Metamorphosen – Daphne verwandelt sich vor den Augen Apollons in einen Lorbeerbaum. Ausstellungsplakat der Galleria Borghese Rom 2026 nach einem Werk aus Ovids „Metamorphosen“. © The National Gallery, London
Metamorphosen – Apollo und Daphne | Galleria Borghese Rom 2026 © The National Gallery, London – Mit freundlicher Genehmigung von: GalleriaBorghese / Galleria Borghese Rom

Wann: 23.06.2026 - 20.09.2026

Mit der Ausstellung „Metamorphoses. Ovid and the Arts“ präsentiert die Galleria Borghese vom 23. Juni bis 20. September 2026 eine der bedeutendsten Ausstellungen in Rom des Jahres. Das große Ausstellungsprojekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Rijksmuseum Amsterdam und wurde von Francesca Cappelletti und Frits Scholten kuratiert. Nach seiner Präsentation in den Niederlanden erhält die Schau in Rom eine eigenständige und speziell für die Galleria Borghese entwickelte Inszenierung.

Ausgangspunkt der Ausstellung sind Ovids „Metamorphosen“, eines der einflussreichsten Werke der europäischen Geistesgeschichte. Die Schau widmet sich der Verwandlung als universellem Prinzip und als Schlüssel zum Verständnis von Kosmos, Materie und menschlicher Existenz. Ovids Erzählungen eröffnen dabei eine Welt, in der die Grenzen zwischen Mensch, Natur und Göttlichem ständig in Bewegung sind und Veränderung zum grundlegenden Zustand des Daseins wird.

Hall of the Emperors, Borghese Gallery. Photo: Luciano Romano ©Galleria Borghese
Hall of the Emperors, Borghese Gallery. Photo: Luciano Romano ©Galleria Borghese – Mit freundlicher Genehmigung von: GalleriaBorghese / Galleria Borghese Rom

Die Galleria Borghese bietet für dieses Thema einen besonders passenden Rahmen. Bereits die Entstehung der Villa außerhalb der Porta Pinciana war eng mit der Bildwelt der „Metamorphosen“ verbunden. Kardinal Scipione Borghese ließ das Casino Nobile als Ort errichten, an dem Kunst, Mythologie und Repräsentation zu einem vielschichtigen Gesamtkunstwerk verschmelzen sollten.

Im 18. Jahrhundert wurde diese Verbindung durch die Umgestaltung der Räume unter Marcantonio IV Borghese und den Architekten Antonio Asprucci weiter vertieft. Die Skulpturen rückten ins Zentrum der Säle und wurden Teil eines dekorativen Programms, das sich direkt auf Ovids Werk bezog. Dadurch wurde die Präsenz der antiken Dichtung zu einem festen Bestandteil der Identität des Hauses.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Metamorphose als schöpferische Kraft, die Körper, Materie und die Ordnung der Welt durchdringt. Die oft dramatischen Mythen Ovids lieferten Künstlern über Jahrhunderte hinweg einen unerschöpflichen Vorrat an Motiven. Liebe, Leidenschaft, Verlangen, Täuschung, Gewalt und Erlösung finden darin ebenso ihren Ausdruck wie die permanente Veränderung aller Dinge.

Der Rundgang zeichnet eine Welt nach, in der Götter, Menschen und Natur einem gemeinsamen Schicksal der Verwandlung folgen. Neben zentralen Themen wie Liebe, Jenseitsvorstellungen und Schöpfungsmythen beleuchtet die Ausstellung auch das Phänomen des „Ovide moralisé“, jener mittelalterlichen Neudeutung der Metamorphosen, die die Bildsprache der Renaissance nachhaltig beeinflusste.

Zu sehen sind Werke bedeutender Künstler vom Renaissance- und Barockzeitalter bis in die Moderne. Arbeiten von Correggio, Michelangelo, Tizian, Rubens und Poussin treten in einen Dialog mit Werken von Gérôme, Rodin und Brancusi und zeigen die anhaltende Faszination, die Ovids Erzählungen bis heute ausüben.

Das Herzstück der Ausstellung bilden die weltberühmten Skulpturen „Apollo und Daphne“ sowie „Pluto und Proserpina“ von Gian Lorenzo Bernini. Gemeinsam mit den weiteren mythologischen Meisterwerken der Sammlung unterstreichen sie die ungebrochene Bedeutung antiker Mythen für die europäische Kunst- und Kulturgeschichte.

Die Ausstellung versteht sich als sinnliche und symbolische Reise durch die Welt der Verwandlung. Sie untersucht die Spannung zwischen Ordnung und Wandel, die Fluidität von Identitäten sowie die Beziehung zwischen Körper und Natur. Metamorphose erscheint dabei nicht nur als körperliche Veränderung, sondern als ästhetische und philosophische Kategorie, die Fragen nach Zeit, Raum, Materie und Form neu stellt.

Mit „Metamorphoses. Ovid and the Arts“ verwandelt sich die Galleria Borghese im Sommer 2026 in einen Ort, an dem die großen Mythen der Antike, die Meisterwerke der Kunstgeschichte und die Idee der ständigen Verwandlung auf einzigartige Weise zusammenfinden. Eine Ausstellung, die zeigt, wie lebendig Ovids Welt auch nach zwei Jahrtausenden geblieben ist.

Tags: Metamorphosen, Ovid, Francesca Cappelletti, Skulpturen, Frits Scholten, Gian Lorenzo Bernini, Tizian, Peter Paul Rubens, Michelangelo Buonarroti, Poussin, August Rodin, Kunstgeschichte, Mythologie, Renaissance, Barock, Antike Kunst

Täglich von 9.00 bis 19.00 Uhr.