Michaël Borremans in seinem Atelier in Gent mit Hund vor einem großformatigen Gemälde für die Ausstellung „French Painting“ bei David Zwirner in Paris, 2026. © Michaël Borremans, Courtesy the artist and David Zwirner, Foto: Cedric Verhelst
Michaël Borremans in seinem Atelier in Gent mit Hund vor einem großformatigen Gemälde für die Ausstellung „French Painting“ bei David Zwirner in Paris, 2026. © Michaël Borremans, Courtesy the artist and David Zwirner, Foto: Cedric Verhelst – Mit freundlicher Genehmigung von: davidzwirner.com / David Zwirner

Wann: 05.05.2026 - 22.07.2026

Michaël Borremans: French Painting in Paris – Malerei zwischen Schönheit, Rätsel und Verstörung

Michaël Borremans kehrt mit der Ausstellung French Painting nach Paris zurück – und eröffnet mit einer ebenso faszinierenden wie verstörenden Bildwelt einen Dialog mit der großen französischen Maltradition, der lange nachhallt. In der Ausstellung Paris bei David Zwirner präsentiert der belgische Künstler vom 5. Juni bis 22. Juli 2026 neue Gemälde, die zwischen technischer Perfektion, psychologischer Spannung und rätselhafter Symbolik oszillieren.

Es ist die erste Einzelausstellung des Künstlers in Frankreich seit zwanzig Jahren und zugleich seine erste Präsentation in der Pariser Galerie von David Zwirner. Borremans zählt seit Jahren zu den bedeutendsten Malern der Gegenwart. Seine Werke entziehen sich jeder schnellen Interpretation und erzeugen eine Atmosphäre, in der Vertrautes und Unheimliches aufeinandertreffen. Mit außergewöhnlicher Präzision verbindet er malerische Meisterschaft mit einer Bildsprache, die Fragen nach Macht, Verletzlichkeit, Identität und der Unsicherheit menschlicher Wahrnehmung stellt.

Michaël Borremans, French Painting, 2026. Porträt eines sitzenden jungen Mannes mit Gitarre in gepolsterter Jacke. Das Gemälde verbindet klassische Maltradition mit einer subtil verstörenden Bildsprache. © Michaël Borremans
Jean-Antoine Watteau, Mezzetino, um 1717–1720. Der Musiker der Commedia dell’arte spielt Laute in einer idyllischen Parklandschaft und verkörpert die poetische Eleganz des französischen Rokoko. © The Metropolitan Museum of Art, New York.
Michaël Borremans, French Painting, 2026. Porträt eines sitzenden jungen Mannes mit Gitarre in gepolsterter Jacke. Das Gemälde verbindet klassische Maltradition mit einer subtil verstörenden Bildsprache. © Michaël Borremans • Jean-Antoine Watteau, Mezzetino, um 1717–1720. Der Musiker der Commedia dell’arte spielt Laute in einer idyllischen Parklandschaft und verkörpert die poetische Eleganz des französischen Rokoko. © The Metropolitan Museum of Art, New York. – Mit freundlicher Genehmigung von: davidzwirner.com / David Zwirner

Der Titel French Painting versteht sich als ironische Hommage an die französische Kunstgeschichte. Während die Ausstellung an große Namen wie Jean-Antoine Watteau, Jean-Siméon Chardin oder Édouard Manet erinnert, verweigern sich die Gemälde einer direkten Einordnung in diese Tradition. Schönheit erscheint hier zugleich verführerisch und beunruhigend, Zärtlichkeit und Nihilismus stehen nebeneinander. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Anspielung und Irritation und schaffen einen Raum, in dem historische Bildwelten mit den Unsicherheiten der Gegenwart kollidieren.

Borremans beschreibt seinen Ansatz mit den Worten: „Wie die meisten Künstler versuche ich, über das Leben, die Menschlichkeit und zeitgenössische Themen nachzudenken, allerdings mit den Mitteln, die für mich geeignet sind. Ich betrachte die heutige Welt gerne aus einer historischen Perspektive. Geschichte und Kunstgeschichte interessieren mich sehr. Ich versuche, die Bilder von heute mit den Bildern von gestern in Beziehung zu setzen, weil sie noch immer präsent sind.“

