Zu den besonderen Arbeiten der Ausstellung zählen selten gewordene Werke aus der Levitikus-Serie sowie eine Papierarbeit aus der 20. Malaktion in der Wiener Secession. Gerade in den Levitikus-Motiven verdichtet sich Nitschs Bildsprache zu intensiven Farbflächen, in denen Rot nicht nur Farbe bleibt, sondern beinahe körperliche Präsenz gewinnt.
Rot breitet sich über die Fläche aus, verdichtet sich und scheint aus der Tiefe des Bildes hervorzutreten. Zwischen dunklen Spuren und offenen Partien entsteht eine eigentümliche Stille – als hätte die Bewegung der Farbe für einen einzigen Augenblick innegehalten.
Ein Schlüsselwerk der Präsentation ist das monumentale „Malhemd auf Schüttbild“ von 1991. Mit einem Format von 200 × 300 Zentimetern führt die Arbeit unmittelbar zur Verbindung von Aktion, Körper und Malerei, die das Werk von Hermann Nitsch über Jahrzehnte bestimmte.
Auch die unterschiedlichen Materialien erzählen von dieser künstlerischen Haltung. Öl, Acryl und grafische Techniken erscheinen neben Arbeiten, in denen Blut und Fett Teil des Bildträgers und der Bildgeschichte werden. Die Werke sind nicht allein als malerische Kompositionen zu verstehen, sondern als Relikte von Prozessen, Bewegungen und Aktionen.