Hermann Nitsch, „Malhemd auf Schüttbild“, 1991, monumentales Werk mit Malhemd und grüner Schüttmalerei
Hermann Nitsch, „Malhemd auf Schüttbild“, 1991, monumentales Werk mit Malhemd und grüner Schüttmalerei – Mit freundlicher Genehmigung von: suppanfinearts / Suppan Fine Arts Wien

Wann: 09.07.2026 - 07.08.2026

„Hermann Nitsch – Werke aus den Jahren 1984–2021“ zeigt Malerei, die nicht still an der Wand bleiben will – sie trägt die Spuren von Körpern, Aktionen und einer Radikalität, die Kunstgeschichte schrieb. Die Ausstellung bei Suppan Fine Arts ist vom 9. Juli bis 7. August 2026 zu sehen und führt in der Ausstellung Wien durch mehrere Schaffensjahrzehnte eines Künstlers, der die Grenzen der Malerei weit über die Leinwand hinaus verschob.

Schüttbilder auf Jute und Leinwand treffen auf Arbeiten auf Papier und grafische Werke. Gemeinsam zeichnen sie einen Bogen von den 1980er-Jahren bis in die späte Schaffensphase von Hermann Nitsch und lassen erkennen, wie konsequent sich Aktion, Material und Malerei in seinem Werk miteinander verbinden.

Hermann Nitsch, Levitikus Motiv 6 8/30, 2010, Terragrafie auf Leinwand
Hermann Nitsch, „Levitikus Motiv 10 02/30“, 2010, gerahmte Terragrafie in Rot
Hermann Nitsch, Levitikus Motiv 6 8/30, 2010, Terragrafie auf Leinwand • Hermann Nitsch, „Levitikus Motiv 10 02/30“, 2010, gerahmte Terragrafie in Rot – Mit freundlicher Genehmigung von: suppanfinearts / Suppan Fine Arts Wien

Zu den besonderen Arbeiten der Ausstellung zählen selten gewordene Werke aus der Levitikus-Serie sowie eine Papierarbeit aus der 20. Malaktion in der Wiener Secession. Gerade in den Levitikus-Motiven verdichtet sich Nitschs Bildsprache zu intensiven Farbflächen, in denen Rot nicht nur Farbe bleibt, sondern beinahe körperliche Präsenz gewinnt.

Rot breitet sich über die Fläche aus, verdichtet sich und scheint aus der Tiefe des Bildes hervorzutreten. Zwischen dunklen Spuren und offenen Partien entsteht eine eigentümliche Stille – als hätte die Bewegung der Farbe für einen einzigen Augenblick innegehalten.

Ein Schlüsselwerk der Präsentation ist das monumentale „Malhemd auf Schüttbild“ von 1991. Mit einem Format von 200 × 300 Zentimetern führt die Arbeit unmittelbar zur Verbindung von Aktion, Körper und Malerei, die das Werk von Hermann Nitsch über Jahrzehnte bestimmte.

Auch die unterschiedlichen Materialien erzählen von dieser künstlerischen Haltung. Öl, Acryl und grafische Techniken erscheinen neben Arbeiten, in denen Blut und Fett Teil des Bildträgers und der Bildgeschichte werden. Die Werke sind nicht allein als malerische Kompositionen zu verstehen, sondern als Relikte von Prozessen, Bewegungen und Aktionen.

Hermann Nitsch, „KK LAJOS/REB (Schüttbild Orange)“, 2002, orangefarbenes Schüttbild
Hermann Nitsch, „Unikatgrafik gelb 2/60“, 2021, Unikatradierung auf Bütten
Hermann Nitsch, „KK LAJOS/REB (Schüttbild Orange)“, 2002, orangefarbenes Schüttbild • Hermann Nitsch, „Unikatgrafik gelb 2/60“, 2021, Unikatradierung auf Bütten – Mit freundlicher Genehmigung von: suppanfinearts / Suppan Fine Arts Wien

Hermann Nitsch zählt zu den international bedeutendsten Vertretern des Wiener Aktionismus. Sein Orgien Mysterien Theater und seine radikale Erweiterung des Kunstbegriffs machten ihn zu einer zentralen Figur der österreichischen Nachkriegskunst. Zugleich besitzt sein Werk bis heute eine starke Präsenz im internationalen Kunstmarkt und in bedeutenden privaten wie institutionellen Sammlungen.

Mit Arbeiten aus den Jahren 1984 bis 2021 bietet die Ausstellung bei Suppan Fine Arts die Gelegenheit, die malerische Entwicklung eines der bedeutendsten österreichischen Blue-Chip-Künstler der Nachkriegszeit neu zu entdecken und die anhaltende Wirkung seines Werks auf Kunstmarkt und Gegenwartskultur nachzuvollziehen.

Hermann Nitsch, „o.T. Unikatedition 8/30“, 1998, Blut auf Leinen
Hermann Nitsch, „o.T. Unikatedition 8/30“, 1998, Blut auf Leinen – Mit freundlicher Genehmigung von: suppanfinearts / Suppan Fine Arts Wien
Tags: Hermann Nitsch, Malerei, Aktionskunst, Wiener Aktionismus, Schüttbilder, Wiener Aktionismus, Nachkriegskunst, Zeitgenössische Kunst, Blue Chip Art, Kunstmarkt

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