Alex Katz, „Ada and Flowers“, 1980, aus der Ausstellung „The Great Unseen Collection“ bei David Zwirner in New York. © 2026 Alex Katz / Artists Rights Society (ARS), NY
Alex Katz, „Ada and Flowers“, 1980, aus der Ausstellung „The Great Unseen Collection“ bei David Zwirner in New York. © 2026 Alex Katz / Artists Rights Society (ARS), NY – Mit freundlicher Genehmigung von: davidzwirner.com / David Zwirner

Wann: 07.05.2026 - 13.06.2026

Mit einer neuen Ausstellung in New York widmet sich David Zwirner einer außergewöhnlichen Privatsammlung, die über Jahrzehnte im Hintergrund gewachsen ist. Unter dem Titel „The Great Unseen Collection: A Selection of Works from Joel and Carole Bernstein“ zeigt die Galerie vom 7. Mai bis 13. Juni 2026 am Standort 525 West 19th Street in New York bedeutende Werke der Moderne und Gegenwartskunst. Im Mittelpunkt stehen nicht nur herausragende Arbeiten amerikanischer Kunstgeschichte, sondern auch die Geschichte eines Sammlerpaares, das Kunst über mehr als sechs Jahrzehnte zu einem zentralen Bestandteil seines Lebens machte.

„Ada and Flowers“ zeigt Ada, die Ehefrau und langjährige Muse von Alex Katz, in einer für den Künstler typischen großformatigen Porträtkomposition. Das Werk zeichnet sich durch flache Farbflächen und eine an die Pop Art erinnernde Bildsprache aus, mit der Katz bewusst auf den damals dominierenden abstrakten Expressionismus reagierte. Über Jahrzehnte porträtierte der Künstler seine Frau immer wieder und schuf damit eine persönliche wie ikonische Chronik ihrer gemeinsamen Beziehung.

Installationsansicht der Ausstellung „The Great Unseen Collection: A Selection of Works from Joel and Carole Bernstein“ bei David Zwirner in New York mit Werken von Alex Katz und Tom Wesselmann, 2026.
Installationsansicht der Ausstellung „The Great Unseen Collection: A Selection of Works from Joel and Carole Bernstein“ bei David Zwirner in New York mit Werken von Alex Katz und Tom Wesselmann, 2026. – Mit freundlicher Genehmigung von: davidzwirner.com / David Zwirner

Die Präsentation vereint Werke von Alex Katz, Alice Neel, Andy Warhol, Jean Dubuffet, Fairfield Porter, Romare Bearden, Tom Wesselmann, Joan Brown und weiteren Künstlern. Besonders bemerkenswert ist dabei die konsequent figurative Ausrichtung der Sammlung, die sich über die Jahre zunehmend von abstrakten Positionen entfernte. Joel und Carole Bernstein entwickelten ihre Sammlung mit großer Unabhängigkeit und persönlicher Handschrift – fernab kurzfristiger Marktbewegungen und institutioneller Trends.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen Alice Neels Doppelporträt von Red Grooms und Mimi Gross aus dem Jahr 1967, Fairfield Porters monumentales Gemälde „Iced Coffee“ von 1966 sowie Alex Katz’ großformatiges Porträt „Ada and Flowers“ aus dem Jahr 1980. Ebenfalls vertreten sind Arbeiten von Joan Brown, deren Werk zuletzt in einer viel beachteten Retrospektive im San Francisco Museum of Modern Art gezeigt wurde, sowie ein später Romare-Bearden-Collagezyklus und Andy Warhols „Judy Garland“ aus dem Jahr 1979.

