Constantin Brancusi in seinem Atelier in der Impasse Ronsin in Paris mit mehreren „Endless Columns“ im Hintergrund, Gelatinesilberprint aus den Jahren 1932–1934
Constantin Brancusi in seinem Atelier in Paris mit Endless Columns, 1932–1934 – Mit freundlicher Genehmigung von: pacegallery.com / Pace Gallery

Wann: 19.05.2026 - 19.09.2026

Die Pace Gallery übernimmt ab sofort die weltweite Vertretung des Constantin-Brâncuși-Nachlasses. Damit erweitert die international tätige Galerie ihr Programm um einen der bedeutendsten Bildhauer der Moderne. Erste größere Präsentationen sind bereits angekündigt, darunter eine Ausstellung in London sowie eine umfangreiche museale Schau in Berlin. Die kommende Ausstellung in Berlin entsteht in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou und widmet sich dem Werk eines Künstlers, der die Skulptur des 20. Jahrhunderts grundlegend verändert hat.

 

Constantin Brancusi „Bird in Space“ aus Marmor von 1923 mit reduzierter skulpturaler Form und minimalistischer Elegan
Constantin Brancusi „Bird in Space“ aus Marmor von 1923 mit reduzierter skulpturaler Form und minimalistischer Elegan – Mit freundlicher Genehmigung von: pacegallery.com / Pace Gallery
Constantin Brâncuși gilt als Wegbereiter der modernen Skulptur. Seine Arbeiten reduzierten die Form auf elementare Linien und Volumen, ohne dabei ihre poetische oder spirituelle Wirkung zu verlieren. Über Jahrzehnte entwickelte er Werkgruppen von großer Konsequenz, deren Klarheit später Künstler von Minimal Art bis Conceptual Art beeinflusste. Statt realistischer Darstellung interessierten ihn Verdichtung, Rhythmus und die innere Struktur der Dinge. Seine Skulpturen wirken bis heute zugleich archaisch und modern.

Die erste Ausstellung der Pace Gallery zum Brâncuși Estate wird im Herbst in London stattfinden. Kuratiert wird sie von Jérôme Neutres, ehemaliger Kulturberater und unabhängiger Kurator. Die Präsentation soll Brâncușis Werk innerhalb jener künstlerischen Umbrüche zeigen, die das frühe 20. Jahrhundert prägten – von Kubismus bis Surrealismus.

Marc Glimcher, CEO der Pace Gallery, erklärt:

„Es ist eine Ehre, mit dem Brâncuși Estate zusammenzuarbeiten und das Werk dieses außergewöhnlichen Künstlers weltweit mit einem neuen Publikum zu teilen. Als Vater der modernen Skulptur kann Brâncușis Einfluss auf das Medium nicht hoch genug eingeschätzt werden; gemeinsam mit Alexander Calder und Pablo Picasso prägte er die Zukunft der dreidimensionalen Kunst. Die Wirkung seines Schaffens reicht von Arp und Isamu Noguchi über Claes Oldenburg, John Chamberlain und Leo Villareal bis zu Tara Donovan und Alicja Kwade. Alle Bildhauer, die für die Geschichte von Pace von zentraler Bedeutung waren, wurden von Brâncușis unvergleichlichem Werk beeinflusst. Unsere Ausstellung in London wird den historischen Kontext beleuchten, aus dem Brâncuși als Künstler hervorging – eine Zeit außergewöhnlicher Kreativität und gegenseitiger Inspiration im Paris des 20. Jahrhunderts, aus der Bewegungen wie Kubismus, Dadaismus, Surrealismus und Fauvismus entstanden. Wir freuen uns darauf, das Bewusstsein und die Wertschätzung für diesen Meister der Moderne weiter zu vertiefen.“

Auch Teodor Nicol, Eigentümer des Constantin Brâncuși Estate, betont die langfristige Zusammenarbeit:

„Wir freuen uns auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Pace, einer Galerie, die seit Jahrzehnten Künstlernachlässe mit großer Kontinuität begleitet. Brâncuși war ein Künstler, dessen Werk Generationen geprägt hat, und wir sind überzeugt, dass seine Skulpturen innerhalb dieses internationalen Programms neue Aufmerksamkeit erhalten werden. Gemeinsam möchten wir Brâncușis progressive Vision einem weltweiten Publikum erneut nahebringen und sein Vermächtnis in die Zukunft führen.“

Geboren 1876 im rumänischen Hobita, kam Brâncuși Anfang des 20. Jahrhunderts nach Paris und arbeitete kurzzeitig im Atelier von Auguste Rodin. Schon früh entschied er sich jedoch für einen eigenen Weg. Statt monumentaler Dramatik entwickelte er eine konzentrierte, reduzierte Formensprache, die Material, Oberfläche und Volumen neu definierte. Werke wie „Bird in Space“, „Sleeping Muse“ oder „Mademoiselle Pogany“ zählen heute zu den wichtigsten Skulpturen der klassischen Moderne.

Zentral für Brâncușis Werk war auch sein Atelier in der Impasse Ronsin in Paris. Dort entstanden über Jahrzehnte nicht nur Skulpturen, sondern komplexe räumliche Inszenierungen, in denen Sockel, Materialien und Licht Teil der Gesamtkomposition wurden. Nach seinem Tod vermachte der Künstler das Atelier mitsamt Inhalt dem französischen Staat. Eine Rekonstruktion befindet sich heute gegenüber dem Centre Pompidou in Paris.

Die Ausstellung der Pace Gallery widmet sich mit Constantin Brâncuși einem Künstler, der die moderne Skulptur des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt hat. Seine reduzierte Formensprache zwischen Abstraktion, Materialität und spiritueller Konzentration beeinflusst bis heute Generationen von Künstlern und prägt die internationale Kunstgeschichte bis in die Gegenwart.

 

Foto: Constantin Brâncuși in seinem Atelier, Impasse Ronsin, mit „Bird in Space“ und „Endless Columns“ im Hintergrund, ca. 1932–1934. Gelatinesilberprint, 39,7 × 29,7 cm. Collection Centre Pompidou, MNAM-CCI, Paris. © Succession Brancusi – All rights reserved / ARS 2018

Foto: Constantin Brâncuși, „Bird in Space“, 1923, Marmor, 56 × 6 1/2 × 6 1/2 in. (144,1 × 16,5 cm). Bequest of Florene M. Schoenborn, 1995. © 2026 Artists Rights Society (ARS), New York

 

Die außergewöhnliche Nachfrage nach Arbeiten von Constantin Brâncuși zeigt bis heute die anhaltende Bedeutung des Bildhauers für den internationalen Kunstmarkt. Seine Skulpturen verbinden formale Reduktion mit spiritueller Präsenz und zählen längst zu den wichtigsten Positionen der klassischen Moderne. Werke wie „Danaïde“, „Bird in Space“ oder „Sleeping Muse“ erreichen regelmäßig Spitzenpreise und gehören zu den seltensten und begehrtesten Skulpturen des 20. Jahrhunderts

Tags: Constantin Brancusi, Brancusi, Photographie, Fotografie, Contemporary Art, Zeitgenössische Kunst, Kunstmarkt, Moderne Kunst, Kunstsammler, Minimal Art, Klassische Moderne, Danaïde

Die Galerie ist von Dienstag bis Samstag jeweils von 11:00 bis 18:00 Uhr geöffnet, montags bleibt sie geschlossen. Besucher haben damit an fünf Tagen pro Woche Gelegenheit, die aktuellen Ausstellungen und Präsentationen in ruhiger Atmosphäre zu erleben.