World Press Photo 2026, West, Central and South Asia Stories, “I’m Afraid” Afghan Women Face US Aid Cuts © Elise Blanchard / for TIME
World Press Photo 2026, West, Central and South Asia Stories, “I’m Afraid” Afghan Women Face US Aid Cuts © Elise Blanchard / for TIME – Mit freundlicher Genehmigung von: shmh.de / Historischen Museen Hamburg

Wann: 22.05.2026 - 15.06.2026

Die World Press Photo 2026 bringt die eindrucksvollsten Pressefotografien der Welt nach Hamburg und verwandelt das Altonaer Museum erneut in einen Ort voller emotionaler Wucht, politischer Brisanz und bewegender Geschichten aus allen Teilen der Erde.

Eine besorgte Mutter sitzt an die Wand gelehnt hinter ihrer Tochter, die mit angezogenen Beinen auf einer Matratze liegt und nachdenklich ins Leere blickt. Daneben schläft ein eingewickeltes Baby friedlich auf dem Teppich. Wenige Lebensmittel und persönliche Gegenstände unterstreichen die Unsicherheit und Verletzlichkeit afghanischer Familien angesichts gekürzter US-Hilfen.

Seit 1955 zeichnet die World Press Photo Foundation mit dem renommierten World Press Photo Award die besten internationalen Pressefotografien des Jahres aus. Die preisgekrönten Arbeiten gehen anschließend auf Welttournee und werden in mehr als 80 Städten und über 40 Ländern gezeigt. In Hamburg wird die Ausstellung seit über 25 Jahren von GEO und stern präsentiert. Vom 22. Mai bis 15. Juni 2026 ist die international gefeierte Schau erneut im Altonaer Museum zu sehen. Wer eine außergewöhnliche Ausstellung Hamburg sucht, erlebt hier die Kraft moderner Bildjournalistik in ihrer intensivsten Form.

Europe Stories, Drone Wars © David Guttenfelder / The New York Times
Europe Stories, Drone Wars © David Guttenfelder / The New York Times – Mit freundlicher Genehmigung von: shmh.de / Historischen Museen Hamburg

Vermummte Männer arbeiten in einer provisorisch wirkenden Drohnenwerkstatt konzentriert am Löten und Zusammenbau kleiner Drohnen. Zwischen Werkzeugen, Kabeln und Werkbänken entsteht eine beklemmende Atmosphäre, die die industrielle Dimension moderner Kriegsführung sichtbar macht und zugleich auf das Leid verweist, das der andauernde Konflikt auf beiden Seiten verursacht.

Die diesjährigen Arbeiten zeichnen ein vielschichtiges Bild einer Welt im Ausnahmezustand. Krieg, Migration, Klimawandel, soziale Ungleichheit und politische Spannungen verdichten sich zu Fotografien, die weit über klassische Nachrichtenbilder hinausgehen. Besonders die preisgekrönten Reportagen aus der Ukraine und dem Nahen Osten zeigen eindringlich, wie Menschen zwischen Zerstörung, Vertreibung und Hoffnung um Würde und Alltag kämpfen. Genau diese unmittelbare Nähe macht die World Press Photo-Ausstellung seit Jahrzehnten zu einer der wichtigsten internationalen Fotoausstellungen überhaupt.

Africa Stories, Farīsāt Gunpowder’s Daughters © Chantal Pinzi / Panos Pictures
Africa Stories, Farīsāt Gunpowder’s Daughters © Chantal Pinzi / Panos Pictures – Mit freundlicher Genehmigung von: shmh.de / Historischen Museen Hamburg

Frauen auf galoppierenden Pferden präsentieren die traditionelle marokkanische Reitkunst Tbourida, auch als „Fantasia“ bekannt. Jahrhundertelang war dieses spektakuläre Reitritual Männern vorbehalten, doch seit den 2000er-Jahren nehmen zunehmend auch Frauen daran teil. Heute existieren in Marokko sieben reine Frauengruppen, die mit ihrer Teilnahme traditionelle Rollenbilder neu definieren.

