Yamamoto Miki – Tafel aus der Graphic Novel Sunny Sunny Ann in der Ausstellung „Rebels“ im MAR Ravenna
Yamamoto Miki, Tafel aus der Graphic Novel Sunny Sunny Ann. Die japanische Mangakünstlerin gehört zu den bedeutendsten Vertreterinnen des zeitgenössischen Autoren-Manga und ist mit ihren Arbeiten in der Ausstellung „Rebels“ im MAR – Museo d’Arte della città di Ravenna vertreten. © Yamamoto Miki / Coconino Press – Mit freundlicher Genehmigung von: museocitta.ra.it / Kunstmuseum in Ravenna

Wann: 31.05.2026 - 05.07.2026

David Prudhomme, Luz, Yamamoto Miki und Olivier Schrauwen verwandeln Ravenna in einen Schauplatz gezeichneter Revolten und zeigen, warum die Graphic Novel heute zu den spannendsten Ausdrucksformen der Gegenwartskunst gehört.

Mit der Ausstellung „Rebels“ präsentiert das MAR – Museo d’Arte della città di Ravenna eine außergewöhnliche Schau im Rahmen des Coconino Fest 2026. Die Ausstellung in Ravenna versammelt vier international renommierte Positionen des zeitgenössischen Comics und der Graphic Novel, die auf sehr unterschiedliche Weise gesellschaftliche Umbrüche, persönliche Erfahrungen und historische Erinnerungen verhandeln. Vom 31. Mai bis 5. Juli 2026 zeigt das Museum Originalzeichnungen und Bildfolgen von David Prudhomme, Luz, Yamamoto Miki und Olivier Schrauwen sowie Arbeiten des italienischen Künstlers Miguel Vila.

Was die Ausstellung besonders macht, ist die Vielfalt der erzählerischen Ansätze. Die gezeigten Werke bewegen sich zwischen historischer Recherche, autobiografischer Reflexion, gesellschaftlicher Kritik und experimenteller Bildsprache. Gemeinsam verdeutlichen sie, wie weit sich der Comic von seinem einstigen Nischendasein entfernt hat und heute als eigenständige Kunstform internationale Anerkennung genießt.

Der französische Zeichner David Prudhomme widmet sich in seinem Werk „Rebetiko“ einer faszinierenden Episode griechischer Kulturgeschichte. Seine Bilder führen in das Athen der 1930er Jahre, in die Welt des Rebetiko, jener von sozialen Außenseitern geprägten Musikrichtung, die von den politischen Machthabern bekämpft wurde. Prudhommes atmosphärische Zeichnungen verbinden historische Erzählung mit einer eindrucksvollen visuellen Sprache und machen deutlich, wie eng Kunst, Musik und gesellschaftlicher Widerstand miteinander verbunden sein können.

Einen anderen Zugang wählt Luz, der international vor allem durch seine Arbeit für „Charlie Hebdo“ bekannt wurde. Mit „Due ragazze nude“ greift er die Geschichte eines Gemäldes von Otto Müller auf und verbindet sie mit den politischen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts. Aus der Perspektive der dargestellten Figuren entsteht eine ebenso persönliche wie eindringliche Reflexion über Kunst, Verfolgung und Freiheit. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Debatten über Meinungsfreiheit und kulturelle Identität erhält diese Arbeit eine besondere Aktualität.

Die japanische Mangakünstlerin Yamamoto Miki eröffnet mit ihren Werken einen Blick auf gesellschaftliche Rollenbilder und individuelle Selbstbestimmung. Ihre Erzählungen handeln von Frauen, die sich gegen traditionelle Erwartungen behaupten und neue Lebenswege suchen. Mit feinem psychologischem Gespür und einer zeichnerischen Handschrift, die sich bewusst von klassischen Manga-Konventionen entfernt, schafft sie Geschichten, die weit über nationale Grenzen hinaus verständlich bleiben.

Experimentell und formal radikal präsentiert sich dagegen der Belgier Olivier Schrauwen. Seine vielfach ausgezeichneten Graphic Novels gelten als Meilensteine der zeitgenössischen Comic-Kunst. In „Domenica“ verbindet er Alltagsbeobachtung, Humor und psychologische Präzision zu einem Werk, das die Möglichkeiten des Mediums eindrucksvoll erweitert. Die internationale Kritik zählt Schrauwen seit Jahren zu den wichtigsten Erneuerern des Autorencomics.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten von Miguel Vila, der zu den interessantesten Stimmen der jüngeren italienischen Comic-Szene gehört. Seine Geschichten bewegen sich zwischen gesellschaftlicher Analyse, Familiengeschichte und sozialem Realismus. Mit großer erzählerischer Dichte zeichnet er das Bild einer Gesellschaft im Wandel und erweitert die Ausstellung um eine zeitgenössische italienische Perspektive.

„Rebels“ macht deutlich, dass Comics und Graphic Novels heute weit mehr sind als illustrierte Unterhaltung. Die Ausstellung zeigt Künstler, die mit gezeichneten Bildern komplexe Fragen unserer Zeit verhandeln und dabei neue Formen des Erzählens entwickeln. Im MAR Ravenna begegnen sich unterschiedliche kulturelle Traditionen, Generationen und Ausdrucksformen – vereint durch die Überzeugung, dass Bilder Geschichten erzählen können, die weit über die Grenzen von Sprache und Herkunft hinausreichen.

Tags: Rebellen, Comic Art, Zeichnungen, David Prudhomme, Yamamoto Miki, Olivier Schrauwen, Miguel Vila, Gegenwartskunst, Illustration, Zeitgenössische Kunst, Gesellschaft und Kunst, Luz, Otto Müller, Charlie Hebdo

Dienstag bis Samstag: 9.00–18.00 Uhr
Sonntag und Feiertage: 10.00–19.00 Uhr
Montag geschlossen

Der Kartenverkauf endet jeweils 30 Minuten vor Schließung.