024 Stickerei Schildkröte im Netz textile Arbeit Gmünder Kunstsommer
Angelo Bordiga L’attesa 2020 Mischtechnik Leinwand Figur Rückenansicht und Beatrice Testa Luciani Culla 2022 Terrakotta Skulptur sitzende Figur Gmünder Kunstsommer • Birgit Bachmann Blue Planet 2024 Stickerei Schildkröte im Netz textile Arbeit Gmünder Kunstsommer – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd
Roberto Fontana Warten auf 2020 Malerei liegender weiblicher Akt Innenraum Gmünder Kunstsommer
Roberto Fontana Warten auf 2020 Malerei liegender weiblicher Akt Innenraum Gmünder Kunstsommer – Mit freundlicher Genehmigung von: kulturgmuend / Künstlerstadt Gmünd

Schließlich verdichten sich Fragen von Transformation und Zeit in den Positionen von Angelo Bordiga und Beatrice Testa Luciani, die handwerkliche Techniken in einen zeitgenössischen Kontext überführen. Daniela Beyrl, Ruth Wegerer und Friederike Maria Klepsch arbeiten mit textilen und zeichnerischen Prozessen, die sich in Wiederholung und Dauer entfalten, während Julia Mallesching und Robin Soave Natur nicht als Motiv, sondern als konzeptuellen Denkraum begreifen.

Der Gmünder Kunstsommer 2026 zeigt, wie sich internationale Kunst und österreichische Künstler in einem gemeinsamen Kontext verbinden und Gmünd nachhaltig als relevanten Ort für zeitgenössische Kunst positionieren.

Der Rundgang schließt mit einer reduzierten, fast entrückten Szene: eine ruhende weibliche Figur, angeschnitten, nicht ausgestellt, sondern wahrgenommen – ergänzt durch das beiläufige Detail zweier Füße im oberen Bildraum. Ein offenes Ende, das weniger zeigt als andeutet und den Blick zurück auf den Anfang lenkt.

Tags: Zeitgenössische Kunst, Gegenwartskunst, Skulpturen, Installation, Fotografie, Kunst im öffentlichen Raum, Kunstszene

Die Ausstellungen des Gmünder Kunstsommers 2026 sind während der Saison täglich geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten können je nach Ausstellungsort variieren und werden vor Ort sowie über die offiziellen Kanäle der Künstlerstadt Gmünd bekannt gegeben.