Insgesamt wurden 42 Fotografen ausgezeichnet. Die Gewinner verteilen sich auf die Kategorien Einzelbild, Story und Langzeitprojekt in den Regionen Afrika, Asien und Ozeanien, Europa, Nord- und Mittelamerika, Südamerika sowie West-, Zentral- und Südasien. Die Jury wählte die prämierten Arbeiten aus 57.376 Einsendungen von 3.747 Fotografen aus 141 Ländern aus.

Zu den herausragenden Arbeiten gehört die in der Kategorie „Africa – Stories“ ausgezeichnete Serie Farīsāt Gunpowder’s Daughters der italienischen Fotografin Chantal Pinzi. Ihre eindrucksvollen Bilder dokumentieren erstmals Frauen innerhalb einer traditionellen marokkanischen Reitkultur und erzählen von gesellschaftlichem Wandel zwischen jahrhundertealter Tradition und neuer weiblicher Sichtbarkeit.

North and Central America Long-Term Projects, Mexico, A Changing Climate © César Rodríguez / Norwegian Red Cross / SNCA
North and Central America Long-Term Projects, Mexico, A Changing Climate © César Rodríguez / Norwegian Red Cross / SNCA – Mit freundlicher Genehmigung von: shmh.de / Historischen Museen Hamburg

Ein Touristenboot liegt auf dem ausgetrockneten Boden des La Boca-Stausees nahe Monterrey in Mexiko. Über den trockenen Untergrund ziehen sich Fahrspuren, während im Hintergrund ein Pickup über den ehemaligen Seegrund fährt. Am Rand des Stausees liegen zahlreiche Häuser, darüber brechen Sonnenstrahlen dramatisch durch die Wolken. Die eindringliche Schwarzweißaufnahme verdichtet Dürre, Klimawandel und menschlichen Ressourcenverbrauch zu einem beklemmenden Sinnbild ökologischer Krise.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die deutsche Dokumentarfotografin Paula Hornickel in der Kategorie „Europe – Singles“. Ihr prämiertes Foto aus einem Pflegeheim in Albershausen thematisiert den Einsatz von Robotern in der Pflege und wirft hochaktuelle Fragen über Technologie, Einsamkeit und Menschlichkeit auf. Beide Fotografinnen werden zur Pressekonferenz im Altonaer Museum erwartet und über ihre Arbeiten sprechen.

Emma the Social Robot © Paula Hornickel — Mit freundlicher Genehmigung von SHMH / Historische Museen Hamburg
Emma the Social Robot © Paula Hornickel — Mit freundlicher Genehmigung von SHMH / Historische Museen Hamburg – Mit freundlicher Genehmigung von: shmh.de / Historischen Museen Hamburg

Besondere internationale Aufmerksamkeit erhält in diesem Jahr das „World Press Photo of the Year“ der US-amerikanischen Fotojournalistin Carol Guzy, entstanden für den Miami Herald. Das Bild aus der Serie „ICE-Festnahmen vor einem New Yorker Gericht“ zeigt eine ecuadorianische Mutter mit ihren Töchtern unmittelbar nach der Festnahme ihres Ehemanns durch Beamte der US-Einwanderungsbehörde ICE im Jacob K. Javits Federal Building in New York City. Die Fotografie verdichtet Angst, Hilflosigkeit und politische Realität zu einem einzigen erschütternden Augenblick.

Separated by ICE © Carol Guzy / Miami Herald — Mit freundlicher Genehmigung von SHMH / Historische Museen Hamburg
Separated by ICE © Carol Guzy / Miami Herald — Mit freundlicher Genehmigung von SHMH / Historische Museen Hamburg – Mit freundlicher Genehmigung von: shmh.de / Historischen Museen Hamburg

Die World Press Photo 2026 zeigt eindrucksvoll, warum Fotografie weit mehr sein kann als reine Dokumentation. Die Ausstellung macht globale Krisen sichtbar, gibt Menschen eine Stimme und verwandelt aktuelle Ereignisse in kraftvolle visuelle Zeugnisse unserer Zeit. Gerade in einer Welt permanenter Nachrichtenströme entfalten diese Bilder eine seltene Wirkung: Sie bleiben im Gedächtnis und zwingen zum Hinschauen.

Tags: Pressefotograf, Fotografie, Fotoausstellung, World Press Photo, Dokumentarfotografie, Gesellschaft und Kunst, Fotokunst, Reportagefotografie

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