Clarence Kennedy (1892-1972), Prinzessin von Urbino, vor 1928 Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Archiv; Public Domain Mark 1.0
Clarence Kennedy (1892-1972), Prinzessin von Urbino, vor 1928 Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Archiv; Public Domain Mark 1.0 – Mit freundlicher Genehmigung von: smbspkberlin / Staatliche Museen zu Berlin

Wann: 16.07.2026 - 04.10.2026

Fotografie erzählt Skulptur im Bode-Museum zeigt ab 16. Juli 2026, wie ein einziger Lichtstrahl, ein tiefer Schatten oder ein gewählter Blickwinkel eine jahrhundertealte Skulptur plötzlich anders erzählen kann. Die Ausstellung Berlin bringt Fotografie und plastische Kunst in einen faszinierenden Dialog – und macht sichtbar, dass unser Blick auf Skulptur längst nicht mehr allein vor dem Original entsteht.

Skulpturen begegnen uns heute häufiger im Bild als im Museum. Fotografien prägen unsere Wahrnehmung, unsere Erinnerung und oft auch unser Verständnis plastischer Kunst. Fotografie erzählt Skulptur rückt genau diese Verschiebung ins Zentrum und lädt dazu ein, das Sehen selbst neu zu entdecken. Was geschieht, wenn eine Kamera näher rückt, das Licht über eine steinerne Oberfläche wandert oder der Schatten Teile eines Gesichts verschwinden lässt?

Unbekannte*r Fotograf*in, Johannes (Detail), 1927/29 Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Archiv; Public Domain Mark 1.0
Unbekannte*r Fotograf*in, Johannes (Detail), 1927/29 Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Archiv; Public Domain Mark 1.0 – Mit freundlicher Genehmigung von: smbspkberlin / Staatliche Museen zu Berlin

Johannes ruht mit geschlossenen Augen, das lockige Haar fällt weich um sein Gesicht. Der Kopf liegt schwer und zugleich geborgen in den Armen, eine Hand ruht nahe am Herzen. Nichts scheint diesen Moment zu stören. Die Fotografie lässt eine tiefe innere Ruhe spürbar werden – fast so, als wäre Johannes für einen Augenblick vollkommen bei sich und mit der Welt zufrieden.

Über sechzig Fotografien vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart treten in Beziehung zu sieben ausgewählten Skulpturen aus dem 11. bis 17. Jahrhundert. In neun thematischen Kapiteln entfaltet sich eine Geschichte des Sehens. Lichtführung, Bildausschnitt und Perspektive werden dabei zu erzählerischen Mitteln, mit denen Skulpturen nicht nur dokumentiert, sondern inszeniert und interpretiert werden.

Licht fällt auf ein Gesicht, bleibt an einer Wange liegen und verliert sich im Schatten. Für einen kurzen Moment scheint der Stein seine Schwere zu vergessen. Die Fotografie hält diesen Augenblick fest – und aus einer Skulptur wird beinahe ein Gegenüber.

Die Ausstellung verbindet die Skulpturensammlung des Bode-Museums mit dem bislang wenig bekannten Fotoarchiv des Hauses. Historische und zeitgenössische Aufnahmen eröffnen dabei neue Sichtweisen auf Werke, deren Erscheinung sich vor der Kamera immer wieder verändert. Die Fotografie wird zum zweiten Blick auf die Skulptur – subjektiv, inszeniert und manchmal überraschend nah.

Gustav Schwarz (1871-1958), Dornauszieher, vor 1939 Photo: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Archiv; Public Domain Mark 1.0
Unbekannte*r Fotograf*in, Putto auf einem Delphin, 1967 Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Archiv; Public Domain Mark 1.0
Gustav Schwarz (1871-1958), Dornauszieher, vor 1939 Photo: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Archiv; Public Domain Mark 1.0 • Unbekannte*r Fotograf*in, Putto auf einem Delphin, 1967 Foto: Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst / Archiv; Public Domain Mark 1.0 – Mit freundlicher Genehmigung von: smbspkberlin / Staatliche Museen zu Berlin

Ein umfangreich bebilderter Begleitband mit Beiträgen von Dr. Franziska Lampe von der Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München, Prof. Dr. Kathrin Müller vom Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin und weiteren Autoren vertieft die Fragestellungen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven.

Fotografie erzählt Skulptur im Bode-Museum Berlin eröffnet einen neuen Blick auf das Verhältnis von Licht, Schatten, Fotografie und plastischer Kunst und macht sichtbar, wie sehr Bilder unsere Wahrnehmung von Skulptur bis heute prägen.

Tags: Fotografie, Licht und Schatten, Skulpturen

Dienstag bis Freitag 10–17 Uhr, Samstag und Sonntag 10–18 Uhr. Montag geschlossen.