Eine zentrale Rolle übernimmt erneut die Figur des „Poker Players“, die als Alter Ego der Künstlerin erscheint. Sie versucht, Muster zu erkennen, Entwicklungen vorauszusehen und jene Details wahrzunehmen, die anderen verborgen bleiben. Überlagert wird diese Figur von KI-generierten Bildfragmenten, die auf aktuelle Kriegsbilder Bezug nehmen und jene harten Realitäten sichtbar machen, die außerhalb des Ateliers und jenseits der ästhetischen Inszenierung fortbestehen.
Auch der Einsatz künstlicher Intelligenz selbst wird zum Thema. Singer verwendet KI zur Entwicklung von Prompts und Schlüsselbegriffen für die Bildfindung und untersucht Fragen von Erinnerung, Wahrheit und Wissen im digitalen Zeitalter. Die daraus entstehenden Bildwelten sind geprägt von Brüchen, Fehlstellen und irritierenden Überlagerungen, die die Grenzen algorithmischer Systeme offenlegen.
Mit „War_overlays“ setzt Avery Singer ihre vielschichtige Auseinandersetzung mit Malerei, Architektur und Technologie fort. Ihr Werk verbindet autobiografische Erfahrungen mit kunsthistorischen Bezügen und aktuellen Fragestellungen rund um digitale Bildkulturen. Die Künstlerin zählt zu den international beachteten Positionen der Gegenwartskunst und ihre Arbeiten sind in bedeutenden Museen und Sammlungen vertreten.
Mit „War_overlays“ unterstreicht Hauser & Wirth einmal mehr seine Rolle als eine der weltweit führenden Blue-Chip-Galerien und präsentiert mit Avery Singer eine der markantesten Stimmen der internationalen Gegenwartskunst, deren Werk die Verbindung von Malerei, Technologie und zeitgenössischer Bildkultur auf prägnante Weise reflektiert.