Die Albertina hat mit „CARE MATTERS“ eine Ausstellung eröffnet, die wie ein leiser Paukenschlag wirkt – sinnlich, politisch und von brennender Aktualität, eine Ausstellung Wien, die das Unsichtbare sichtbar macht und das Fundament unserer Gesellschaft neu verhandelt.
In der Tietze Galerie entfaltet sich vom 12. März bis 28. Juni 2026 die Schau „CARE MATTERS. Eine Ausstellung der SAMMLUNG VERBUND“, kuratiert von Gabriele Schor. Rund 50 Werke von 33 internationalen Künstlern spannen einen Bogen von der Feministischen Avantgarde der 1970er-Jahre bis zu zeitgenössischen Positionen. Viele Arbeiten sind erstmals in Österreich zu sehen und stammen aus jüngsten Erwerbungen der Sammlung. Im Zentrum steht ein Thema, das lange im Verborgenen blieb: Care- und Sorgearbeit als unsichtbares Rückgrat unseres Zusammenlebens.
Fürsorge, Pflege, Verantwortung – Begriffe, die selten im Rampenlicht stehen, obwohl sie jede Gesellschaft tragen. Bereits 1942 formulierte Albert Camus in Auseinandersetzung mit Martin Heidegger: „Die einfache Sorge ist aller Dinge Anfang.“ Die Ausstellung greift diese doppelte Bedeutung von Sorge auf – als emotionale Bindung ebenso wie als konkrete Tätigkeit – und zeigt ihre Ambivalenz zwischen Erfüllung und Belastung.