Avery Singer in ihrem Atelier vor einem Werk aus der Serie „War_overlays“, Porträt der New Yorker Gegenwartskünstlerin.
Avery Singer in ihrem Atelier vor einem Werk aus der Serie „War_overlays“, Porträt der New Yorker Gegenwartskünstlerin. – Mit freundlicher Genehmigung von: hauserwirth.com / Gallery Hauser & Wirth

Wann: 12.06.2026 - 05.09.2026

Anlässlich des Zurich Art Weekends 2026 präsentiert Hauser & Wirth mit „Avery Singer. War_overlays“ eine neue Ausstellung der New Yorker Künstlerin Avery Singer. Die Ausstellung Zürich in den Räumen an der Limmatstrasse vereint neue Gemälde mit einer eigens für die Galerie entwickelten ortsspezifischen Installation und ist vom 12. Juni bis 5. September 2026 zu sehen.

Für ihre neue Werkgruppe verwandelt Singer das Obergeschoss der Galerie in eine an ein Casino erinnernde Umgebung – einen von Überwachung, Kontrolle und medialen Bildern geprägten Raum. Die Ausstellung untersucht, wie digitale Medien und sich beschleunigende Technologien Wahrnehmung und Realität verändern und die Grenzen zwischen beiden zunehmend auflösen. Erstmals integriert die Künstlerin KI-basierte Werkzeuge direkt in ihren Arbeitsprozess und erweitert damit ihr langjähriges Interesse an den Wechselwirkungen von Malerei, Technologie und Bildproduktion.

Avery Singer, „Solver“, 2026, KI-inspiriertes Gemälde aus der Serie „War_overlays“, Hauser & Wirth Zürich.
Avery Singer, „Solver“, 2026, KI-inspiriertes Gemälde aus der Serie „War_overlays“, Hauser & Wirth Zürich. – Mit freundlicher Genehmigung von: hauserwirth.com / Gallery Hauser & Wirth

In Fortführung früherer Arbeiten, die sich mit persönlichen Erinnerungen an die Anschläge vom 11. September auseinandersetzen, reflektieren die neuen Gemälde die Erfahrung des Heranwachsens in den frühen 2000er-Jahren vor dem Hintergrund medial vermittelter Konflikte. Verzerrte, von künstlicher Intelligenz beeinflusste Bildwelten dienen dabei als Mittel, um die Distanz zwischen realer Gewalt und ihrer visuellen Reproduktion erfahrbar zu machen.

Ausgangspunkt ist unter anderem die Auseinandersetzung mit den Schriften Jean Baudrillards über den Golfkrieg. Singer hinterfragt, in welchem Maß Konflikte in westlichen Gesellschaften als mediales Spektakel konstruiert und über Bilder vermittelt werden, während die unmittelbare Erfahrung in den Hintergrund tritt. Diese Spannung spiegelt sich auch in der Inszenierung der Ausstellung wider: Lange rote Vorhänge, Teppichböden und Überwachungskameras stehen in bewusstem Kontrast zu den verstörenden Motiven der Gemälde.

Avery Singer, „Cate“, 2026, mehrschichtiges Porträtgemälde aus der Serie „War_overlays“, Hauser & Wirth Zürich.
Avery Singer, „Dopamine“, 2026, vielschichtiges Gemälde mit überlagerten Medien- und Nachrichtenbildern aus der Serie „War_overlays“
Avery Singer, „Cate“, 2026, mehrschichtiges Porträtgemälde aus der Serie „War_overlays“, Hauser & Wirth Zürich. • Avery Singer, „Dopamine“, 2026, vielschichtiges Gemälde mit überlagerten Medien- und Nachrichtenbildern aus der Serie „War_overlays“ – Mit freundlicher Genehmigung von: hauserwirth.com / Gallery Hauser & Wirth

Eine zentrale Rolle übernimmt erneut die Figur des „Poker Players“, die als Alter Ego der Künstlerin erscheint. Sie versucht, Muster zu erkennen, Entwicklungen vorauszusehen und jene Details wahrzunehmen, die anderen verborgen bleiben. Überlagert wird diese Figur von KI-generierten Bildfragmenten, die auf aktuelle Kriegsbilder Bezug nehmen und jene harten Realitäten sichtbar machen, die außerhalb des Ateliers und jenseits der ästhetischen Inszenierung fortbestehen.

Auch der Einsatz künstlicher Intelligenz selbst wird zum Thema. Singer verwendet KI zur Entwicklung von Prompts und Schlüsselbegriffen für die Bildfindung und untersucht Fragen von Erinnerung, Wahrheit und Wissen im digitalen Zeitalter. Die daraus entstehenden Bildwelten sind geprägt von Brüchen, Fehlstellen und irritierenden Überlagerungen, die die Grenzen algorithmischer Systeme offenlegen.

Mit „War_overlays“ setzt Avery Singer ihre vielschichtige Auseinandersetzung mit Malerei, Architektur und Technologie fort. Ihr Werk verbindet autobiografische Erfahrungen mit kunsthistorischen Bezügen und aktuellen Fragestellungen rund um digitale Bildkulturen. Die Künstlerin zählt zu den international beachteten Positionen der Gegenwartskunst und ihre Arbeiten sind in bedeutenden Museen und Sammlungen vertreten.

Mit „War_overlays“ unterstreicht Hauser & Wirth einmal mehr seine Rolle als eine der weltweit führenden Blue-Chip-Galerien und präsentiert mit Avery Singer eine der markantesten Stimmen der internationalen Gegenwartskunst, deren Werk die Verbindung von Malerei, Technologie und zeitgenössischer Bildkultur auf prägnante Weise reflektiert.

Tags: Avery Singer, Zeitgenössische Kunst, Gegenwartskunst, Malerei, Künstliche Intelligenz, Digitale Kunst, Medienkunst, Blue Chip Art

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