Henri Rousseau La Charmeuse de serpents, 1907 Musée d'Orsay Legs Jacques Doucet, 1936 © Musée d’Orsay, dist. GrandPalaisRmn / Patrice Schmidt
Henri Rousseau La Charmeuse de serpents, 1907 Musée d'Orsay Legs Jacques Doucet, 1936 © Musée d’Orsay, dist. GrandPalaisRmn / Patrice Schmidt – Mit freundlicher Genehmigung von: museeorangerie / Musée de l'Orangerie

Wann: 25.03.2026 - 20.07.2026

Henri Rousseau in Paris – Das Musée de l'Orangerie zeigt eine der bedeutendsten Rousseau-Ausstellungen der vergangenen Jahre

Mit einer großen Ausstellung widmet das Musée de l'Orangerie Henri Rousseau vom 25. März bis 20. Juli 2026 eine umfassende monografische Retrospektive. In Zusammenarbeit mit der Barnes Foundation in Philadelphia vereint das Museum bedeutende Leihgaben internationaler Institutionen und macht zugleich die außergewöhnliche Verbindung zwischen zwei der weltweit wichtigsten Rousseau-Sammlungen sichtbar.

Nach ihrer erfolgreichen Präsentation in Philadelphia ist die Ausstellung erstmals in Paris zu sehen. Das Musée de l'Orangerie profitiert dabei erstmals von Leihgaben der Barnes Foundation und vereint einen außergewöhnlichen Bestand an Werken, die einst durch die Hände des bedeutenden Kunsthändlers Paul Guillaume gingen. Dessen Sammlung bildet bis heute den Kernbestand des Museums und erzählt zugleich ein wichtiges Kapitel der Geschichte des modernen Kunstmarktes.

Henri Rousseau, „Tropenwald mit Affen“, 1910. © National Gallery of Art, Washington DC, John Hay Whitney Collection
Henri Rousseau, „Tropenwald mit Affen“, 1910. © National Gallery of Art, Washington DC, John Hay Whitney Collection – Mit freundlicher Genehmigung von: museeorangerie / Musée de l'Orangerie

Henri Rousseau zeigt in „Tropenwald mit Affen“ eine dicht verwachsene, fantasievolle Dschungellandschaft. In der Mitte sitzt ein braun-rötlicher Affe mit langem Schulter- und Rückenfell sowie dunklem, unbehaartem Gesicht auf einem Stein. Links davor leuchtet ein Busch mit ovalen roten Blättern, dahinter erscheinen vier helle Blüten und ein schwarz-weißer Affe mit dunklem Gesicht auf einer Liane. Weitere Affen beleben die tropische Vegetation: Einer blickt von einem Ast in die Szene, ein hellbrauner Affe schwingt mit ausgestreckten Armen und langem Schwanz durch das Geäst, während ein weiterer kopfüber an einem Ast hängt. Üppiges Blattwerk und exotische Pflanzen verleihen dem Gemälde seine charakteristische, traumhafte Atmosphäre.

Rund fünfzig Gemälde aus den Sammlungen des Musée de l'Orangerie, der Barnes Foundation sowie bedeutenden europäischen und amerikanischen Museen zeichnen Henri Rousseaus künstlerischen Weg nach. Zu den Höhepunkten zählt La Bohémienne endormie aus dem Museum of Modern Art in New York, eines der berühmtesten Werke des Künstlers und eine Ikone der modernen Malerei.

Henri Rousseau (1844–1910) gilt als bedeutendster Vertreter der Naiven Malerei und nimmt innerhalb der frühen Moderne eine außergewöhnliche Stellung ein. Der Autodidakt gab erst im Alter von 49 Jahren seine Tätigkeit als Zollbeamter auf, um sich ganz der Malerei zu widmen. Mit seiner unverwechselbaren Bildsprache beeinflusste er Künstler wie Pablo Picasso und später die Surrealisten. Seine Werke befinden sich heute in den führenden Museen der Welt und erzielen auf dem internationalen Kunstmarkt regelmäßig Spitzenpreise.