Michaël Borremans, Magnolia Flowers, 2026. Zarte Magnolienblüten in einer Vase vor rosafarbenem Hintergrund. Das Stillleben verbindet klassische Schönheit mit der subtilen Melancholie und Ambivalenz der zeitgenössischen Malerei. © Michaël Borremans, Courtesy the artist
Michaël Borremans, Magnolia Flowers, 2026. Zarte Magnolienblüten in einer Vase vor rosafarbenem Hintergrund. Das Stillleben verbindet klassische Schönheit mit der subtilen Melancholie und Ambivalenz der zeitgenössischen Malerei. © Michaël Borremans, Courtesy the artist – Mit freundlicher Genehmigung von: davidzwirner.com / David Zwirner

Zu den wiederkehrenden Motiven der Ausstellung zählen Raketen und Sprengkörper, die zwischen Bedrohung, Verlangen, technologischem Fortschritt und zerstörerischer Kraft changieren. In anderen Werken begegnen dem Besucher Magnolienzweige in einer grünen Keramikkanne, die Erinnerungen an Reinheit und Unschuld hervorrufen und zugleich Fragen nach Kontrolle, Vergänglichkeit und menschlichen Wertsystemen aufwerfen. Schönheit und Zerstörung erscheinen dabei als untrennbar miteinander verbunden.

Auch die Porträts der Ausstellung bewegen sich in einem Zustand permanenter Ambivalenz. Schuld und Unschuld, Nähe und Distanz, Empfindsamkeit und Entfremdung existieren gleichzeitig. Die Grenzen zwischen Porträt und Stillleben lösen sich auf, Identitäten werden fragil und offen. Gerade diese Unsicherheit macht den besonderen Reiz von Borremans’ Werk aus.

Jean-Baptiste-Siméon Chardin, Stillleben mit Pfirsichen, Glas und Nüssen, 1761. Das Gemälde zeigt Früchte und Alltagsgegenstände in einer meisterhaft komponierten Darstellung und gilt als Höhepunkt der französischen Stilllebenmalerei des 18. Jahrhunderts. © Musée du Louvre, Paris.
Michaël Borremans, Killer, 2026. Ein einzelner roter Apfel liegt isoliert vor einem neutralen Hintergrund. Das Gemälde verbindet die Tradition des Stilllebens mit einer subtilen Spannung zwischen Unschuld, Verführung und latenter Bedrohung. © Michaël Borremans, Courtesy the artist
Jean-Baptiste-Siméon Chardin, Stillleben mit Pfirsichen, Glas und Nüssen, 1761. Das Gemälde zeigt Früchte und Alltagsgegenstände in einer meisterhaft komponierten Darstellung und gilt als Höhepunkt der französischen Stilllebenmalerei des 18. Jahrhunderts. © Musée du Louvre, Paris. • Michaël Borremans, Killer, 2026. Ein einzelner roter Apfel liegt isoliert vor einem neutralen Hintergrund. Das Gemälde verbindet die Tradition des Stilllebens mit einer subtilen Spannung zwischen Unschuld, Verführung und latenter Bedrohung. © Michaël Borremans, Courtesy the artist – Mit freundlicher Genehmigung von: davidzwirner.com / David Zwirner

Der Künstler erklärt dazu: „Ich spiele mit den Konventionen der Malerei als Medium und mit den Bildkonventionen der westlichen Kultur. Ich hinterfrage sie, indem ich unerwartete Verbindungen innerhalb des Bildes herstelle, die manchmal sehr subtil sind und dadurch eine interessante Situation in der Wahrnehmung des Werkes erzeugen. Wenn ich ein Werk schaffe, versuche ich genau diesen Moment entstehen zu sehen. Ich versuche herauszufinden, ob es jenes Funkeln besitzt, das eine solche Reaktion auslösen kann.“

Michaël Borremans gehört zu den international etablierten Blue-Chip-Künstlern der Gegenwart. Seine Werke befinden sich in bedeutenden Museumssammlungen, darunter das Museum of Modern Art in New York, das Art Institute of Chicago, das Los Angeles County Museum of Art und das Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris. Seine Ausstellungen in Europa, Asien und den USA haben seinen Ruf als einer der wichtigsten figurativen Maler seiner Generation gefestigt.

Die Ausstellung bietet die Gelegenheit, das Werk eines der bedeutendsten zeitgenössischen Maler Europas neu zu entdecken und seine außergewöhnliche Verbindung von kunsthistorischer Tradition, psychologischer Tiefe und gegenwärtiger Relevanz nachzuvollziehen.

Tags: Michaël Borremans, Zeitgenössische Kunst, Contemporary Art, belgischer Künstler, Malerei, Figurative Kunst, Blue Chip Art, Kunstmarkt

Dienstag–Samstag: 10:00–18:00 Uhr
Sonntag & Montag: geschlossen