Ein Maler zwischen Tradition und Gegenwart
Obwohl Sean Scully heute als einer der wichtigsten abstrakten Künstler gilt, versteht er sich nicht als reiner Geometriker.
Seine Inspiration reicht von der spanischen Malerei des 17. Jahrhunderts über den französischen Post-Impressionismus bis zu Édouard Vuillard. Materialität, Licht und Emotion stehen für ihn stets über mathematischer Ordnung.
Gerade deshalb besitzen seine Bilder eine ungewöhnliche körperliche Präsenz. Farbe scheint zu fließen, zu atmen und sich ständig zu verändern. Aus scheinbar einfachen Farbblöcken entstehen Werke voller Bewegung und Tiefe.
Einer der bedeutendsten abstrakten Maler unserer Zeit
Sean Scully wurde 1945 in Dublin geboren und wuchs in London auf. Seine Werke befinden sich heute in den Sammlungen bedeutender Museen weltweit – darunter das Metropolitan Museum of Art in New York, die National Gallery in London, das Hirshhorn Museum in Washington oder die National Gallery of Ireland.
In den vergangenen Jahren rückte zudem seine Bildhauerei verstärkt in den Mittelpunkt. Monumentale Skulpturen wurden unter anderem in Venedig, Norfolk, Budapest und Koblenz gezeigt. Parallel dazu präsentierten renommierte Museen und Institutionen seine Malerei in Barcelona, Hamburg, London, Vaduz und New York. 2026 folgen weitere bedeutende Ausstellungen, darunter im Château La Coste und im Grand Palais in Paris.
Warum Sean Scullys Bilder heute so aktuell wirken
In einer Zeit, in der Bilder oft in Sekunden konsumiert werden, verlangen Sean Scullys Werke Geduld.
Sie entfalten ihre Wirkung langsam. Erst beim längeren Betrachten beginnen die Farbschichten zu schwingen, die Oberflächen Tiefe zu entwickeln und die scheinbar festen Mauern sich im Licht aufzulösen.
Gerade darin liegt die besondere Qualität seiner Kunst.
Mit „To Feel“ präsentiert Thaddaeus Ropac nicht nur neue Werke Sean Scullys, sondern macht erlebbar, warum die Serie Wall of Light seit mehr als einem Vierteljahrhundert zu den bedeutendsten Werkgruppen der internationalen abstrakten Malerei zählt.