Installationsansicht der Ausstellung „The Great Unseen Collection: A Selection of Works from Joel und Carole Bernstein“ bei David Zwirner in New York mit Werken von Alice Neel, Fairfield Porter und Dorothy Pearlstein, 2026.
Installationsansicht der Ausstellung „The Great Unseen Collection: A Selection of Works from Joel und Carole Bernstein“ bei David Zwirner in New York mit Werken von Alice Neel, Fairfield Porter und Dorothy Pearlstein, 2026. – Mit freundlicher Genehmigung von: davidzwirner.com / David Zwirner

Die Geschichte der Sammlung beginnt Anfang der 1960er Jahre in Chicago. Joel und Carole Bernstein lernten sich als Teenager kennen und entdeckten früh ihre gemeinsame Leidenschaft für Kunst. Mangels finanzieller Mittel verbrachten sie ihre Zeit in Galerien der Stadt, darunter die Allan Frumkin Gallery oder Richard Gray Gallery. Besonders der Kunsthändler Bud Holland prägte Joel Bernsteins Blick auf Kunst nachhaltig. Später eröffnete Bernstein selbst mit Rebecca Blattberg die Dart Gallery in Chicago und brachte Künstler wie Sam Gilliam, Jules Olitski oder Jim Dine in die Stadt.

Mit den Jahren entwickelte sich die Sammlung zu einem vielschichtigen Spiegel amerikanischer Kunstgeschichte der Nachkriegszeit. Während frühe Erwerbungen noch abstrakte Positionen von Helen Frankenthaler oder Frank Stella umfassten, rückten ab den 1980er Jahren zunehmend figurative Werke in den Fokus. Joel Bernstein verstand Kunst als Ausdruck ihrer Zeit und verfolgte aufmerksam Entwicklungen des internationalen Kunstmarktes. Zahlreiche Werke aus der Sammlung wurden später Museen gestiftet oder als Leihgaben institutionell präsentiert.

Besonders prägend war dabei die Haltung des Sammlerpaares zur Öffentlichkeit. Den Namen „The Great Unseen Collection“ wählte Joel Bernstein bewusst als ironischen Kommentar auf die Diskretion privater Sammler. Die Werke sollten nicht durch die Namen ihrer Besitzer definiert werden, sondern durch ihre eigene Präsenz und Bedeutung wirken. Joel Bernstein engagierte sich unter anderem für das Phoenix Art Museum sowie das Smart Museum of Art in Chicago, wo heute eine Galerie und ein Garten den Namen der Familie tragen.

Installationsansicht der Ausstellung „The Great Unseen Collection: A Selection of Works from Joel and Carole Bernstein“ bei David Zwirner in New York mit Werken von Romare Bearden und Joe Coleman, 2026.
Installationsansicht der Ausstellung „The Great Unseen Collection: A Selection of Works from Joel and Carole Bernstein“ bei David Zwirner in New York mit Werken von Romare Bearden und Joe Coleman, 2026. – Mit freundlicher Genehmigung von: davidzwirner.com / David Zwirner

Carole Bernstein beschreibt die gemeinsame Reise rückblickend mit den Worten: „Art has taken me places in my life that I never thought I would see, or become part of. Our pictures have been in museums. It’s been quite a ride. Joel put me on that ride.“

Jonathan Laib von David Zwirner erklärt über die Bernsteins: „They quite literally surrounded themselves and their children with art—art and artists they felt connected to and challenged by.“ Kristine Bell ergänzt: „Now it is time for these works to find their next home and become part of someone else’s life.“

Mit „The Great Unseen Collection“ zeigt David Zwirner in New York 2026 nicht nur bedeutende Werke der amerikanischen Moderne und Gegenwartskunst, sondern eröffnet zugleich einen seltenen Einblick in die über Jahrzehnte gewachsene Privatsammlung von Joel und Carole Bernstein.

Tags: Alex Katz, Malerei, Tom Wesselmann, Jo Baer, Joe Coleman, Alice Neel, Fairfield Porter, Dorothy Pearlstein, Joel Bernstein, Carole Bernstein, Kunstsammlung, Kunstmarkt, Gegenwartskunst, Moderne Kunst, The Great Unseen Collection

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