Gerhard Richter „Buche“ 1987 – Landschaftsgemälde in der Ausstellung „Landschaften“ bei David Zwirner New York
Gerhard Richter „Buche“ 1987 – Landschaftsgemälde in der Ausstellung „Landschaften“ bei David Zwirner New York – Mit freundlicher Genehmigung von: davidzwirner.com / David Zwirner

Wann: 07.05.2026 - 10.07.2026

Mit „Gerhard Richter: Landschaften“ präsentiert David Zwirner eine umfangreiche Ausstellung in New York, die sich den berühmten Landschaftsbildern des deutschen Malers widmet. Die Ausstellung in New York vereint Arbeiten aus den 1960er Jahren bis in die 2000er Jahre und stellt diese in direkten Dialog mit ausgewählten Werken aus Richters Serie der „Abstrakten Bilder“. Die Schau ist vom 7. Mai bis 10. Juli 2026 am Standort der Galerie in der West 20th Street zu sehen und entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler.

„Wenn die Abstrakten Bilder meine Realität zeigen, dann zeigen die Landschaften … meine Sehnsucht.“

Gerhard Richter in seinem Atelier 1969 während der Arbeit an fotografisch basierten Gemälden
Gerhard Richter in seinem Atelier 1969 während der Arbeit an fotografisch basierten Gemälden – Mit freundlicher Genehmigung von: davidzwirner.com / David Zwirner
Die Ausstellung versammelt bedeutende Leihgaben aus internationalen Museums- und Privatsammlungen, darunter Werke aus der großen Retrospektive der Fondation Louis Vuitton in Paris sowie Arbeiten aus dem persönlichen Besitz des Künstlers. Chronologisch angeordnet zeigt die Präsentation, wie Richter über Jahrzehnte hinweg Landschaft und Abstraktion parallel entwickelte und beide Werkgruppen gegenseitig beeinflusste.

Zu den frühesten Arbeiten der Ausstellung zählt „Grosse Sphinx von Giseh“ von 1965 aus der Sammlung des Glenstone Museum. Das Werk gehört zu Richters berühmten „Fotobildern“, die auf Postkarten, Zeitungsausschnitten und Fotografien basieren. Bereits hier wird deutlich, wie stark sich der Künstler mit Fragen nach Bildproduktion, Erinnerung und Wahrnehmung beschäftigte.

Ende der 1960er Jahre begann Richter nach einer Reise nach Korsika intensiv mit Landschaftsdarstellungen zu arbeiten. Weite Meeresansichten, Gebirge und wolkenverhangene Horizonte entstanden auf Grundlage eigener Fotografien. Einige dieser Werke montierte Richter aus mehreren fotografischen Vorlagen zusammen, bevor sie als Gemälde umgesetzt wurden. Das in der Ausstellung gezeigte „Seestück (Gegenlicht)“ von 1969 verdeutlicht diese Arbeitsweise exemplarisch.

Immer wieder verweist die Ausstellung auf die Nähe zu der romantischen Bildwelt von Caspar David Friedrich. Doch während Friedrich das Erhabene der Natur suchte, wirken Richters Landschaften distanziert, anonym und bewusst entrückt. Durch seine charakteristische Unschärfe entstehen Bilder, die weniger reale Orte zeigen als innere Zustände und Erinnerungen.

Installationsansicht der Ausstellung „Gerhard Richter: Landschaften“ bei David Zwirner New York 2026
Installationsansicht der Ausstellung „Gerhard Richter: Landschaften“ bei David Zwirner New York 2026 – Mit freundlicher Genehmigung von: davidzwirner.com / David Zwirner

In den 1970er Jahren entstanden Serien mit Eisbergen, Vulkanen, Alpenlandschaften und Meeresbildern. Gleichzeitig entwickelten sich daraus die ersten abstrakten Arbeiten des Künstlers. Richter beschrieb diese Werke später mit den Worten:

„fiktive Modelle, weil sie eine Wirklichkeit sichtbar machen, die wir weder sehen noch beschreiben können, deren Existenz wir aber voraussetzen können.“

Auch in den 1980er und 1990er Jahren blieb die Landschaft ein zentrales Motiv seines Schaffens. In Gemälden wie „Lichtung“ überlagerte Richter Naturdarstellungen mit abstrakten Pinselbewegungen und verband beide Bildwelten auf einer Leinwand. Parallel dazu erhielten abstrakte Arbeiten Titel wie „Fenster“ oder „Wolken“, wodurch Richter gezielt mit der Wahrnehmung des Betrachters spielte.

„Wenn ich aus dem Fenster schaue … ist Wahrheit für mich die Art, wie sich die Natur in ihren verschiedenen Tönen, Farben und Proportionen zeigt. Das ist eine Wahrheit und besitzt ihre eigene Richtigkeit. Dieser kleine Ausschnitt Natur, und eigentlich jedes Stück Natur, stellt für mich eine ständige Herausforderung dar und ist ein Modell für meine Malerei.“

 

Gerhard Richter gilt als einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart. Nach seinem Studium in Dresden floh er 1961 aus der DDR nach Düsseldorf, wo er gemeinsam mit Sigmar Polke und Konrad Fischer die Gruppe des „Kapitalistischen Realismus“ gründete. Seine Werke wurden weltweit in renommierten Institutionen gezeigt, darunter das Museum of Modern Art in New York, die Neue Nationalgalerie in Berlin und die Tate Modern in London.

Seit 2023 wird Richter offiziell von David Zwirner vertreten. Mit „Landschaften“ widmet die Galerie nun einem der zentralen Themen seines Werks eine umfassende Ausstellung.

Tags: Gerhard Richter, Landschaftsmalerei, Zeitgenössische Kunst, Abstrakte Kunst, Caspar David Friedrich, Louis Vuitton, Deutsche Kunst, Kunstmarkt, Moderne Kunst

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