Kuratorin Sonia Buchroithner, Ausstellungsmanagerin Charisse Santos, Laura Manfredi, Kulturvermittlung der Tiroler Landesmuseen, und Karl C. Berger, Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums (v. li.).
Kuratorin Sonia Buchroithner, Ausstellungsmanagerin Charisse Santos, Laura Manfredi, Kulturvermittlung der Tiroler Landesmuseen, und Karl C. Berger, Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums (v. li.). – Mit freundlicher Genehmigung von: TirolerLandesmuseen / Tiroler Landesmuseen

Wann: 12.06.2026 - 04.04.2027

Die Ausstellung „AUFGESPÜRT. Objekte, Geschichten, Geheimnisse“ macht die oft verborgene Arbeit der Provenienzforschung sichtbar. Im Ausstellungstipp Innsbruck widmet sich das Tiroler Volkskunstmuseum den Herkunfts- und Besitzgeschichten außergewöhnlicher Objekte und zeigt, wie eng Kunst, Geschichte und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbunden sind.

AUFGESPÜRT. OBJEKTE, GESCHICHTEN, GEHEIMNISSE

Ein geschnitzter Engel, ein präparierter Andenkondor, ein Mumienfuß oder ein Medaillon mit Barthaaren von Andreas Hofer – zahlreiche ungewöhnliche Objekte bewahren die Tiroler Landesmuseen in ihren Sammlungen. Doch wie sind sie dorthin gelangt? Die neue Ausstellung „Aufgespürt. Objekte, Geschichten, Geheimnisse“ im Tiroler Volkskunstmuseum rekonstruiert anhand von 21 ausgewählten Exponaten deren Herkunft und macht die langjährige Provenienzforschung des Hauses nachvollziehbar.

Die Präsentation richtet den Blick auf die oft verschlungenen Wege von Kunstwerken und historischen Objekten. Hinter Porträts, Skulpturen oder Alltagsgegenständen verbergen sich Schenkungen, Besitzerwechsel, ungeklärte Überlieferungen und mitunter auch Geschichten von Verlust und Raub. So wird deutlich, dass Provenienzforschung weit über die Frage nach dem Schöpfer eines Werkes hinausgeht und auch die Umstände beleuchtet, unter denen ein Objekt in eine Sammlung gelangte.

„Es sind Geschichten von unterschiedlichen, manchmal ungeklärten Besitzverhältnissen, Geschichten von Schenkung, von Raub und Geschichten mit mehreren Stationen und Verzweigungen. Die Provenienzforschung beschäftigt sich mit der Herkunfts- und Besitzer*innengeschichte eines Objekts – denn es geht nicht immer nur darum, wer ein Objekt geschaffen oder besessen hat, sondern auch, unter welchen Umständen es letztlich ins Museum gelangt ist“, erklärt Sonia Buchroithner, Kuratorin und Provenienzforscherin.

Die Ausstellung zeigt dabei auch, dass nicht jede Herkunft lückenlos geklärt werden kann. Zu den vorgestellten Beispielen zählen eine Schützenscheibe aus Kastelruth mit ungewisser Überlieferungsgeschichte sowie neue Forschungsergebnisse zu einem Gemälde der Malerin Martha Strele. Zugleich werden aktuelle Fragen der Restitution und des Umgangs mit kolonialem Kulturerbe thematisiert, darunter ein Objekt aus dem Umfeld nationalsozialistischer Enteignungen sowie ein einzelner Mumienfuß, dessen Geschichte bis heute Fragen offenlässt.

Überdimensionale Aktenordner als Ausstellungsarchitektur, Hands-on-Stationen und Hörbeiträge mit Experten aus den Bereichen Provenienzforschung, Restitution und Kulturgutfahndung eröffnen unterschiedliche Zugänge zum Thema. Begleitend erscheint die Publikation „Aufgespürt. 21 Museumsobjekte und ihre (un-)geklärten Geschichten“.

„In der Ausstellung ,Aufgespürt‘, die bis 4. April 2027 im Tiroler Volkskunstmuseum zu sehen ist, wird anhand von 21 ausgewählten Objekten ihr Weg in die Sammlungen der Tiroler Landesmuseen nachgezeichnet“, erklärt Karl C. Berger, Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums.

Die Ausstellung zeigt, wie eng Museumsarbeit, historische Forschung und gesellschaftliche Verantwortung heute miteinander verknüpft sind und macht die Bedeutung der Provenienzforschung für den Umgang mit kulturellem Erbe anschaulich erfahrbar.

Mit „Aufgespürt. Objekte, Geschichten, Geheimnisse“ rückt das Tiroler Volkskunstmuseum die Provenienzforschung in den Mittelpunkt und zeigt, wie eng die Geschichte von Museumsobjekten mit den großen Fragen von Erinnerungskultur und kultureller Verantwortung verbunden ist.

Tags: Provenienzforschung, Restitution, Kulturerbe, Raubkunst

Täglich Montag bis Sonntag von 9:00 bis 17:00 Uhr, letzter Einlass um 16:30 Uhr.