Bemerkenswert ist der kuratorische Ansatz der Ausstellung. Nicht der Mythos des „Douanier Rousseau“ steht im Vordergrund, sondern der Künstler als ambitionierter Maler, der sich seinen Platz auf der Pariser Kunstszene mit Beharrlichkeit erarbeitete. Landschaften, Porträts, Selbstbildnisse, Auftragsarbeiten und allegorische Kompositionen verdeutlichen die Vielfalt seines Schaffens und zeigen, wie bewusst Rousseau seine künstlerische Laufbahn entwickelte.

Die Mautstation, wo Rousseau als Zollbeamter arbeitete, hielt er um 1890 fest. © The Courtauld Gallery, London, UK/Bridgeman Images
Henri Rousseau, „Mädchen mit Puppe“ von 1892.
Die Mautstation, wo Rousseau als Zollbeamter arbeitete, hielt er um 1890 fest. © The Courtauld Gallery, London, UK/Bridgeman Images • Henri Rousseau, „Mädchen mit Puppe“ von 1892. – Mit freundlicher Genehmigung von: museeorangerie / Musée de l'Orangerie

Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich der außergewöhnlichen Verbindung zwischen Paul Guillaume und dem amerikanischen Sammler Albert C. Barnes. Beide trugen entscheidend dazu bei, Rousseaus Werk früh zu fördern und international bekannt zu machen. Die Ausstellung erzählt damit nicht nur die Geschichte eines bedeutenden Künstlers, sondern ebenso jene der Sammler, Händler und Netzwerke, die den modernen Kunstmarkt nachhaltig prägten.

Neben den kunsthistorischen Fragestellungen stehen aktuelle wissenschaftliche Forschungen im Mittelpunkt. Neue materialtechnische Untersuchungen der Barnes Foundation sowie Analysen des Centre de Recherche et de Restauration des Musées de France (C2RMF) eröffnen neue Einblicke in Rousseaus Maltechnik und seinen kreativen Arbeitsprozess. Digitale Vermittlungsstationen ermöglichen den Besuchern, diese Forschungsergebnisse anschaulich nachzuvollziehen und den Entstehungsprozess der Gemälde aus einer neuen Perspektive zu erleben.

Zwischen dichtem Blattwerk, geheimnisvollen Figuren und stillen Landschaften entfalten Henri Rousseaus Gemälde ihre unverwechselbare poetische Wirkung. Seine Bildwelten wirken zugleich wirklich und traumhaft. Sie laden dazu ein, in eine Welt einzutauchen, in der Naturbeobachtung und Imagination untrennbar miteinander verschmelzen.

Ein Jäger beendet das zweideutige Treffen von Bär und Frau: „Böse Überraschung“, 1901. © The Barnes Foundation, USA
Ein Jäger beendet das zweideutige Treffen von Bär und Frau: „Böse Überraschung“, 1901. © The Barnes Foundation, USA – Mit freundlicher Genehmigung von: museeorangerie / Musée de l'Orangerie

Mit dieser internationalen Kooperation widmet das Musée de l'Orangerie einem der eigenständigsten Künstler der frühen Moderne eine Ausstellung, die sowohl seine künstlerische Entwicklung als auch seine Bedeutung für die Geschichte des Sammelns und des modernen Kunstmarktes in den Mittelpunkt rückt. Gleichzeitig zeigt sie, weshalb Henri Rousseau bis heute zu den international gefragten Blue-Chip-Künstlern zählt und sein Werk nichts von seiner Faszination verloren hat.

Ausstellung organisiert von der Fondation Barnes und dem Musée de l'Orangerie.

Zuvor präsentiert in der Barnes Foundation, Philadelphia, vom 19. Oktober 2025 bis 22. Februar 2026.

Die Ausstellung bietet die Gelegenheit, das Werk eines der bedeutendsten Künstler der frühen Moderne neu zu entdecken und seine nachhaltige Wirkung auf Kunstgeschichte, internationalen Kunstmarkt und die Bildsprache des 20. Jahrhunderts nachzuvollziehen.

Tags: Henri Rousseau, Paul Guillaume, Malerei, Moderne Kunst, Blue Chip Art, Postimpressionismus, Surrealismus, Symbolismus, Naive Kunst

Sonntag: 09:00 – 18:00 Uhr
Montag: 09:00 – 18:00 Uhr
Dienstag: geschlossen
Mittwoch: 09:00 – 18:00 Uhr