Niki de Saint Phalle, Nana rouge jambes en l'air, um 1968
Auf den ersten Blick wirkt ihre Fülle fast spielerisch. Erst beim längeren Betrachten wird sie zu einer Haltung. Keine Rüstung aus Stahl, sondern eine Hülle aus Farbe, Lebensfreude und Selbstvertrauen. Sie schützt nicht vor der Welt – sie macht Mut, ihr ohne Angst zu begegnen.
Die Ausstellung bleibt jedoch nicht bei diesen ikonischen Werken stehen. Schießbilder, Frauenfiguren, Happenings, Filme und Modelle ihrer monumentalen Skulpturen im öffentlichen Raum zeigen, wie konsequent die Künstlerin ihre Bildsprache weiterentwickelte. Zugleich eröffnet der Kunstpalast den Blick auf ihr künstlerisches Umfeld und stellt ihre Arbeiten in einen Dialog mit Weggefährten wie Jean Tinguely und Robert Rauschenberg sowie mit Künstlerinnen wie Yayoi Kusama, Dorothy Iannone und Alina Szapocznikow. So wird deutlich, dass Niki de Saint Phalle nicht nur eine außergewöhnliche Einzelposition war, sondern Teil einer Generation, die Kunst und Gesellschaft neu dachte.
Zwischen den kräftigen Farben und den spielerischen Formen geschieht etwas Unerwartetes. Die Werke wollen nicht bewundert werden – sie wollen berühren. Sie erzählen davon, wie aus Verletzlichkeit Stärke entstehen kann und wie Kunst manchmal der mutigste Weg ist, das eigene Leben neu zu erfinden.