„Sieh, wenn ich dich geliebt habe, dann wegen deiner Haare. Jetzt, wo du kahlköpfig bist, liebe ich dich nicht mehr.“
Frida Kahlo zeigt sich in diesem Selbstporträt auf einem gelben Stuhl, gekleidet in einen dunklen Herrenanzug und schwarze Damenschuhe. Damit bricht sie bewusst mit traditionellen Vorstellungen von Weiblichkeit und Geschlechterrollen. In der Hand hält sie die Schere, mit der sie ihr langes Haar abgeschnitten hat. Die abgeschnittenen Haarsträhnen liegen über den gesamten Raum verstreut – ein kraftvolles Bild von Trennung, Selbstbestimmung und persönlicher Veränderung.
Frida Kahlo, Selbstbildnis mit abgeschnittenem Haar, 1940
Aus heutiger Sicht wirkt das 1940 entstandene Selbstporträt erstaunlich modern. Frida Kahlo bricht bewusst mit traditionellen Vorstellungen von Weiblichkeit und Geschlechterrollen. In einer Zeit, in der Geschlecht, Identität und Selbstbestimmung intensiv diskutiert werden, lässt sich das Bild auch als frühe Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen und der Freiheit verstehen, sich jenseits gesellschaftlicher Erwartungen darzustellen.
Kuratiert wird „Frida and Diego: The Last Dream“ von Beverly Adams, Estrellita Brodsky Curator of Latin American Art, und Jon Bausor gemeinsam mit Caitlin Chaisson und Rachel Remick. Die Ausstellung entsteht unter Mitwirkung der Metropolitan Opera. Die Oper „El Último Sueño de Frida y Diego“ wird von Deborah Colker inszeniert und choreografiert. Begleitende öffentliche Programme von MoMA und Metropolitan Opera vertiefen den Dialog zwischen den beiden Kunstformen.
Mit der Verbindung von Meisterwerken Frida Kahlos und Diego Riveras, historischer Fotografie, zeitgenössischer Szenografie und Oper eröffnet das Museum of Modern Art einen neuen Blick auf zwei der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. „Frida and Diego: The Last Dream“ zeigt in New York, wie ihre Kunst weit über die eigene Epoche hinauswirkt – und wie aus Malerei, Bühne und Erinnerung eine Geschichte entstehen kann, die noch immer nicht zu Ende erzählt ist.