Francis Picabia, „Les rochers rouges (The Red Rocks)“, expressive Küstenlandschaft zwischen Impressionismus und Abstraktion, ca. 1942–1943. © Francis Picabia
Francis Picabia – Les rochers rouges (The Red Rocks), ca. 1942–1943 – Mit freundlicher Genehmigung von: hauserwirth.com / Gallery Hauser & Wirth

Wann: 21.05.2026 - 01.08.2026

Francis Picabia zählt zu den einflussreichsten und zugleich wandelbarsten Künstlern der Moderne. Die Ausstellung „Expanding Horizons“ bei Hauser & Wirth in der Ausstellung London zeichnet vom 21. Mai bis 1. August 2026 die außergewöhnliche künstlerische Entwicklung des französischen Malers nach – von impressionistischen Landschaften über Dada und die berühmten Transparenzen bis hin zu seinen späten abstrakten Arbeiten.

Die gemeinsam mit dem Comité Picabia organisierte Ausstellung versammelt Werke aus fünf Jahrzehnten und macht sichtbar, wie konsequent Picabia jede stilistische Festlegung verweigerte. Seine Kunst bewegte sich zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen avantgardistischer Radikalität und bewusster Aneignung kunsthistorischer Traditionen.

Francis Picabia, „Le Zèbre (The Zebra)“, experimentelle Landschaft zwischen Neoimpressionismus, Fauvismus und surrealer Überzeichnung, ca. 1909–1933.
Francis Picabia, „Untitled“, abstrahierte Landschaft mit vereinfachten Formen und expressiver Farbfläche, ca. 1911.
Francis Picabia, „Le Zèbre (The Zebra)“, experimentelle Landschaft zwischen Neoimpressionismus, Fauvismus und surrealer Überzeichnung, ca. 1909–1933. • Francis Picabia, „Untitled“, abstrahierte Landschaft mit vereinfachten Formen und expressiver Farbfläche, ca. 1911. – Mit freundlicher Genehmigung von: hauserwirth.com / Gallery Hauser & Wirth

Bereits die frühen Landschaften zeigen Picabias Distanz zum klassischen Impressionismus. Werke wie „Le Zèbre (The Zebra)“ (ca. 1909–1933) verbinden neoimpressionistische Küstenszenen mit später hinzugefügten linearen Eingriffen und verweisen auf seine Methode, Bilder über Jahrzehnte hinweg zu verändern und neu zu denken. Auch „Untitled“ (ca. 1911) markiert den Übergang von naturalistischen Formen hin zu einer zunehmend abstrahierten Bildsprache.

Ab Mitte der 1910er Jahre bewegte sich Picabia gemeinsam mit Marcel Duchamp im Umfeld der Dada-Bewegung in New York, Zürich und Paris. Obwohl er sich 1921 öffentlich von Dada distanzierte, blieb dessen Geist in vielen späteren Arbeiten präsent. Das seltene Selbstporträt „Francis Picabia“ (ca. 1924) zeigt seine spielerische Verbindung von Text, Bild und Identität.

Francis Picabia, „Genèses (Geneses)“, vielschichtige Transparenz-Komposition zwischen Figuration und Abstraktion, ca. 1930–1931.
Francis Picabia, „Nu de dos devant la mer (Nude from Behind, in Front of the Sea)“, figurativer Akt vor bewegter Meereslandschaft, ca. 1942–1943.
Francis Picabia, „Genèses (Geneses)“, vielschichtige Transparenz-Komposition zwischen Figuration und Abstraktion, ca. 1930–1931. • Francis Picabia, „Nu de dos devant la mer (Nude from Behind, in Front of the Sea)“, figurativer Akt vor bewegter Meereslandschaft, ca. 1942–1943. – Mit freundlicher Genehmigung von: hauserwirth.com / Gallery Hauser & Wirth

Mit seinem Umzug an die Côte d’Azur öffnete Picabia sein Werk erneut für neue Bildwelten. Die sogenannten Transparenzen der späten 1920er- und 1930er-Jahre überlagern Figuren, Symbole und Linien zu komplexen Bildräumen. Arbeiten wie „Genèses“ (ca. 1930–1931) oder „Transparence, Portrait de femme“ (ca. 1937–1939) verdeutlichen diese vielschichtige Verbindung aus Realität, Erinnerung und Abstraktion.

Während der 1930er- und 1940er-Jahre entstanden figurative Gemälde und Akte auf Grundlage fotografischer Vorlagen aus populären Magazinen. „Nu de dos devant la mer (Nude from Behind, in Front of the Sea)“ (ca. 1942–1943) verbindet klassische Aktdarstellungen mit Elementen visueller Massenkultur und zeigt Picabias Fähigkeit, Hoch- und Populärkultur miteinander zu verschränken. Parallel dazu entstanden Landschaften wie „Les rochers rouges (The Red Rocks)“ (ca. 1942–1943), die erneut auf seine frühen impressionistischen Motive verweisen.

rancis Picabia, „Composition abstraite“, biomorphe abstrakte Komposition mit expressiven Konturen und dunkler Farbigkeit, 1947.
rancis Picabia, „Composition abstraite“, biomorphe abstrakte Komposition mit expressiven Konturen und dunkler Farbigkeit, 1947. – Mit freundlicher Genehmigung von: hauserwirth.com / Gallery Hauser & Wirth

In seinen letzten Jahren entwickelte Picabia eine neue Form der Abstraktion mit dichten Oberflächen und archaisch wirkenden Zeichenformen. Werke wie „Composition“ (1951) oder „Composition abstraite“ (1947) greifen Einflüsse prähistorischer Kunst, afrikanischer Masken und neolithischer Artefakte auf und verleihen seinen späten Arbeiten eine eindringliche, fast existenzielle Atmosphäre.

Die Ausstellung macht eindrucksvoll sichtbar, wie Francis Picabia während seiner gesamten Karriere zwischen Stilrichtungen, Bildsprachen und kulturellen Referenzen wechselte und gerade dadurch zu einer der prägendsten Figuren der Kunst des 20. Jahrhunderts wurde.

Die Ausstellung „Francis Picabia. Expanding Horizons“ bei Hauser & Wirth macht eindrucksvoll sichtbar, wie Francis Picabia während seiner gesamten Karriere zwischen Stilrichtungen, Bildsprachen und kulturellen Referenzen wechselte und gerade dadurch zu einer der prägendsten Figuren der Kunst des 20. Jahrhunderts wurde.

Tags: Francis Picabia, Moderne Kunst, Dada, Abstraktion, Impressionismus, Marcel Duchamp, französische Kunst, 20. Jahrhundert Kunst, Zeitgenössische Kunst, Malerei, Fauvismus, Kubismus

Donnerstag, 21. Mai, 18 – 20 Uhr