In Das Mädchen verbindet Anton Kitzmüller Porträt und Landschaft zu einer stillen, poetischen Szene. Eine junge Frau sitzt an einem kreisrunden Marmortisch mit gusseisernen Füßen, die Ellenbogen aufgestützt, die Hände unter das Kinn gelegt. Ihr langes braunes Haar und die dunkle grüne Kappe fügen sich harmonisch in die grün schimmernde Farbwelt des Bildes ein. Vor ihr auf dem Tisch steht ein Glas mit einem Getränk, Eiswürfeln, Limettenscheibe und Trinkhalm, das als alltägliches Detail einen spannenden Kontrast zur ruhigen Atmosphäre der Szene bildet.
Im Hintergrund öffnet sich eine stille Teichlandschaft mit Schilf, Wasserflächen und Bäumen, deren Spiegelungen eine beinahe träumerische Stimmung erzeugen. Die Verbindung von Figur, Natur und Licht verleiht dem Werk eine intime Ruhe und eine zeitlose, kontemplative Ausstrahlung.
Seine Landschaften verbinden Licht, Farbe und Bewegung. Malerisch oszillieren diese Arbeiten zwischen zwei gegensätzlichen Gestaltungsmitteln: einer sachlichen, realistischen Malweise mit gleichmäßigem, ruhigem Farbauftrag auf der einen und impressionistischer Pinselführung mit lebendigem, sichtbarem Duktus auf der anderen Seite. Dabei nimmt das Motiv der Allee einen zentralen Stellenwert ein, denn es führt über die reine Abbildung der Wirklichkeit hinaus. Schon Max Beckmann sprach von der Magie der Realität und zitierte aus der Kabbala: „Willst du das Unsichtbare fassen, dringe so tief du kannst in das Sichtbare ein.“
In den Seestücken Anton Kitzmüllers begeistert vor allem die dem Wasser immanente Bewegung im Zusammenspiel mit Himmelsstimmungen und Spiegelungen. Die Seelandschaften und Meeresbilder widmen sich Themen wie Kontinuität und Wandel, Vergänglichkeit und Unendlichkeit.