In den 1970er Jahren entstanden Serien mit Eisbergen, Vulkanen, Alpenlandschaften und Meeresbildern. Gleichzeitig entwickelten sich daraus die ersten abstrakten Arbeiten des Künstlers. Richter beschrieb diese Werke später mit den Worten:
„fiktive Modelle, weil sie eine Wirklichkeit sichtbar machen, die wir weder sehen noch beschreiben können, deren Existenz wir aber voraussetzen können.“
Auch in den 1980er und 1990er Jahren blieb die Landschaft ein zentrales Motiv seines Schaffens. In Gemälden wie „Lichtung“ überlagerte Richter Naturdarstellungen mit abstrakten Pinselbewegungen und verband beide Bildwelten auf einer Leinwand. Parallel dazu erhielten abstrakte Arbeiten Titel wie „Fenster“ oder „Wolken“, wodurch Richter gezielt mit der Wahrnehmung des Betrachters spielte.
„Wenn ich aus dem Fenster schaue … ist Wahrheit für mich die Art, wie sich die Natur in ihren verschiedenen Tönen, Farben und Proportionen zeigt. Das ist eine Wahrheit und besitzt ihre eigene Richtigkeit. Dieser kleine Ausschnitt Natur, und eigentlich jedes Stück Natur, stellt für mich eine ständige Herausforderung dar und ist ein Modell für meine Malerei.“
Gerhard Richter gilt als einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart. Nach seinem Studium in Dresden floh er 1961 aus der DDR nach Düsseldorf, wo er gemeinsam mit Sigmar Polke und Konrad Fischer die Gruppe des „Kapitalistischen Realismus“ gründete. Seine Werke wurden weltweit in renommierten Institutionen gezeigt, darunter das Museum of Modern Art in New York, die Neue Nationalgalerie in Berlin und die Tate Modern in London.
Seit 2023 wird Richter offiziell von David Zwirner vertreten. Mit „Landschaften“ widmet die Galerie nun einem der zentralen Themen seines Werks eine umfassende Ausstellung.