Galerie Thomas Schulte entfacht zum Gallery Weekend Berlin 2026 ein kraftvolles Zusammenspiel von Malerei, Erinnerung und Macht – drei künstlerische Positionen, die sich zwischen visueller Klarheit und inhaltlicher Dringlichkeit aufladen.
Im Rahmen der Ausstellung Berlin präsentiert die Galerie ein präzise gesetztes Programm, das den Ton dieses Wochenendes entscheidend mitbestimmt. Mit Jonathan Lasker, Walid Raad und José Montealegre entfaltet sich ein Dreiklang, der nicht auf schnelle Effekte setzt, sondern auf nachhaltige Irritation – subtil, intelligent und mit jener Intensität, die den Blick schärft.
Mit „Like a rubber rung on a ladder“ führt Walid Raad in eine andere Sphäre. Seine Installationen verbinden Innen- und Außenraum, Realität und Konstruktion. Was zunächst leicht und beinahe verspielt erscheint, trägt in Wahrheit die Schwere historischer Brüche in sich. Raad arbeitet mit Fragmenten von Erinnerung, mit Geschichten von Gewalt und Macht, die sich nicht linear erzählen lassen. Seine Arbeiten sind visuelle Denkprozesse – poetisch, vielschichtig und von leiser Unruhe durchzogen.
Bereits im Vorübergehen verschiebt sich die Wahrnehmung. Im Schaufenster liegt ein gelber VW-Käfer auf dem Dach – ein Relikt aus den späten 1960er-Jahren, vertraut und zugleich radikal entzogen. Die Form ist sofort lesbar, doch ihre Lage irritiert. Was einst für Mobilität und Fortschritt stand, kippt ins Gegenteil. Das Bild bleibt haften, weil es keine eindeutige Antwort gibt – nur die leise, aber insistierende Ahnung, dass hier etwas aus der Ordnung gefallen ist.